Acta diurna

600 Einträge

Sämt­li­che Tex­te in die­sem Dia­ri­um geben aus­schließ­lich pri­va­te Mei­nun­gen des Autors wie­der bzw. schil­dern Ereig­nis­se aus des­sen ganz pri­va­ter Sicht. 

3. April 2025

In der DDR, die sich als anti­fa­schis­ti­scher Staat defi­nier­te, gal­ten Geg­ner der SED als mehr oder weni­ger klar faschistisch.
In der Bun­des­re­pu­blik ver­hält es sich inzwi­schen genauso.

***

„Ich bin mit zwei Sät­zen auf­ge­wach­sen bezie­hungs­wei­se sozia­li­siert wor­den: Es ist unver­ant­wort­lich, Kin­der in die­se Welt zu set­zen. Und: Nie wie­der Deutsch­land. Ich habe lin­kes Bewusst­sein, das für mich Sozia­li­sa­ti­ons­schnitt­punkt schlecht­hin war, nur wahr­ge­nom­men in die­ser Eng­füh­rung. Links sein hieß, am Pro­jekt der Abschaf­fung Deutsch­lands zu arbei­ten. Und die­ses Pro­jekt ist tat­säch­lich sehr rea­lis­tisch geworden.”
Nor­bert Bolz im Inter­view mit Focus, Heft 10/2006, gefun­den beim Blät­tern in alten Artikeln

***

Aus der belieb­ten Rubrik: Hass & Het­ze, aber richtig!

Die nun­mehr gesi­chert ver­un­glimp­fens­wer­te Par­tei hat­te sich beschwert, Genos­sin Drey­er habe gegen das staat­li­che Neu­tra­li­täts­ge­bot ver­sto­ßen und somit unstatt­haft in das Recht auf poli­ti­sche Chan­cen­gleich­heit ein­ge­grif­fen. Die SPD-Poli­ti­ke­rin hat­te die­se Äuße­rung im Zusam­men­hang mit der Cor­rec­tiv-Kam­pa­gne über das „Geheim­tref­fen von Pots­dam“ im Janu­ar 2024 ver­öf­fent­licht und damit zur Teil­nah­me an einer Groß­de­mons­tra­ti­on in Mainz gegen Rechts aufgerufen.

Die JF schreibt: „Das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestä­tig­te, daß die sei­ner­zei­ti­ge Minis­ter­prä­si­den­tin gegen das Neu­tra­li­täts­ge­bot und die Chan­cen­gleich­heit ver­sto­ßen habe. Dies sei ‚aber zum Schutz der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung gerecht­fer­tigt’. Es ist das ers­te Mal, das obers­te Lan­des- oder Bun­des­rich­ter die­ser Rechts­auf­fas­sung fol­gen. Zur Neu­tra­li­tät ver­pflich­te­te staat­li­che Behör­den dür­fen dem­nach doch Par­tei ergrei­fen – wenn es dem ‚Kampf gegen Rechts’ dient.”

Damit hat das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz die For­mel „Unse­re Demo­kra­tie = tra­di­tio­nel­le Demo­kra­tie minus Oppo­si­ti­on (von rechts)” juris­tisch bestä­tigt. Tusch!

Aber ist eine Ver­un­glimp­fung, die auf fal­schen Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen beruh­te, noch „gerecht­fer­tigt”? Wer so fragt, legt die Axt an die Wur­zel unse­rer Demo­kra­tie und soll­te sich auf eini­ges gefasst machen.

„Der Prä­si­dent des Ver­fas­sungs­ge­richts­hof ist Lars Bro­cker, einst Sti­pen­di­at der SPD-nahen Fried­rich-Ebert-Stif­tung. Sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn begann der Jurist als Refe­rats­lei­ter im Wis­sen­schaft­li­chen Dienst des Land­tags Rhein­land-Pfalz. Dann arbei­te­te er selbst in der Staats­kanz­lei, bevor er Rich­ter am Amts­ge­richt Mainz wurde.”

Ein tadel­lo­ser deut­scher Jurist.

***

Ein Nach­trag zum hier zuletzt ver­link­ten „Mit Isla­mis­ten reden”-Aufsatz der Hei­di Rei­chin­nek. Die SED-Spit­zen­kan­di­da­tin hat Nah­ost­stu­di­en und Poli­tik­wis­sen­schaft stu­diert und hielt sich wäh­rend des soge­nann­ten Ara­bi­schen Früh­lings eini­ge Mona­te in Kai­ro auf. Danach wer­kel­te sie am Mar­bur­ger Cen­trum für Nah- und Mit­tel­ost-Stu­di­en an einem For­schungs­pro­jekt des Aus­wär­ti­gen Amtes zu Isla­mis­mus und Sala­fis­mus. Das heißt, die­ser Auf­satz für die Rosa-Luxem­burg-Stif­tung – er erschien 2016 – kam mit­tel­bar auf Anre­gung des AA zustan­de, das damals übri­gens von Herrn Stein­mei­er gelei­tet wur­de. „Ste­cken alle unter einem Leder” (Baron Ochs auf Ler­chen­au im „Rosen­ka­va­lier”).

In einem Tages­spie­gel-Video heißt es nun (es wur­de auf You­tube vom Uploa­der ent­fernt, ich fin­de es nur bei Danisch), Rechin­nek habe der Gazet­te gegen­über erklärt, sie hät­te wei­land „Gesprächs­ka­nä­le mit mode­ra­ten Isla­mis­ten” – mit vega­nen Car­ni­vo­ren qua­si – gesucht, um sich mit ihnen zu ver­net­zen und sie even­tu­ell „für den Klas­sen­kampf zu gewin­nen”; die Hoff­nung habe sich aber inzwi­schen zerschlagen.

Danisch kom­men­tiert: „Die­ses gan­ze Migra­ti­ons­ding ist der groß­an­ge­leg­te Ver­such, nach dem Schei­tern der DDR mit einem neu­en Pro­le­ta­ri­at einen neu­en Sozia­lis­mus auf­zu­bau­en, wes­halb man Migran­ten von vor­her­ein gepam­pert und mit sozia­lis­ti­schen Seg­nun­gen wie Woh­nung und Grund­ein­kom­men ver­sorgt hat, damit die von vorn­her­ein auf sozia­lis­tisch geeicht sind. Der Plan war offen­kun­dig, damit eine Mehr­heit aus Sozia­lis­mus­an­hän­gern auf­zu­bau­en, die dann sowohl in Abstim­mun­gen, als auch in der tat­säch­li­chen Stra­ßen­ge­walt die Stär­ke­ren sind und den Sozialismus/Kommunismus, auch bekannt als ‚Unse­re Demo­kra­tie’ durchzusetzen.

Anschei­nend hat man sich das so vor­ge­stellt, dass man mit denen alles aus­han­deln kann und denen nur erklä­ren muss, wie das hier läuft und was ihre Auf­ga­ben als Pro­le­ta­ri­at sind, nach dem Sche­ma Fünf­mal am Tag Allah, ansons­ten Marx, dafür dann Kopf­tuch und Moschee. Und anschei­nend setzt sich da inzwi­schen die Ernüch­te­rung durch, dass es nicht funk­tio­niert, und man kei­nen Sozia­lis­mus gebaut, son­dern nur das Land plei­te und kaputt gemacht hat. Weil Mus­li­me eben kein Pro­le­ta­ri­at sind, son­dern – eben Mus­li­me. Da funk­tio­niert die gan­ze Klas­se­n­arith­me­tik der Lin­ken nicht.”

Die Lin­ken haben sich bis­lang bekannt­lich in jedem von ihnen umwor­be­nen „revo­lu­tio­nä­ren Kol­lek­tiv” geirrt; schon die Pro­le­ta­ri­er woll­ten, sobald sie erst mal ein Auto und ein Eigen­heim besa­ßen, mit die­sen aggres­si­ven Erlö­sern vom Pri­vat­ei­gen­tum nichts zu schaf­fen haben, die Frau­en und die Homo­se­xu­el­len gehen ihnen gera­de von der Fah­ne, aber mit den Mos­lems haben sie sich ihre Tod­fein­de ins Land geholt. Die lin­ken gesell­schafts­po­li­ti­schen For­de­run­gen von der Wei­ber­be­vor­zu­gung über „Gen­der” und freie Geschlechts­wahl über die Ehe für alle bis zur Lega­li­sie­rung der Abtrei­bun­gen (und Spät­ab­trei­bun­gen!) sind mit Mus­li­men abso­lut nicht zu machen – vom Athe­is­mus der Lin­ken ganz abge­se­hen. Einst­wei­len wird die­se Tat­sa­che noch über­deckt dadurch, dass bei­de Sei­ten die jeweils ande­re als ihren nütz­li­chen Idio­ten betrach­ten. Deut­sche Mos­lems wäh­len über­wie­gend links. „Bei Men­schen mit Wur­zeln in der Tür­kei, dem Nahen Osten oder Nord­afri­ka erziel­ten der Stu­die zufol­ge SPD, Lin­ke und BSW die höchs­ten Wäh­ler­an­tei­le”, ergab eine Stu­die des Deut­schen Zen­trums für Inte­gra­ti­ons- und Migra­ti­ons­for­schung. Doch wer am Ende wes­sen nütz­li­cher Idi­ot gewe­sen sein wird, ent­schei­det die Demographie.

Was (radi­ka­le) Lin­ke und (radi­ka­le) Mos­lems einst­wei­len ver­bin­det, ist der gemein­sa­me Feind: der Wes­ten,  die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on. Ich bele­ge das gern mit einem Zitat des Aya­tol­lah Cho­mei­ni –„Erst die von der kapi­ta­lis­ti­schen Skla­ve­rei, von den unge­zähl­ten Greu­eln, Bru­ta­li­tä­ten, Wider­sin­nig­kei­ten und Gemein­hei­ten der kapi­ta­lis­ti­schen Aus­beu­tung befrei­ten Men­schen wer­den sich nach und nach gewöh­nen, die ele­men­ta­ren, von alters her bekann­ten und seit Jahr­tau­sen­den in allen Vor­schrif­ten gepre­dig­ten Regeln des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens ein­zu­hal­ten“ –, wel­ches tat­säch­lich von Lenin stammt (der Pas­sus steht in „Staat und Revolution“).

Bei­de agie­ren gegen die west­li­che Frei­heit, die west­li­che Art zu leben, mit all ihren frag­wür­di­gen Begleit­erschei­nun­gen, ohne die sie nicht zu haben ist. Es geht um die Frei­heit der Rede, die Frei­heit, eine Reli­gi­on sowohl aus­zu­üben, als auch zu kri­ti­sie­ren, die Frei­heit der Wis­sen­schaf­ten und der Küns­te. Inzwi­schen mögen bei­de Par­tei­en den Kapi­ta­lis­mus als Melk­kuh übrig­las­sen wol­len, aber was sie dar­über hin­aus mit der Gesell­schaft vor­ha­ben, unter­schei­det sich eben doch so fun­da­men­tal, dass die Sache am Ende aus­ge­kämpft wer­den muss.

Was (radi­ka­le) Lin­ke und (radi­ka­le) Mos­lems eben­falls ver­bin­det, ist der Anti­zio­nis­mus als aktu­el­le Mas­ke­ra­de des Neid­has­ses auf die Juden. In den Nach­rich­ten der DDR war Isra­el so fest mit dem sym­bio­ti­schen Begriff „Aggres­sor” ver­klet­tet wie in den Nach­rich­ten der spä­ten BRD die Schwe­fel­par­tei mit dem Attri­but „in Tei­len gesi­chert rechts­extrem”. Hon­ecker und Ara­fat wur­den uns damals als Kamp­fes­brü­der gegen den „Impe­ria­lis­mus” prä­sen­tiert. Auch die RAF unter­hielt mit den Paläs­ti­nen­sern und ande­ren extre­mis­ti­schen isla­mi­schen Grup­pen gute Kon­tak­te bis hin zum gemein­sa­men Waf­fen­trai­ning und Erfah­rungs­aus­tausch. Lin­ke Ido­le wie Michel Fou­cault oder Joseph „Josch­ka” Fischer sym­pa­thi­sier­ten mit der ira­ni­schen Revo­lu­ti­on des Aya­tol­lah Cho­mei­ni. Inter­es­sant war die Begrün­dung des athe­is­ti­schen Gour­mands Fischer für sei­ne Par­tei­nah­me: Die ira­ni­sche Revo­lu­ti­on sei „gegen das Ein­drin­gen des kon­su­mis­ti­schen Athe­is­mus der west­li­chen Indus­trie­ge­sell­schaf­ten” gerich­tet gewesen.

Der Isla­mis­mus ist inso­fern für Lin­ke anschluss­fä­hig, als auch die­se Bewe­gung von his­to­risch Abge­häng­ten, Zukurz­ge­kom­me­nen und dabei zugleich von einer Heils­idee Durchglühten die Mas­sen erfas­sen und in eine phan­tas­ti­sche, vor­mo­der­ne Mär­chen­welt hin­ein eman­zi­pie­ren oder sogar erlö­sen will. Sie ver­heißt die Befrei­ung des revo­lu­tio­nä­ren, durch die Idee rein gewor­de­nen Kol­lek­tivs aus den Ban­den der Fremd­be­stim­mung (und, was den Islam betrifft, von jener Deka­denz, für die gera­de die west­li­che Lin­ke steht). Ihre Ver­tre­ter träu­men von der Welt­re­vo­lu­ti­on, von der Errich­tung einer para­die­si­schen Glo­bal­kom­mu­ne der Glei­chen unterm grünen statt roten Banner.

Des­we­gen konn­te man auch noch lan­ge nach dem Zusam­men­bruch des Real­so­zia­lis­mus im Neu­en Deutsch­land sol­che Froh­lo­ckens­lü­gen lesen.

„Isla­mi­sie­rung bedeu­tet Ent­na­zi­fi­zie­rung”: Da hat der Gevat­ter Ahmad in sei­ner Sie­ges­vor­freu­de etwas falsch ver­stan­den bzw. bewusst ver­fälscht, denn mit den Mos­lems haben sich die ech­ten Nazis – es gibt ja kei­ne ande­ren – immer gut ver­stan­den, wegen des gemein­sa­men Fein­des Num­mer eins und so. Post­deut­sche deut­sche Tou­ris­ten sind ja regel­mä­ßig scho­ckiert dar­über, dass man ihnen in ara­bi­schen Län­dern Sym­pa­thien ent­ge­gen­brach­te, weil sie aus dem Land Hit­lers stam­men. Hein­rich Himm­ler erklär­te im schle­si­schen Neu­ham­mer am 11. Janu­ar 1944 gegen­über bos­ni­schen Offi­zie­ren: „Was soll­te denn die Musel­ma­nen in Euro­pa und der gan­zen Welt von uns Deut­schen tren­nen? Wir haben gemein­sa­me Zie­le.” Gott – „ihr sagt Allah, das ist doch das­sel­be” – habe den Füh­rer gesandt, um die Welt von den Juden zu befrei­en. Deut­sche und Mos­lems sei­en durch die­sel­ben Fein­de ver­eint: „Bol­sche­wi­ken, Eng­land, Ame­ri­ka, alle immer wie­der getrie­ben vom Juden.” Man sieht, der Reichs­füh­rer SS befand sich 1944 bes­ser im Bil­de über das Ver­hält­nis des Islam zur Lin­ken als Frau Rei­chin­nek anno 2016.

„Der ‚Flücht­ling’ aus der Drit­ten Welt hat in den letz­ten Jah­ren den ‚Pro­le­ta­ri­er’ als Heils­fi­gur der Lin­ken ersetzt. Bei­de Kon­struk­te tra­gen aber ver­gleich­ba­re wahn­haf­te Züge”, schrieb Rolf Peter Sie­fer­le in sei­nem Essay „Das Migra­ti­ons­pro­blem” (pos­tum ver­öf­fent­licht 2017). „Von der Lin­ken wur­den die Ver­damm­ten die­ser Erde zuneh­mend als schutz­be­dürf­ti­ge Flücht­lin­ge wahr­ge­nom­men, als eine neue glo­ba­le Unter­schicht, der aller­dings kein eige­ner Cha­rak­ter als poten­ti­el­les Geschichts­sub­jekt mehr zuge­rech­net wur­de, son­dern die nur noch pas­siv-lei­dend waren, Objek­te der Für­sor­ge von Asylinitiativen.

Ist der Jubel über die Mas­sen­im­mi­gra­ti­on von Mus­li­men nach Deutsch­land die gehei­me Rache der Lin­ken für den Zusam­men­bruch des Sozia­lis­mus? Isla­mis­ten und Lin­ke haben ja ein gemein­sa­mes Feind­bild: Ame­ri­ka, Isra­el, den ‚Wes­ten’. Was sie dabei über­se­hen ist die Tat­sa­che, daß die Dschi­ha­dis­ten stär­ker sein wer­den als sie selbst – so wie die ‚wah­ren’ Sozia­lis­ten und Anar­chis­ten sich nach 1917 bald im Gulag wie­der­fan­den, wer­den auch sie bald Bekannt­schaft mit dem Säbel des Dschi­had machen.

Irgend­wann wird erkenn­bar wer­den, daß die ‚Flücht­lin­ge’ nicht nur pas­siv-lei­den­de und für­sor­ge­be­dürf­ti­ge Opfer sind, son­dern daß sie eine eige­ne kul­tu­rel­le Iden­ti­tät besit­zen, die kei­nes­wegs mit der­je­ni­gen ihrer Betreu­er über­ein­stimmt, son­dern quer zu den escha­to­lo­gi­schen Phan­ta­sien der Lin­ken steht. Jetzt könn­ten die Lin­ken eine zwei­te his­to­ri­sche Ent­täu­schung erle­ben. (…) Bei genaue­rem Hin­se­hen könn­ten die Lin­ken auf ein­mal ernüch­tern­de Merk­ma­le beim Flücht­ling ent­de­cken: Frau­en­feind­lich­keit, Homo­pho­bie, auto­ri­tä­res Geha­be, Gewalt­be­reit­schaft, Ver­wei­ge­rung von Müll­tren­nung und Ener­gie­ein­spa­rung – kurz, er ver­wan­delt sich in einen ‚faschis­ti­schen’ Reak­tio­när, von dem kein Heils­ver­spre­chen mehr ausgeht.”

Da sie aber beses­sen sind vom Hass auf ihre Zivi­li­sa­ti­on – und da es sich um eine Zivi­li­sa­ti­on han­delt, die sol­ches Gelich­ter her­vor­bringt, tei­le ich die­sen Hass sogar ein biss­chen –, impor­tie­ren sie ihre eige­nen Totengräber.

***

Das (Zwischen-)Ergebnis prä­sen­tiert sich dann so.

Die viri­le Gemein­de skan­diert mit Nach­druck „Alla­hu akbar!” (Link). Unter dem Video fan­den sich zwi­schen zahl­rei­chen befrem­de­ten Kom­men­ta­ren auch solche.

Ich wür­de State­ments wie die­se als Bestä­ti­gung der The­se inter­pre­tie­ren. Hier arti­ku­liert sich die Unter­wer­fungs- oder sogar Kon­ver­si­ons­be­reit­schaft der­je­ni­gen, die heu­te schon ver­su­chen, sich den wech­seln­den Macht­ver­hält­nis­sen anzu­pas­sen. Die­se Kol­la­bo­ra­teu­re in sta­tu nas­cen­di haben die­sel­be Angst vor solch agres­siv arti­ku­lier­ter Fremd­heit im ehe­mals eige­nen Land wie die Befrem­de­ten auch. Aber sie reagie­ren vor­aus­ei­len­der. Es ist eine Bit­te um künf­ti­ges Verschontwerden.

***

Zum Vori­gen.

***

End­lich: Wies­ba­den reagiert auf den Anstieg der Gewaltkriminalität!

Rot wäre aber bes­ser gewe­sen. Dar­auf sieht man das Blut nicht.

***

Im Inter­view mit der Jun­gen Frei­heit nennt der Publi­zist Mat­thi­as Hei­ne, Redak­teur bei der Welt und Autor des Buches „Der gro­ße Sprach­um­bau”, die „Haupt­fron­ten”, an denen der Angriff auf die gewach­se­ne deut­sche Spra­che statt­fin­det, näm­lich: die Recht­schreib­re­form als „Mut­ter aller gegen­wär­ti­gen Sprach­um­bau­ten”, die Angli­sie­rung, die „Unwör­ter” und angeb­lich dis­kri­mi­nie­ren­den Begrif­fe, die soge­nann­te Leich­te Spra­che und das Gendern.

Was alle Aspek­te ver­bin­det, ist die gewalt­sa­me Pri­mi­ti­vi­sie­rung, Ent­dif­fe­ren­zie­rung und Ste­ri­li­sie­rung der Spra­che im Diens­te der lin­ken Ideo­lo­gie und gegen den Wil­len einer über­gro­ßen Mehr­heit der Deutschen.

Vor genau zwan­zig Jah­ren habe ich im Focus einen Text gegen die ten­den­zi­ell sämt­li­che Nuan­cen nie­der­wal­zen­de Sprach­ver­hun­zung geschrie­ben, damals von Depp*innensternchen in Ver­wal­tungs­tex­ten und Dok­tor­ar­bei­ten noch nichts ahnend und so ver­geb­lich wie alle ande­ren Lieb­ha­ber und Ver­tei­di­ger des Deut­schen auch.

Gleich­wohl: Es ist bar­ba­risch. Es ist infam. Schluss! Aus! Boykott!

 

Ebenfalls lesenswert

1. April 2025

Wie gesagt: Es heißt nicht mehr April, April, son­dern Merz, Merz. *** Die Nach­richt des Tages ist natür­lich die…

30. März 2025

Man – du Alles auf Erden! *** Nach neu­es­ter Les­art ist rechts, was älter als zwan­zig Jah­re ist. Jede…

26. März 2025

Wann ist den Men­schen die Fähig­keit abhan­den gekom­men, wäh­rend der Bahn­fahrt aus dem Fens­ter zu schauen? *** „Der…

23. März 2025

Schreibt man ihn nun Weich­ei­wan­ger oder Weichai­wan­ger? *** Jemand sag­te: Kein halb­wegs frei­es Volk lässt sich für uto­pi­sche…

19. März 2025

An Goe­the. Ver­gebt, Jovis, wenn ich euch Zeit beim Huri-Haschen stehle: Wär’ bes­ser nicht: „Zwei Brüs­te woh­nen, ach,…

16. März 2025

„Vie­le von Dis­kri­mi­nie­rung Betrof­fe­ne wen­den sich mut­maß­lich nicht an die Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le, weil ihnen pein­lich ist, dass es so…

12. März 2025

Im Traum sah ich einen Saal vol­ler jun­ger Men­schen, die alle T‑Shirts tru­gen, auf wel­chen „I am uni­que” stand.…

10. März 2025

„Zu den übels­ten Begleit­erschei­nun­gen der Gefühls­se­lig­keit gehört, dass die Stim­me wich­ti­ger wird als das Gesag­te und der Spre­cher…

Artikel der Woche

Wel­che gemein­sa­men Wer­te haben wir?, frug J. D. Van­ce in sei­ner Rede auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz, bevor er…

2. März 2025

„Die Lin­ken und die Libe­ra­len sind für den Wes­ten wegen Rous­se­au. Ich bin für den Wes­ten trotz Rousseau.”…

25. Februar 2025

Wie lang­wei­lig, Bücher zu lesen, die man noch nicht kennt. *** Mar­kus Lan­ge­mann, Betrei­ber der online-Platt­form Club der kla­ren…

24. Februar 2025

„Die Lie­be zum Volk ist eine aris­to­kra­ti­sche Berufung. Der Demo­krat liebt es nur im Wahljahr.” Nicolás Gómez Dávila…