Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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19. März 2019


Gestern Abend auf N24 Sendung über den Einsatz der Droge Pervitin – ein Ende der 1930er Jahre erfundenes Metamphetamin – bei der Wehrmacht. Der tremolierende Duktus des Beitrages läuft auf die Anschuldigung hinaus: Hitlers Armee war gedopt. Ähnlich wie im Falle Lance Armstrongs, dessen Überlegenheit über die anderen Gedopten ja auch deprimierend war, wird die Affäre wohl damit enden, dass man der Wehrmacht nachträglich sämtliche Siege aberkennt, vor allem den über Frankreich.


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In, wie man sagt, dürren Worten vermeldet die FAZ eine personelle Veränderung: "Holger Steltzner ist aus dem Kreis der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgeschieden. Die Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern war nicht mehr gegeben."

Was mag der Grund für den Vertrauensverlust gewesen sein? Wer auf der Webseite der Zeitung nach den Textbeiträgen des Vertrauensverspielers schauen mag, findet sie hier. Ein Beitrag fällt besonders ins Auge: "Die Rettung des Weltklimas hat hierzulande längst den Rang einer Ersatzreligion eingenommen." Nur Schelme vermuten einen Zusammenhang. Ein Kenner der Branche vermutet mit der ihn auszeichnenden Süffisanz ebenfalls ein Abweichen vom Pfad der Tugend als Trennungsanlass. Vielleicht räumt die Gazette ja den Zweifel aus...


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Das Phänomen der Koprolalie tritt auch im Bundestag auf, und ein spezieller Fall ist der nicht nur hochrotköpfige, sondern auch hochnotpeinliche "Schreihals" (A. Weidel) A. Hofreiter, wie man hier studieren kann. Oder sollte. Ja, vielleicht sogar sollte.


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Erinnern Sie sich noch an die vielstimmige, multimediale und überparteiliche Versicherung, der "Global Compact for Migration" sei ein rechtlich vollkommen unverbindliches Dokument, und wer das Gegenteil behauptet ein rechtspopulistischer Hetzer? In Kakanien, wo man den Stuss eh' nicht glaubte, sickert nun zuerst die Erkenntnis durch, dass die Hetzer wieder einmal richtig lagen. Die österreichische Außenministerin Karin Kneissl zitiert ein bisher nicht veröffentlichtes Gutachten der EU-Kommission, das "eine andere Meinung als die bisher kommunizierte rechtliche Unverbindlichkeit" vertrete (hier), und bereits ein paar Tage zuvor hatte Victor Orban angekündigt, die "bisher größte Lüge Brüssels" entlarvt zu haben; dem Ungarn zufolge werde der Juristische Dienst der EU-Kommission den Mitgliedsstaaten demnächst darlegen, dass durch bestimmte internationale Verträge der Migrationspakt für alle EU-Staaten bindend sei, auch für jene neun Mitgliedsländer, die den Pakt nicht unterzeichnet haben (hier). Wer Ohren hatte, zu hören, konnte beides – die baldige Rechtsverbindlichkeit des Paktes und das Überstimmtwerden der Neinsager – bereits am 12. Dezember aus dem Munde der Kanzlerin vernehmen, nämlich hier.


werde der Juristische Dienst der EU-Kommission den Mitgliedsstaaten demnächst darlegen, dass durch bestimmte internationale Verträge der Migrationspakt für alle EU-Staaten bindend sei, behauptete der Politiker der in der EU umstrittenen Regierungspartei Fidesz. Das werde auch für jene neun Mitgliedsländer – darunter Ungarn und Österreich – gelten, die den Pakt nicht unterzeichnet haben. - derstandard.at/2000099285226/Orban-will-bisher-groesste-Luege-Bruessels-entlarvt-hab        


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"Dass Sie ungeprüft auch menschenverachtenden Unsinn veröffentlichen, enttäuscht mich", schreibt Leser *** und meint die Darlegungen eines anderen Lesers zum Einsatz von Uranmuntion durch die Nato im Krieg gegen Serbien (Acta diurna vom 12. März).
"Sowohl Sie, wie auch der andere Schreiberling, sollte sich die langfristigen Folgen zu Staub zerschossener und verbrannter Uran 238 Munition vor Auge halten. Der Staub wird inkorporiert und tut dort in der Lunge sein langfristiges Zerstörungswerk. Der äußere Kontakt mit einem Alpha-Strahler ist zwar harmlos, im Körper jedoch verheerend. Sehen Sie sich zumindest einmal entsprechende, sehr substantiierte Beiträge zu den schrecklichen Folgen und den missgebildeten Kindern an!"

Nun, geehrter Herr ***, ich habe auf zwei Beiträge zu den Folgen verlinkt, nur deshalb hat mir der von Ihnen gerügte Leser überhaupt geschrieben. Ähnlicher Ansicht zur nachträglichen Gefährlichkeit der Munition wie Sie, aber was den Grund betrifft deutlich von Ihnen abweichend, äußert sich Leser ***:

"Der weitverbreitete Irrtum über die meisten radioaktiven Substanzen – in der Regel Metalle – ist die vermeintlich tödliche Wirkung der Radioaktivität. Die Gefahr liegt darin, dass es sich überwiegend um Schwermetalle handelt, die alle hochgiftig sind. Jetzt wird niemand Uranmunition schlucken, was im Stück verzehrt wohl auch nicht tragisch wäre, jedoch ist das Einatmen von Stäuben dieser Metalle schon sehr ungesund bis tödlich. Sind diese Geschosse auf irgendetwas aufgetroffen (muss schon sehr hart sein) und zerbröselt, dann sollte man sich nicht in dieser Umgebung ohne entsprechende Schutzmaßnahmen aufhalten.
Darin liegt übrigens eine ziemliche Perversion dieser in der Regel als panzerbrechende Waffe eingesetzten Munition: reicht das Loch in der Panzerung nicht oder die Explosion, zerstäubt das Zeugs oder verbrennt. Da bleibt dann wegen der Giftigkeit niemand am Leben."

Insofern habe ich also mit meiner Veröffentlichung nichts weiter getan, als versucht, in einer Sache, in der ich mich nicht auskenne, eine Gegenmeinung zuzulassen. Freilich meint auch Freund ***, in dem Briefschreiber einen Handlungsreisenden zu erkennen, und notiert:

"Das Pentagon alleine beschäftigt (Stand 2009) 27.000 festangestellte Forentrolle (hier). Weniger werden es seither wohl nicht geworden sein, und wieviele 'PR-Berater' beispielsweise für die NATO arbeiten, lässt sich nur grob schätzen. Ich habe mir über die Jahre mit etlichen dieser Gestalten zahllose Auseinandersetzungen in etlichen Foren und Kommentarbereichen geliefert und erkenne meine Schweine am Gang. Heute fehlen mir dazu Zeit und Lust, zumal die meisten Kommentarbereiche deutscher Mainstream-Medien inzwischen derart zensiert werden, dass für Abweichler ohnehin kaum mehr was zu reissen ist.
Auch in diesem Fall verspüre ich wenig Lust, meine Zeit mit Berufslügnern (oder wider Erwarten authentischen PR-Opfern) zu verplempern, aber ein paar Links – aktuelle wie historische – habe ich immer auf Lager."

Wen die Sache also interessiert, Sie finden die besagten Links hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier.


Nachtrag vom 20. März: Leser ***, der den Brief schrieb, auf den sich diese Debatte hier bezieht, legt noch einmal nach:

"Im Zusammenhang mit meinen Ausführungen zur Uranmunition bin ich offensichtlich zur schillernden Persönlichkeit geworden: menschenverachtend, vom Pentagon bezahlt, weitverbreiteten Irrtümern unterliegend und sogar PR-Opfer. Hut ab! Nichts dergleichen hat auch nur die geringste Schnittmenge mit der Realität.
Einige Jahre des Studums von Chemie und Physik, sowie das Zuendedenken von Sachverhalten brachten mich wohl eher dazu mich zu äußern als das Salär von Donald himself. Ich gehe nicht auf die einzelnen methodischen Fehler meiner Kritiker ein, insbesondere die Verallgemeinerung von äußersten Extremsituationen auf ganze Landstriche oder gleich Länder. Sogenannte 'substanziierte Beiträge' liegen zu wirklich jedem Mist vor. Glyphosat, Klimawandel, Chemtrails, die Nazis auf der Rückseite des Mondes. Ebenso die Stichworte Monokausalisierung, Dosis, Konzentration, Abschätzung von Skalen.
 
Aus der Wikipedia (und die ist weder von rechts noch von der Atomlobby unterwandert): Nach Studien der WHO und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegt keine besondere Gefährdung vor. Im WHO guidance on exposure to depleted uranium heißt es explizit, dass keine Studie eine Verbindung zwischen Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten finden konnte (No study has established a link between exposure to DU and the onset of cancers or congenital abnormalities.). Kritiker bemängeln die Methodik und werfen den Studien mangelnde Unabhängigkeit vor. Gegner der Uranmunition fordern die Durchführung neuer Auswertungen und Bewertungen. Na klar, Ergebnis paßt mir nicht, nochmal!

Ebenfalls lesenswert: Manfred Haferburg: Im Land der Verstrahlten, achgut.com 18.03.2019 (Besonderes Augenmerk auf die beschriebenen Luftkurorte, auch in Deutschland).

In einem Bereich des Irak sind die Krebserkrankungen von 2004 bis 2009 signifikant angestiegen. Es konnte meines Kenntnisstandes nach kein schlüssiger Zusammenhang mit Uranmunition nachgewiesen werden.

Ohne zu behaupten, dass irgendetwas davon den Tatsachen entspricht, nur als Möglichkeit: Diagnoseraten können auch stark steigen durch neues medizinisches Gerät, die Einführung einer Krankenversicherung oder gewollte Sensibilisierung der Bevölkerung. Oder gewollte Manipulation der Bevölkerung! So ähnlich wie die Häufigkeit von UfO-Sichtungen nach UfO-Sendungen. Oder Leute, die heute im Straßenverkehr NO2 riechen können, obwohl das kategorisch ausgeschlossen ist. Diese Liste sonderbarer Fähigkeiten läßt sich endlos fortsetzen. Googlen Sie mal Reifengas! Ja, offtopic, aber sehr erheiternd, was im Zweifelsfall alles als Argument gilt. Nochmal, ich behaupte nichts dergleichen, lese aber auch nichts darüber, dass auch nur irgendetwas systematisch ausgeschlossen wurde.

Es sei mir also nachgesehen, wenn ich die Vorwürfe, insbesondere 'menschenverachtend' zurückweise. Es ist mitnichten menschenverachtend, wenn man das Wunschdenken Anderer nicht vorbehaltlos unterstützt.

Im Speziellen sei auch darauf verwiesen, dass sich meine Hauptargumentation auf den Einsatz der NATO gegen Serbien bezog, nicht auf den Irak-Krieg. In Serbien fand kein massiver Bodenkrieg statt! Oder doch, na gut, in Gesamt-Jugoslawien. Hat zumindest irgendwer wenigstens mal die Frage gestellt, ob serbische Truppen über Uran-Munition verfügten? Paramilitärische Einheiten von panslawistischen Brüdern aus Rußland damit unterstützt wurden? Nur Fragen, aber hat sie einer gestellt???

PS:ch habe mir die Mühe gemacht, die Link-Sammlung am unteren Ende der Uran-Geschichte durchzugehen. Sorry, dass ich so überaus deutlich werden muß. Von starker Tobak über dreiste Geschichtsklitterung bis zu Brachialschwachsinn. Insbesondere der YouTube-Beitrag "Deadly Dust - Todesstaub" schießt auf eine Art den Vogel ab, dass ich kaum Worte dafür finde, druckreife schon gar nicht. Die Links sind von dem Herrn, der seine Zeit nicht mit Berufslügnern verschwenden will?!?"


Nachtrag zum Nachtrag:

"In gebotener Kürze: Wie immer im Krieg begann es mit Lügen", repliziert Freund***, "und die Lügen nehmen nach 20 Jahren kein Ende. Trollseminar Grundkurs: Keinesfalls die Hinweise auf Mondnazis und Ufos vergessen! Und wer ein 78-tägiges NATO-Bombardement als 'pädagogische Maßnahmen' verniedlicht, hat sich das Attribut 'menschenverachtend' redlich erarbeitet."

So, jetzt ist das Forum geschlossen.


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Die Systemtheorie liefert die bislang ambitionierteste Erklärung des Phänomens, dass deutlich mehr Menschen Boris Becker kennen als Jürgen Habermas. Warum aber überhaupt jemand Habermas kennt, dafür hat auch diese schöne Theorie keine Erklärung, wobei zu ihrer Ehre gesagt sein muss, dass sie es auch nicht versucht.