Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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11. April 2019


Heute, geneigter Leser, möchte ich Ihre geschätzte Aufmerksamkeit auf drei Youtube-Mitschnitte lenken.

Der erste ist ein Interview, welches der wegen einer Wahraussage geschasste einstige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen in der sozusagen ungarischen ARD gab, in dem er Merkels Willkommenspolitik kühl kritisiert und düstere Prognosen für die Zukunft stellt (hier).

Der zweite zeigt die Antworten der Kanzlerin auf die Fragen des Abgeordneten Gottfried Curio, AfD, ob sie künftig die deutschen Grenzen gegen illegale Einwanderer zu schützen gedenkt (um die Antwort vorwegzunehmen: nein/ hier).

Der dritte wiederum präsentiert ein hochbedeutendes Gespräch mit einer echten Konifere der deutschen Publizistik bzw. Poesie über deren bzw. dessen persönlichen Werdegang, das kein kultivierter Eckladenbesucher versäumen sollte (hier – aber glauben Sie nicht, die titelgebende Frage werde wirklich beantwortet).


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"Sehr geehrter Herr Klonovsky, Sie verstehen das nicht. Einem Hochqualifizierten werden 1000 Wissenspunkte zugerechnet. Wandert der ab, muss man 1000 Wissenspunkte ersetzen. Also 10 Migranten mit 100 oder 100 Migranten mit 10 Wissenspunkten. Deshalb benötigen wir Millionen Zuwanderer. Alles berechnet. Von linksgrünen Experten."


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Wiedervorlage:

Er war der durchaus traurige Fall einer publizistischen Existenz. Nie wurde ein origineller Gedanke in seinem Kopf vorstellig, nicht einmal ein eigener. Nie fiel ihm eine Formulierung ein, die er nicht schon anderswo gelesen hatte. Die Schönheiten des Denkens, der Sprache, der Künste und auch die Frauen blieben ihm verschlossen. Die Lektüre längerer und komplexer Texte fiel ihm schwer, deutlich schwerer zumindest als das Posten eigener Kommentare im Internet, in denen zuverlässig stand, was er anderswo aufgeschnappt hatte. Jeden Morgen stand er vor dem gleichen Problem: Wie verschafft man sich Aufmerksamkeit ohne jegliches Talent? Er fand keinen eigenen Weg, aber immerhin einen breitest ausgelatschten Pfad. Er kämpft jetzt "gegen rechts", artikuliert sich allerdings viel schriller als die meisten seiner Mitkämpfer, denn im Chor fällt bekanntlich nur auf, wer lauter oder falscher singt als die anderen. Er heftete sich außerdem als stigmatisierende Klette an ein paar Talentiertere mit falschen politischen Ansichten, um wenigstens als Aftermeiner in die elysischen Gefilde des Wahrgenommenwerdens zu gelangen. Mit seinem tobsuchtsnahen Konformismus fand er Aufnahme in einige zeitgeistfromme, nur leider nichtkommerzielle Webportale. Sogar ein trendhöriger Buchverlag erbarmte sich seiner. Hätte der Arme einen Funken Begabung, es würde sich vielleicht sogar jemand seinen Namen merken.

(Acta diurna, 15. Mai 2016. Natürlich könnte man den Text auch "gendern".)