Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

21. August 2019


Nein, immer diese Sachsen (V = Vogtlandkreis):

IMG 5460
 
Im Gegensatz zum "Egotronic"-Video über einen von Nazis halluzinierten Anschlag auf Matusseks Geburtstagsparty (siehe auch Acta vom 15. August) ist das natürlich ekelhaft, menschenverachtend und fällt wahrscheinlich demnächst unter das (bzw. dem) Straßennetzwerksdurchsetzungsgesetz.


                                    ***


Mein gestriges bzw. ewiggestriges Sinnieren über die DDR im Lichte der späten Bundesrepublik verleitet Leserin *** zu folgender Aussage:

"In der DDR wusste man, in großen Gruppen ist sicherlich einer bei der Stasi und man vertraute nicht jedem alles an. Heute ist keiner mehr bei der Stasi, dennoch ist der Druck geblieben, bei politischen Äußerungen vorsichtig zu sein. Ähnlich wie Sie sehe ich, dass während der DDR-Zeit in den Betrieben, in denen ich arbeitete, nicht alles, aber recht viel offen besprochen und diskutiert werden konnte. Heute ist im Betrieb die Politik ein so gut wie völliges Tabuthema. Niemand – aber wirklich niemand – traut sich, darüber zu reden."

Es ist eben ein Unterschied, ob man die hinterfotzige Stasi gegen sich hat oder die offene Zivilgesellschaft.


                                    ***


Leser *** schreibt aus Paris: "Das Hotel Plaza Athénée, einst der absolute Gipfel französischer Hotelkultur, eingerichtet mit den schönsten Möbeln und kostbarsten Gemälden, ist nur noch ein vulgärer  7-Sterne-Dubai-Hyperluxus-Schuppen mit plüschig-glitzeriger Arschgeweih-Ornamentik und entsprechendem Publikum: Nach Geschlechtern getrennt herumlungernde Araberhorden, die Frauen in Schleiern, die Männer in Shorts, schwerst einparfümiert, gelangweilt glotzend oder schwätzend, die überfütterten Kinder an Daddelgeräten, alle Sitzgelegenheiten okkupierend, unbekümmerte Überheblichkeit, gepaart mit offensichtlich völliger Unbildung und Desinteresse an allem, was nicht Luxuskonsum ist. 
 
Ich bin mit meinen Eltern  damals mit dem dunkelgrauen Familien-Mercedes 600 nach Paris gefahren, da war ich vielleicht 10 oder 12. Man musste die ganze Fahrt über Kratzhose, Blazer und Krawatte tragen, aber man wusste weshalb. Nach fünf Stunden Fahrt angekommen ging’s die Champs-Elysées hinunter. In die Ave. Montaigne eingebogen, schwebten wir angemessen vor dem Plaza Athénée ein. Es eröffnete sich eine nie gesehene Wunderwelt der Feinheit, Vornehmheit und Eleganz, jedes Fenster mit eigener Markise, der Innenhof mit Efeu, Aubusson-Teppiche, Louis-Seize-Möbel, Konsolenpaare mit Ming-Vasen, Alte Meister, Beauvais-Tapisserien, vergoldete Bronzen, Mosaike und Tafelparkett. All diese Dinge nicht kennend, ahnte selbst ein Sextaner, womit man es hier zu tun hatte. Ringsumher höflichstes Personal, liebenswürdig und aufmerksam, gewohnt an gebildetes und großzügiges Publikum. Ein diskretes Flaneurschauspiel von sehen und gesehen werden mit unsichtbarer Regie. Dezentes Parfum der Damen, zitroniges Rasierwasser der Herren, die Damen in Chanel Kostümen mit Tagesschmuck, die Herren in perfekten Maßanzügen, unvergessliche Eindrücke von über Jahrhunderte kultivierter, unaufdringlicher Eleganz, wie sie in dieser Vollendung nur in Paris und London zu beobachten war.  
 
Eine Reise nach Paris und Wohnen im Crillon oder Plaza war für uns durchaus gebildete und halbwegs vermögende Provinzler so etwas wie eine Wallfahrt... Und nun: Ende, aus, vorbei. Temps perdu! Alles unwiederbringlich zerstört und erstickt in einer vulgären Zuhälterei von Geld und Bestechlichkeit."

Ich kann darauf, geehrter Herr ***, nur mit Don Nicolás antworten: "Es ist mir niemals wieder wichtig geworden, wo ich lebe, seit ich die geräumigen, großen und baufälligen Häuser sterben und die weiten einsamen Felder meiner Kindheit sich mit industriellem und menschlichem Unrat bedecken sah."


                                    ***


Apropos Zivilgesellschaft im Kampfmodus: Hier kommt jemandem die treffende Assoziation. An diesen Film fühlt sich in letzter Zeit mancher erinnert.


                                   ***


Nachtrag zu den Massakern von Dayton und El Paso: Die meisten Amokschützen sind Schwarze. "Looking at the data from the Mass Shooting Tracker, widely utilized by the media, as of this writing, of the 72 mass shooters, perpetrators in shootings that killed or wounded 4 or more people, whose race is known, 21 were white, 37 were black, 8 were Latino, and 6 were members of other groups. '51% of mass shooters in 2019 were black, 29% were white, and 11% were Latino.' — Boyd Cathey, Unz Review, August 13, 2019" (hier).