Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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23. April 2019


Hetze
, die: anderer Leute von der offiziell gewährten Einheitsmeinung abweichende Ansichten, sofern öffentlich vorgetragen


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Gestern schoss es mir wie Heilands-, quatsch, wie Prophetenworte durchs Hirn: Es kann nicht sein, dass dieser Menschenschlag, dass die Kipping-Eckardts, Maasens, Kaubes, Kauders, Klebers, Stegners, Hofreiters, Restles e tutti quanti am Ende die Oberhand behalten. Es soll nicht nur nicht sein, es kann nicht sein.

Nochmals mit Brecht: "Sehend deine Haltung, interessiert mich dein Ziel nicht."


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Ein "Thema für eine volkskundliche Dissertation" schlägt Leser *** vor: "Der nicht zimperliche Volkshumor verunstaltet Wahlplakate." Ein erstes Beispiel liefert er gleich mit.

Wahlplakat
                                   

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Nachrichten aus der Endzeit:

"Cher M.K., soeben aus Germania zurück, wo ich mehrere Tausender vom Konto in Sicherheit bringen mußte. Auf dem Hinweg Nächtigung in Nördlingen, Hotel Zur Sonne, ehemals Kaiserhof. Warum? Eine holzgeschnnittene Tafel im Flur kündet vom Folgenden:
Dieses Haus, in früheren Zeiten bekannt als Kaiserhof, beherbergte:
1487 Kaiser Friedrich III.
1489, 1495 u. 1500 Kaiser Maximilian I.
1547 Kaiser Karl V. und
1548 mit dem König v. Spanien u. d. König v. Ungarn
1558 Kaiser Ferdinand I.
1788 Wolfgang v. Goethe
1810 König Max Josef.

Leider bot die Holztafel keinen Platz mehr für:
2019 *** & Gattin auf der Durchreise. Nun denn...

Das Hotel liegt schräg gegenüber von St. Georg, der schönen spätgotischen Stadtkirche mit hohem Turm, der einstmals höher als jener des Ulmer Münsters werden sollte, was aber schließlich an mangelnden Reichstalern scheiterte. Oben im Turm ruft ein extra bestallter Türmer zur vollen Stunde von 22 - 24 Uhr – nach den verhallenden Glockenschlägen – sein 'So, G'sell, so' zweimal in die Runde.
Auf dem Kirchplatz, vor dem Hotel und dem Eiscafé sechs unbegleitetete Jugendliche beiderlei Geschlechts – vom Typ her Eritrea/Somalia/Athiopien – in den üblichen flotten Klamotten mit Knopf im Ohr und aufs Telefönchen in der Hand glotzend. Bestellen Latte macchiato oder sonstwas beim Kellner, der vom Akzent her zu urteilen aus den Gebieten jenseits der Weichsel kommen muß.
Der *** beklagt, daß er kein Personal finden kann, schon gar nicht unter den Zugewanderten. Er meint noch, abends schlichen nur einige Omas mit Rollator über den Platz, dann wäre dort noch das G'schell (oder so ähnlich*) – sowas wie die unterste Liga der deutschen Bewohner – und ‘ca. 20 Schwarze'. 'Und die sind gefährlich', meint er auch noch. Das ist also eine Impression aus Nördlingen im Nördlinger Ries, einem Meteorkrater, der 13 Millionen Jahre alt sein soll."

* "G'schwerl" müsse es lauten, meint Leser ***.


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Ich sage ja zum Klimawandel! – Den amüsantesten Text zur schwedischen Heimsuchung und ihren deutschen Bekennern hat Robert von Loewenstern auf achgut geschrieben; Satz für Satz ein Gaudium und Labsal. Ich erlaube mir, hier einen Passus daraus einzurücken – die Auswahl fiel mir schwer –, den gesamten Text finden Sie hier.

"So, wie das IPCC zum Klima und den Folgen seine 'Schätzungen von Schätzungen von Schätzungen' abgibt, erlaube ich mir mit gleichem Recht und ähnlicher Substanz daher meine eigene Prognose: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird, nicht einmal die Erderwärmung. Im Grunde geht es nur um die Frage, wer sich sinnvollerweise wem anpasst: wir dem Klima oder das Klima sich uns? Bereits Darwin erkannte, dass das Geheimnis des Menschenerfolges nicht in außergewöhnlicher Stärke oder Schnelligkeit liegt, sondern in der humanen Flexibilität. Sich auf den Klimawandel vorzubereiten, erscheint mir daher spontan zweckmäßiger, als das Klima beherrschen zu wollen.

Im Zweifel ist dieser Weg auch deutlich billiger. Wer ständig wechselnden Vorhersagen hinterherläuft, verschwendet schnell eine Menge Zeit und Geld in die Abwehr von Gefahren, die sich später als Phantome erweisen. Hinzu kommt, dass die Menschheit erfahrungsgemäß fortschreitet. 

Moden ändern sich. Ich persönlich setze darauf, dass Ahnung gegen Meinung irgendwann wieder die Oberhand gewinnt. Meine Prognose ist, dass sich die Weisheit 'Für Schnitzel müssen Schweine sterben' in spätestens 30 bis 60 Jahren erledigt hat. Filets und Nackensteaks werden dann in der Biofabrik geboren, ganz ohne umgebendes Huftier. In 50 bis 80 Jahren werden wir jedes beliebige Lebewesen per Gentechnik zusammenbasteln können, auch irgendwelche Mikroben, die CO2 aus der Atmosphäre knabbern, falls nötig.

Natürlich werden solche Innovationen nicht in Deutschland stattfinden, das werden die Zeugen Gretas (vormals Die Grünen) zu verhindern wissen. Aber die Welthandelsorganisation Amazon (vormals WTO) wird dafür sorgen, dass wir auch im EU-Verwaltungsbezirk Hunnia (vormals Deutschland) ein paar Lieferungen aus China abkriegen.

Alles in allem meine ich: Erderwärmung ist sozial, gerecht, fortschrittlich, beherrschbar und mit einiger Sicherheit billiger als der Versuch, sie zu verhindern. Deswegen bin ich dafür, und ich wundere mich, dass das sonst niemand ausspricht.

Da ich nach meinem Outing nichts mehr zu verlieren habe, bin ich entschlossen, eine Bewegung zu gründen. Arbeitstitel: WiB – Warm is Beautiful. Eine spätere Parteigründung ist nicht ausgeschlossen (Arbeitstitel: WfD – Wärme für Deutschland). ...

Die erste Aufgabe von WiB wird sein, dem Nachwuchs zu vermitteln, dass er sich den Flachspruch 'Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen' in die Haare schmieren kann. Die Erde gehört den Erwachsenen, wie bereits ein kurzer Blick ins Grundbuch beweist. Das ist auch gut so, denn Kinder würden den Planeten in Nullkommanichts kaputthauen, wie jedes Spielzeug."

Die Heilsdurchglühten zur Demo – die Heiteren an den Tisch!