Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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23. Januar 2019


Man wird sagen: Es war nicht alles schlecht in der BRD.


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Auf einer Pressekonferenz teilte der Bundesinnenminister heute mit, dass die Asylzuwanderung nach Deutschland 2018 "erneut deutlich zurückgegangen" sei, meldet die Welt. 162.000 Menschen stellten im gesamten Jahr erstmals einen Asylantrag. Inklusive Folgeanträgen gingen insgesamt 185.800 Anträge beim BAMF ein.

Zur Orientierung: Kassel hat 199.000 Einwohner, Saarbrücken 180.000, Potsdam 172.000, Heidelberg 160.000.

Insgesamt seien 2017 1,55 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen, 16,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwei Drittel davon "kamen aus der EU, Russland und der Türkei". Woher mag das dritte Drittel, immerhin eine halbe Million – sofern die Erstantragsteller dazugehören immer noch deutlich über 300.000 – stammen? Und gehören die Einwanderer aus der Türkei statistisch womöglich eher in jene Kategorie?

Nur 35 Prozent der Asylgesuche seien erfolgreich, heißt es weiter. Die anderen 65 Prozent werden trotzdem überwiegend in ’schland bleiben, weder säend noch erntend, aber doch genährt.

19,9 Prozent, also 32.000 Erstanträge, "gehen auf in Deutschland geborenen Kinder unter einem Jahr zurück". Und mit jeder Abtreibung wird Platz für einen neuen Willkommenen geschaffen. Wer deren Unterhalt bezahlt? Na der Genosse Maas, er lebe hoch! Hoch! Hoch!


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Die Stadt Hannover führt die "gendergerechte Sprache" ein. Lehrer werden zu Lehrenden, Wähler zu Wählenden – und die Prophet*in zu einer/m Prophezeienden. Wetten?


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Dass es rechtspopulistisch sei zu behaupten, nur deutsche Staatsbürger seien Deutsche, gelte mittlerweile bis zur CDU als durchgesetzt, bemerkt Freund ***. "Vielleicht sollte man die Kategorie der Grundgesetzpopulisten schaffen?"


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Ich habe vor ein paar Tagen einen Focus-Artikel über Michel Houellebecq gewürdigt, dessen Verfasser das Resümee und die Quintessenz seiner Betrachtung in der Frage bündelte, ob der "Provokateur" am Ende seine Skandälchen gar nicht aus irgendeiner Haltung anzettele, sondern um Auflage zu machen und nichts außerdem. Was dem bis zuletzt zweitbedeutendsten deutschen Nachrichtenmagazin niemand vorwerfen kann, dort gibt es nur Haltung und nichts außerdem, während man die Entwicklung der Auflage und Reichweite souverän ignoriert. Ab Seite 29 wird Wolfgang Schäuble im Interview mit bohrenden Fragen traktiert wie: "Sehen Sie angesichts von Krisen und Rechtspopulismus Ihr Lebenswerk in Gefahr?", "Ist die AfD, um im Bild zu bleiben, die Mannschaft, die laufend foult?" (wo also, um im Bild zu bleiben, Frank Magnitz sozusagen als Vidal bzw. Sergio Ramos agiert?) Ab Seite 34 kommentiert Armin Laschet den neuen Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich (ich hatte am Rewe-Regal nicht genug Zeit, in den den Text hineinzulesen). Seite 38 folgt ein ausführliches Interview mit dem CDU-Generalsekretär: "Wie hart muss man als rechte Hand von AKK sein, Herr Ziemiak?" Anschließend kündet ein Artikel von der Größe und Herrlichkeit des Aufbruchs in die Elektromobilität. Es folgt die Titelstory über den Nackenschmerz, der leider auch Menschen heimsucht, die Haltung zeigen (müssen). Im hinteren Heftteil, unter den Kurzmeldungen über die "Einflussreichen": Diplomatenempfang bei Steinmeier, vierzigster Geburtstag von Christian Lindner, Neujahrsempfang bei Markus Söder. Wäre es nicht eine Idee, das Heft in "AKK aktuell" umzubenennen, oder doch gleich in "Die aktuelle AKK"? Lebt eigentlich Angelika Unterlauf noch?


Zuletzt die gute Nachricht, verkündet von der ehemaligen Konkurrenz: Trotz sinkender Auflage steigt das Vertrauen in die Wahrheits- und Qualitätsmedien wieder. Bei immer mehr Menschen ist es so groß, dass sie sogar darauf verzichten können, sie zu lesen.


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"Ihre Ausführungen über den deutschen 'Verfassungsschutz' finde ich völlig richtig", schreibt Leser ***. "Es ist aber leider auch eine 'systemimmanente' Beobachtung bzw. Kritik. Haben Sie sich einmal gefragt, weshalb es in einer offenen demokratischen Gesellschaft einen 'Verfassungsschutz' braucht? Ich lebe in der Schweiz. Hier wird im Zuge der 'direkten Demokratie' die Verfassung jedes Jahr 3-4 Mal durch Volksabstimmungen geändert. Jeder Anhänger einer dieser Änderungen ist ein 'Verfassungsfeind', denn er möchte die bisher bestehende alte Verfassung durch eine geänderte neue Verfassung ersetzen. Diese Änderungen betreffen natürlich nur immer bestimmte einzelne Bereiche, aber es ist trotzdem jedes Mal eine 'Verfassungsänderung' (Gesamtschweizerische Volksabstimmungen betreffen immer nur die Verfassung). Und jetzt denken Sie sich einmal eine 'Verfassungsschutzbehörde' in der Schweiz. Der grösste Teil der Schweizer Bevölkerung wären 'Verfassungsfeinde'. Alle politischen Parteien der Schweiz müssten unter die Beobachtung dieser Behörde gestellt werden. Das ist die Situation in Deutschland, wo man sich in alter schlechter Tradition anmasst, mit einer Staatsbehörde die 'richtige' politische Gesinnung der 'Untertanen' zu bewerten und dann zu sanktionieren. Das ist einfach nur krank und auf diese Weise wird es eine gesunde lebendige Demokratie wie in der Schweiz niemals geben können. Unmöglich, ausgeschlossen, nada."

Genau, geehrter Herr ***, und deshalb muss das Grundgesetz ja so lange geändert werden, bis es keine verfassungsfeindlichen Stellen mehr enthält. "We work on it", wie Herr Zuckerberg in dieser Sache (im weitesten Sinne) einmal zu Frau Merkel sagte.


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In Minden sind zwei Mädchen von zwei Jungen trotz der deutschen Vergangenheit so sehr gemocht worden, dass eine von beiden beim Zicken unter einen Bus geriet und schwer verletzt wurde. Man kann darüber so berichten oder eben so. Aber es ist nicht nötig, darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Einzelfall handelt, nicht um eine Sache für #metoo oder #aufschrei, sonst nämlich #wirsindmehr, claro?


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"Neunzig Prozent der Experten sagen, der Klimawandel sei menschengemacht." – "Wie begrüßenswert, dass jetzt auch über wissenschaftliche Aussagen abgestimmt wird! Vor 500 Jahren waren übrigens mindestens 90 Prozent der Experten der Ansicht, dass die Erde eine Scheibe ist, aber die Kirche hat die Abstimmung damals noch blockiert."


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Das Gesicht der Demokratie in Frankreich, hergerichtet von Vollgummigeschossen und Polizeiknüppeln.

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"Stellen Sie sich vor, was hier loswäre, wenn solche Bilder aus Ungarn kämen", sagte Gauland im Bundestag.