Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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19. Mai 2019



In einem geistig gesunden Land ignoriert man Intellektuelle, wenn ihre Theorien in deutlichem Widerspruch zur Realität stehen. In Deutschland ignoriert man die Realität, wenn sie sich nicht den jeweils angesagten Theorien fügt.


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Die gelehrigen Adepten des kleinen Doktors an der Hamburger Relotiusspitze haben eine großartige Titelstory aus dem Berliner Führungsbunker zutage gefördert. Dem klassischen "Après nous le déluge!" der Madame de Pompadour, die sich noch in die Weltgeschichte hineinmauseln musste, hat die bedeutendste, renommierteste, wichtigste und auf bescheidene Art glanzvollste Frau der Welt ein von empathiebegabten Angehörigen der Wahrheits- und Qualitätspresse verliehenes "Après moi les ténèbres" ("Nach mir die Finsternis" bzw. "baedi alzalam") mindestens gleichwertig beigesellt. Leider fand das politische Testament der Kanzlerin keinen Weg in die Printausgabe des bedeutendsten, renommiertesten, wichtigsten und auf bescheidene Art glanzvollsten Magazins in 'schland. Gottlob hat Jan Böhmermann, der momentan all seine Kräfte für die Rückgewinnung der Ostmark benötigt, mir das Dokument zugespielt. Ich reiche es hier exklusiv nach.


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Mein politisches Testament.

Seit ich 1989 als Freiwillige meine bescheidene Kraft gegen die zweite dem Land aufgezwungene nationalistische Restauration einsetzte, sind nunmehr über dreißig Jahre vergangen.

In diesen drei Jahrzehnten haben mich bei all meinem Denken, Handeln und Leben nur die Liebe und Treue zur Menschheit und zum Klima bewegt. Sie gaben mir die Kraft, schwerste Entschlüsse zu fassen, wie sie bisher noch keiner Sterblichen gestellt worden sind. Ich habe meine Zeit, meine Arbeitskraft und meine Gesundheit in diesen drei Jahrzehnten verbraucht.

Es ist unwahr, dass ich oder irgendjemand anderer in Deutschland den Krieg in Syrien, den Brexit, die Braunkohle, den Verbrennungsmotor und die Wahl von Donald Trump gewollt haben. All das wurde gewollt und angestiftet ausschließlich von jenen nationalistischen Staatsmännern, die entweder völkischer Herkunft waren oder für isolationalistische Interessen arbeiteten. Ich habe zuviele Angebote zur Vertiefung der EU und zur globale Migration gemacht, die die Nachwelt nicht auf alle Ewigkeiten wegzuleugnen vermag, als dass die Verantwortung für den Ausbruch des Rechtspopulismus auf mir lasten könnte. Ich habe nie gewollt, dass die Atomkraftwerke weiterarbeiten und die Migration unter Integrationsvorbehalt gestellt werden muss. Ich habe nie behauptet, dass die multikulturelle Gesellschaft gescheitert sei. Es werden Jahrhunderte vergehen, aber aus den Ruinen unserer Städte und Kunstdenkmäler wird sich der Hass gegen die verantwortliche Kreise immer wieder erneuern, denen wir das alles zu verdanken haben: dem internationalen Rechtspopulismus und seinen Helfern.

Nach einer Energiewende und einer Grenzöffnung, die einst in die Geschichte trotz aller Rückschläge als ruhmvollste und tapferste Bekundung des Weltrettungs- und Buntheitswillens von Menschen, die schon länger hier leben, eingehen werden, kann ich mich leicht von der Stadt trennen, die noch die Hauptstadt dieses Siedlungsgebietes ist. Da die Kräfte zu gering sind, um dem populistischen Ansturm gerade an dieser Stelle länger als bis zum Ende der Legislaturperiode standzuhalten, werde ich nach dem Ende meiner Amtszeit oder etwas früher den Kampf in Brüssel, bei den Vereinten Nationen oder anderswo in Übersee fortsetzen. Außerdem will ich nicht Rechtspopulisten in die Hände fallen, die zur Erlustigung ihrer verhetzten Massen ein arrangiertes juristisches Schauspiel benötigen.

Dass ich Ihnen allen meinen aus tiefstem Herzen kommenden Dank ausspreche, ist ebenso selbstverständlich wie mein Wunsch, dass Sie deshalb den Kampf unter keinen Umständen aufgeben mögen, sondern, ganz gleich wo immer, ihn gegen die Feinde der Globalisierung und der Verwandlung monoethnischer Gesellschaften in bunte, multiethnische weiterführen, getreu den Bekenntnissen des großen Coudenhove-Kalergi.

Aus dem Opfer unserer Kämpfer gegen rechts und aus meiner eigenen Verbundenheit mit ihnen wird in der Weltgeschichte so oder so einmal wieder der Samen aufgehen zur strahlenden Wiedergeburt der internationalsozialistischen Bewegung und damit zur Verwirklichung einer wahren klimaneutralen Menschheit.

Ich bitte Sie, am weiteren Kampf zur Rettung Europas, Afrikas und Amerikas unter Einbeziehung eines seit Jahrhunderten zu diesen Kontinenten gehörenden Islams teilzunehmen. Mögen Sie sich dessen bewusst sein, dass unsere Aufgabe, der Ausbau des Weltstaates, die Arbeit kommender Jahrhunderte darstellt, die jeden einzelnen verpflichtet, immer dem gemeinsamen Interesse zu dienen und seine eigenen Vorteile demgegenüber zurückzustellen. Die Grenzen haben unter allen Umständen geöffnet zu bleiben.

Vor allem verpflichte ich die Führung Europas und die Menschen da draußen im Land zur strikten Einhaltung der Vielfalt und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter, den Rechtspopulismus.

Gegeben zu Berlin, den 18. Mai 2019, 0.05 Uhr


Als Zeugen:

Beate Baumann
Volker Kauder
Peter Altmaier
Per skype: Barack Obama


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Leser *** macht mich auf eine Bemerkung der allerhellsten Kerze auf der Bundestagstorte aufmerksam, die ich – selbstredend – verpasst habe (die Erklärung, weshalb, finden Sie im unten verlinkten Video). Nach einer Rede des Abgeordneten Jürgen Braun, AfD, erklärte die Bundestags-Vizepräsidentin Cl. Roth: "Ich möchte darauf hinweisen, dass hier demokratisch gewählte Abgeordnete sitzen aus demokratischen Parteien und Herr Braun, ich wäre sehr vorsichtig mit dem Zitat 'Altparteien' in diesem Zusammenhang. Aus der allerdunkelsten Geschichte ist dieses Wort zitiert worden immer wieder von Joseph Goebbels, und ich gehe davon aus, dass Sie das nicht zitieren." (hier ab 11.15)

Hitler, Goebbels et al. sprach freilich immer von "Systemparteien". Von "Altparteien" ist indes und wahrscheinlich erstmals in der jüngeren BRD-Parteienlandschaft die Rede in der Präambel des 1987er Bundestagswahlprogramms – der Grünen. Dort lautet gleich der erste Satz: "2,2 Millionen Bundesbürger/innen haben am 6. März 1983 dafür gesorgt, daß im Bundestag eine wirkliche Oppositionspartei vertreten ist, die grundlegende Alternative zum zerstörerischen Kurs der Altparteien zu bieten hat: Die Partei DIE GRÜNEN." Damals bereits mit von der Partie: Frau Roth. Der folgende Redner, ein Sozi und also per definitionem historisch ahnungslos, bedankte sich für die historisch endaufgeklärte Rüge aus dem Präsidium. Wir schließen uns an. Die Bundestagsvizepräsidentin hat bezeugt, sie glaube, dass ihre Partei weiland mit Goebbels-Terminologie in den Wahlkampf gewalzt ist.

Man wird halt schneller zur Altpartei als gescheit.

PS: Es wird noch besser: Frau Roth spricht 2012 in einem Interview selber von "Altparteien" (hier bei 1.23,30). Abgrundtiefe Verlogenheit oder Amnesie?

PPS vom 20. Mai: Inzwischen gibt es eine Kurzversion, hier.


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Aber die Sonntage immer den Narrenfreien! In letzter Zeit rede ich dauernd von Kretins. Sogar, wenn mich junge Menschen zum Interview bitten. In diesem Falle sollten Sie sich aber ein Glas Wein nehmen und für ein halbes Stündchen in irgendein trauliches Kabuff retirieren, bevor Sie dieses muntere Zwiegespräch anklicken.