Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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15. Februar 2019


"Die schönste Landschaft, die ich kenne, ist das Café Barratte bei den Pariser Hallen. Aus zwei Gründen. Ich machte daselbst die Bekanntschaft Germaines, die u.a. zischte: 'J' voudrais bien être bonne, si j' savais pourqoui.' Hämisch gestehe ich ein: ich erblaßte vor Freude. Und dann hat in diesem freundlichen Lokal Jean Kartopaitès, der sonst nur mit Herren ohne Stehkragen sich einließ, den Verkehr mit mir brüsk abgebrochen, weil ich so unvorsichtig war, den Namen Picasso fallen zu lassen."
Walter Serner, "Letzte Lockerung"


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Ungarn1


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Alexander Wendt findet klare Worte zum, vorsichtig formuliert, schäbigen Verhalten des Deutschen Journalistenverbandes gegenüber dem in Venezuela eingekerkerten Kollegen Billy Six. Und siehe da, Herr Yüzel solidarisiert sich.


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"Sehr geehrter Herr Klonovsky, zu den Ausführungen eines Lesers zum Merksatz des Herrn Walter E. Williams sei angemerkt: Die Differenz zwischen dem, was ich verdiene und dem, was ich bekomme, kann mitunter zu Zweifeln an der sozialen Gerechtigkeit führen. Herr Williams würde sich entschieden wundern, wie viele Gründe ich anführen würde, warum er so einiges nicht verdient und es dennoch bekommt. Leider ist es auch dem Libertären nicht gegeben, eine für alle wünschenswerte Gesellschaftordung parat zu halten. Der provokante Spruch des Herrn Williams ist auf ähnlich unterkomplexem Niveau wie Merkels ‚Wir schaffen das!’

Allein die Tatsache, dass Deutschlands Wirtschaftsordnung von Anfang ausdrücklich nicht der Freien Marktwirtschaft folgte, läßt so manchen Zweifel am Libertarismus zur Gewißheit werden. Nicht der sozialistische Auswuchs heute mit Födergeld-NGO und Geistes’wissenschaftler’-Rundumversorgung inklusive Relotius-Preis für die beste Idee zur Wiederrichtung der Sowjetunion. Nein, aber das Wirtschaftswunder eines solidarischen Gemeinwohls, mit Grundsätzen wie ‚Eigentum verpflichtet’, mit Strukturen, deren erklärter Wille es war, übermäßige Kumulation von Reichtum zu verhindern. Als David Ricardo seine Nationalökonomie formulierte, ging man von gleichberechtigten Partnern aus, die Verträge schließen. Wo um Himmels Willen soll ich denn heute unter Apple, Amazon, VW, Deutscher Bank und auf der anderen Seite Stamokap, SPD und GroKo oder meinem Arbeitgeber mit 100.000 weiteren Angestellten einen gleichberechtigten Partner finden?

Es ist ein wohlfeiler Wunschtraum des Libertären wie des Bolschewiken, seine Ideen würden schon zu einer besseren Welt führen. (...) Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht" (Ayn Rand, oder?) ist in etwa so praktikabel wie die Planwirtschaft im Ostblock, insbesondere, weil beide Modelle stumpf und dumm voraussetzen, dass alle mitmachen müssen. In irgendeiner Abhandlung über Libertarismus habe ich es sogar mal richtig blöde gelesen, dass man Polizei sehr wohl braucht, um den Libertären vor der Opposition zu schützen. Das Ende der Eskalationsspirale sieht dann wohl so aus, dass der letzte reichste Libertäre von den 50.000 Polizisten, die er noch bezahlen kann, vor dem Volk geschützt wird, das allesamt gelbe Westen trägt. (...) Die verkommene Gegenwart unserer linksgrünversifften 'DDR' 2.0 bedeutet nicht, dass ich den Rattenfängern des anderen Extrems unüberlegt auf den Leim krieche. Jap, ich bin über dieses elende Zitat auch befremdet, weil radikal Libertäre genau so Feinde der Demokratie sind wie Bolschewisten."



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Du lieber Himmel, ist der Kerl gut!


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Sie übrigens auch. Ich wiederum bin heute etwas "getümmelmüde" (Joachim Heinrich Campe).