Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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Was bedeutet "Verwestlichung"?

Putins "Rede an die Nation"/Wiedervorlage Acta diurna vom 22. Februar


Wladimir Putin sagte in seiner diesjährigen "Rede an die Nation": „Wenn für eine Reihe europäischer Staaten Nationalstolz ein längst vergessenes Relikt der Vergangenheit zu sein scheint und Souveränität ein überflüssiger Luxus – für Russland ist es eine Existenzvoraussetzung. (...) Entweder wir sind souverän, oder wir lösen uns auf und verlieren uns in der Welt.“

Dazu sei hier in zeitloser Pracht und Herrlichkeit der Acta diurna-Eintrag vom 22. Februar 2014 wiederholt:

Ein "Osteuropa-Experte" von der Uni Köln äußert im Fernseh, dass die wünschenswerte Verwestlichung der Ukraine gewiss auch die pro-westlichen Kräfte in Russland bestärken werde, womit der spät- bzw. restdeutsche Staatsmythos vom "langen Weg nach Westen" bzw. ins Heil seine längst fällige Osterweiterung erlebt, nachdem die Ostverschiebung deutscher Ideale 1941 ff. ja eher unglücklich verlief. Was aber bedeutet Verwestlichung für die Länder, die von diesem Phänomen beglückt bzw. heimgesucht werden?
Sie würden in den nächsten Jahrzehnten:
>> fast alle nationalen Hoheitsrechte einbüßen;
>> mehr westliche Waren importieren (dürfen bzw. müssen);
>> (noch) weniger Kinder zur Welt bringen;
>> mehr Zuwanderer aus Afrika und dem Orient aufnehmen (müssen), die das mit den Geburten dann schon ausgleichen;
>> als eine Folge daraus einen Zuwachs an Kriminalität und inländerfeindlicher Gewalt sowie die Invadierung von Teilen des Staatsgebietes durch kulturell und ethnisch Fremde hinzunehmen haben;
>> aber auch eine Zuwachs an vor allem billigen Arbeitskräften verzeichnen können;
>> ihre Kultur und Sprache sukzessive verlieren;
>> die Landesverteidigung aufgeben und sich sogenannten kollektiven Sicherheitssystemen unterwerfen;
>> ihre Armee wenigstens teilweise in eine unter fremdem Kommando operierende Polizeitruppe verwandeln;
>> ihr Staatsgebiet womöglich als ein Territorium zu deklarieren haben, auf dem für jeden Menschen der Erde dieselben unveräußerlichen Rechte gelten;
>> tradionelle Familienstrukturen einer indendierten und staatlich geförderten Erosion anheimzustellen haben;
>> ihre Religion(en) und Sitten dem Spott subventionierter Intellektueller aussetzen;
>> die Männlichkeit und die Weiblichkeit als soziale Konstrukte verachten und sukzessive beseitigen lernen;
>> ein permanentes Wachsen der Staatsausgaben, der Staatsverschuldung und der Steuern hinnehmen müssen;
>> sich ebenso permanent schuldig zu bekennen haben u.a. des Rassimus, Sexismus, der Dritteweltausbeutung sowie der Unterdrückung im Zweifelsfall rasch aufzutreibender Minderheiten;
>> aber auch Toleranzpreise ausloben und Lehrstühle für Gender Studies einrichten dürfen;
>> sukzessive als Volk bzw. Nation zu existieren aufhören, um, bestenfalls, als heterogenes, unsicheres, tribalisiertes Wirtschaftsgebiet zu überleben, aus dem sich die Wirtschaft bei allzugroßer Unsicherheit jederzeit verabschieden mag.
Als Belohnung dürfen sie zuletzt, vielleicht nach der Türkei, Syrien und dem Irak, Mitglieder der EU werden. Warum um alles in der Welt sollte so ein vernünftiges, aufgeklärtes und leidgeprüftes Land wie Russland das ablehnen?


Nachtrag vom 12. Dezember: Aber wenn sie korrumpierte brave Westler geworden und also entnationalisiert sind, vollzieht sich womöglich eine Hegelsche List der Vernunft dergestalt, dass gerade die Zugewanderten die Sache in die Hand nehmen und eine neue, eben vernunftorientierte, berechenbar egoistische Nation gründen, um sich von den erstaunlichen westlichen Irren wieder abzunabeln.

P.S.: "Aber Migration bringt einem Land doch auch Vorteile."

Beides ist möglich: Migration kann ein Land voranbringen, Migration kann ein Land zerstören – eine simple Wahrheit, die es merkwürdigerweise nie zur Talk-Show-Reife bringt. Im Grunde wären für Deutschland drei Maßnahmen nötig: 1. Die Sozialleistungen auf eine bestimmte Frist begrenzen, auf die gesamte Lebenszeit gerechnet, vielleicht fünf Jahre nach amerikanischem Vorbild. 2. Kriminelle wie Kriminelle behandeln, früh einsperren, abschieben, die Spreu vom Weizen trennen, und zwar öffentlichkeitswirksam, auf dass keiner mehr mutwillig Ausländer und Straftäter verwechseln darf. 3. Die Asylindustrie zerschlagen und jeden, der nur einen kritischen Mucks zur verfehlten Ausländerpolitik sagt, sofort zur persönlichen Aufnahme von Asylanten zwangsverpflichten. Also quasi die Friedrich der Große-Version. Die Wahrscheinlichkeit, dass dergleichen geschieht, ist allerdings deprimierend gering. 

P.P.S.: "Aber Sie leben doch selbst im Westen, so schlimm kann es also nicht sein."

Nein. Nur werden. – –
Im Übrigen lebe ich nicht "im Westen" oder in einer wie auch immer gearteten westlichen Gesellschaft, sondern zuallererst in Deutschland. Mentalitäten sind politischen Systemen an Beharrungsvermögen und Prägekraft immer oder zumindest einstweilen noch immer überlegen, so wie das Terroir im Geschmack eines Weines die Rebsorte übertrifft. Als deutscher Autor und mit der deutschen Kultur kontaminiertes Subjekt bin und bleibe ich sozusagen unheilbar deutsch. "Der Westen" interessiert mich dagegen nahezu nicht, vor allem kümmern mich seine sogenannten Werte nicht. Mich interessieren Frankreich, Italien, England (Amerika weniger) als Kulturräume, mich interessieren die Dichter, die Musiker, die Philosophen, die Maler, die Frauen, die Küchen, die Weine, die Raumfahrtprogramme, die Schneider, die Kathedralen, aber doch nicht die Phrasen von "Menschenrechten", Gleichstellung, Diversivität, Mitbestimmung und womit heutzutage außerdem noch Bevölkerungen gegeneinander aufgehetzt, geistige Bürgerkriege angezettelt und Öffentlichkeiten vergiftet werden. Sämtliche vermeintlich westlichen Errungenschaften hatte Deutschland bzw. hatten deutsche Länder längst selber verwirklicht, bevor das Reich von den Wikinger-Nachfolgern als Konkurrent erkannt und unter tätiger Mithilfe speziell des Herrn Hitler und seiner Anhänger beseitigt wurde. Der "faustische" Drang nach Erkenntnis, die Neugier auf andere Kulturen, die Beglückung des gesamten Erdballs mit der größten je erdachten und empfundenen Musik, mit Philosophie und Dichtkunst, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Erfindungen, all das war ganz ohne "Verwestlichung" und Demokratie gut deutsch, ja bei Lichte besehen muss sich das Land der Kaiserwahl, der Deutschen Städteordnung und des Allgemeinen Preußischen Landrechts nicht einmal in dieser albernen Kategorie Defizite vorwerfen lassen. Und den Rechtsstaat haben die Preußen ganz allein etabliert, die Freiheit der Rede sowieso. Womit die beiden einzig wichtigen Kriterien benannt sind, für die es sich in einem Gemeinwesen zu kämpfen lohnt.

Fast alle Deutschen, denen ich mich verbunden oder geistesverwandt fühle, sind freilich lange tot. Aber sie verkörpern mein Vaterland. Dass meine meisten heutigen Landsleute nichts vom guten Leben verstehen, sich nicht zu kleiden wissen, schlimme Rechthaber und Schulmeistertypen sind, mit denen keine elegante Konversation möglich ist, weil sie immer diskutieren, missverstehen und denunzieren müssen, dass sie kein Verhältnis zu den Wonnen der Dekadenz haben, dass sie Dreck essen, um passable Autos fahren zu können, dass die meisten Frauen aufgehört haben, daran zu glauben, dass sie Frauen sind, sich nicht schminken, allzeit auf flachen Sohlen gehen, viele Nahrungsmittel "nicht vertragen" und ständig irgendwelche geheimnisvollen Rechte einklagen, vor allem, wenn es ihnen an Talent mangelt, dass den meisten Deutschen jeglicher Schönheitssinn fehlt, dass sie ihre Sprache "geschlechtergerecht" versauen und alle vier Jahre Charakterlarven in Parlamente wählen, die ihre Interessen doch nicht vertreten werden, dass die Deutschen kein Kulturvolk (mehr) sind, nicht mehr an die nächsten Generationen glauben und vor allem: dass dieses geplagte Land seit Jahren die Grünen hat, ein böses, ekelrerregendes Leiden, das unter anderem geflügelte Furunkel aus ehedem reizenden Landschaften treibt und Selbsthasspsychosen auslöst, all das mag es einem durchaus verleiden, sein Dasein in Deutschland zu verbringen.

Gleichwohl lebt es sich auch heute noch recht kommod in einem Land, in dem auf Anruf sofort der Arzt und meist auch recht zügig (noch) die Polizei kommt, in dem die Flugzeuge nicht nur pünktlich fliegen, sondern nie abstürzen, die Straßen penibel gereinigt werden, Handwerker- und Liefertermine als verbindlich gelten, das Leitungswasser von besserer Qualität ist als die meisten Tafelwasser und man sich auf die ingenieurstechnische Gediegenheit von Häusern, Brücken, Seilbahnen, Automobilen und Atomkraftwerken mehr verlassen kann als irgendwo sonst auf der Erde. Das hat ebenfalls nichts mit „dem Westen“ oder „der Demokratie“ zu tun, sondern einzig mit der deutschen Mentalität, so wie Made in Germany oder der nach wie vor vergleichsweise geringe Wille zum Betrug deutsche Mentalität verkörpern; es gibt ja hinreichend viele Demokratien, wo überhaupt nichts und hinreichend viele westliche Staaten, wo wenig funktioniert. Demgegenüber verstehen sich etwa unsere linksrheinischen Nachbarn seit je und hinfort besser auf den Genuss des Lebens (also hinfort meint nur, bis kurz nach uns auch sie ausgestorben und durch andere Völkerschaften mit wahrscheinlich bestürzend anderer Lebensart ersetzt sein werden), und ich könnte ein vergleichbares Kurzplädoyer pro Frankreich halten, indem ich das alltägliche Funktionieren durch die alltägliche Kunst des savoir-vivre ersetzte, doch auch in diesem Falle wären die sogenannten westlichen Werte vollkommen vernachlässigbar.