Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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28. August 2019


"Was Verantwortungslosigkeit und Arroganz angeht, sind Journalisten die einzigen Menschen, neben denen Rechtsanwälte gut aussehen."
Steven Brill


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Gleichwohl: "Das Gros der Journos, glauben Sie’s oder nicht, tut einfach seinen Job", schreibt der achtbare Branchenkenner Wolfgang Röhl. "Was manchen Menschen, vielleicht einem Drittel der Leserschaft, mittlerweile so elend auf den Geist geht, sind die Agenda-Setter. Die Politruks, die Haltungskommissare in den Politik- und Auslandsressorts. Und natürlich im Feuilleton oder was davon übrig geblieben ist. Leute, die auswählen, was Leute zu lesen haben, indem sie die Gewichtung von politischen Nachrichten und die Richtung von Kommentaren, deren An- und Zuordnung im Blatt bestimmen."



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Meine Ausführungen zu Pedro Almodóvar (Acta vom 26.) seien gar zu rosig, moniert ein guter Bekannter und schreibt:

"In der deutschen wikipedia kommt Almodóvar leider viel zu gut weg. Nicht nur, dass von seiner Involvierung in die causa Panama Papers (und seiner sehr unapettitlichen Reaktion: denn damals gab er dann einfach keine Interviews mehr an Journalisten, die ihn danach befragen wollten) nicht die Rede ist, sondern sein Einsatz für den Weltfrieden (sprich: gegen Israel) wird leider auch unterschlagen. 2014 (während des Raketenbeschusses aus und nach Gaza) initiierte er zusammen mit einigen seiner Schauspieler (Bardem und Penélope Cruz) eine Petition, in der Israel mitunter des Völkermordes bezichtigt wird und sich auch diese prächtige Passage findet:
'Israel es el país que más incumple las resoluciones de la ONU y que menos respeta los derechos humanos, es un país ocupante que ejerce prácticas de terrorismo de Estado.'
'Israel ist das Land, das am meisten gegen UN-Resolutionen verstößt und am wenigsten die Menschenrechte achtet, es ist eine Besatzungsmacht, die staatsterroristische Praktiken verübt.'

Amüsant auch noch, wie Almodóvars Kumpane Bardem sich gegen Antisemitismusvorwürfe verteidigte: 'Ja, mein Sohn ist in einem jüdischen Krankenhaus geboren, weil viele Menschen, die ich sehr mag und die mir nah sind, Juden sind, und weil jüdisch zu sein nicht synonym mit der Unterstützung dieses Massakers ist, genauso wie Hebräer zu sein nicht das gleiche ist, wie Zionist zu sein, und Palästinenser zu sein nicht bedeutet, Hamas-Terrorist zu sein.' Die alte Leier: Er hat nichts gegen Juden, solange sie keine Zionisten sind, d.h.: solange sie keinen eigenen Staat haben wollen. Die Araber, die vor ca. 50 Jahren auf die Idee gekommen sind, sich den Namen einer im jüdischen Nationalmythos (AT) auftauchenden, aber vor ca. 3000 Jahren verschwundenen Völkerschaft zuzulegen, seien hingegen ein Volk, das durchaus ein Anrecht auf einen eigenen Staat besitze, obwohl die Araber jetzt schon mehr als ein Dutzend Staaten besitzen (wodurch sie ja auch so viele Stimmen in der UN haben, dass die Verurteilungen Israels so gut wie immer gelingen: ein mohammedanischer Teufelskreis).
 
Almodóvar ist ein typischer linker Antisemit, der das Judentum als Hürde auf dem Weg zur Gleichheitsutopie begreift; in seinem Schaffen zeigt sich übrigens dasselbe Maß an Misandrie und postfaschistischer Hysterie wie bei Fassbinder. Der von Ihnen zitierte, Almodóvars Einsatz als mangelhaft befindende Schwulenaktivist dürfte wohl selbst für diese von Radikalen bevölkerte Szene ein Hardliner sein, der vermutlich erst zufrieden wäre, wenn homophobe Kinobesucher direkt an der Kinokasse abgewiesen würden. Denn die Homosexualität Almodóvars nimmt durchaus Einfluss auf sein Weltbild und sein (wenn auch zugegebenermaßen bewunderswertes) Schaffen, und zwar leider in reichlich penetranter Weise (und nicht, wie bei Thomas Mann oder Platen, als geheime Inspirationsquelle; davon ist Almodóvar weit entfernt). In 'La Mala Educación' können Sie beobachten, wie ein Schwuler die Welt sieht: die Kirche ist ein Verein von Heuchlern, Priester sind grundsätzlich schwul und damit recht eigentlich Renegaten, Transen sind die besseren Künstler, denn wer normal ist, bringt nichts Schöpferisches zustande etc. Der Film Todo sobre mi madre ist eigentlich nur von Frauen und Transen bevölkert, und die Hälfte ist heroinsüchtig und mit HIV infiziert. Den letzteren Film hat uns übrigens, in der zehnten Klasse, unser Spanischlehrer gezeigt auf unserer Studienreise.


Den neuen Film von Almodóvar habe ich nicht gesehen. Vielleicht zeigt er ja tatsächlich Anzeichen von Altersmilde, das kommt vor. Aber bei diesem Typus Künstler ist der Fall von Max Frisch oder Günter Grass eigentlich häufiger anzutreffen: im Alter verliert man völlig den Verstand und beginnt jeden, der mit einem nicht völlig übereinstimmt, als Faschisten zu beleidigen."



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Framing: Diverse Medien melden, der deutsche Staat habe einen zweistelligen Milliardenüberschuss "erwirtschaftet". Der Tagesschau zufolge ist die gute wirtschaftliche Situation der "Grund" für die "Mehreinnahmen". Wenn der Zentralrat der Wegelagerer ein besonders gutes Jahr verzeichnet, ist der Grund selbstverständlich darin zu suchen, dass andere gearbeitet haben und es besonders viel zu plündern gab.

Siehe auch: "Es fällt ein Zins nach nirgendwo..." (hier). Sie sind doch für den Weltfrieden? Für Europa? Die Klimarettung? Oder etwa nicht??

Passend dazu: Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, Sozi, Protestant und Ost- bzw. Mitteldeutscher (nicht alle haben daraus gelernt), verlangt nach mehr politischer Bildung bei Berufstätigen, also nach noch mehr Agitprop, "um der Gefahr des Rechtsextremismus effektiver zu begegnen" – also um den Arbeitenden ihr falsches Klassenbewusstsein zu nehmen. "Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen", erklärte der Schelm, der nach seiner Ausbildung zum Facharbeiter für Plaste- und Elasteverarbeitung keinen Tag mehr wirklich gearbeitet hat, denn die Berufstätigen seien "nicht in formalen Infrastrukturen politischer Bildung eingebunden und haben neben Job und Familie ein relativ geringes Zeitbudget zur Verfügung".

Die Gesellschaft ist gerettet, wenn die Satiriker verzweifeln.


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Leser *** hält das Mengenverhältnis: (einheimische) Singlefrauen – paarungswillige Männer für den entscheidenden Gesellschaftsindex, und dieses Verhältnis ist so schief wie noch nie. Statt einer Million Afrikaner, so ***, hätte Deutschland besser eine Million Ukrainerinnen einreisen lassen sollen. "Menschen, und besonders junge Menschen, interessieren sich nicht für Target-Salden, Enteignung über Nullzinspolitik, Kulturverlust, innere Sicherheit, wer den nächsten Airbus für den Urlaubsflug baut oder woher das nächste Smartphone kommt. Menschen, und besonders junge Menschen, interessiert fast ausschließlich das andere Geschlecht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Erst kommt das Vögeln und dann die Moral und alles andere. Durch den Flüchtlingswahnsinn strömten nun also hauptsächlich junge Männer in die Alterskohorte, welche durch den deutschen (europäischen) Geburtenrückgang – bei gleichzeitigem bereits vorhandenem hohen Migrantenanteil aus Ländern, in denen Frauen eben nicht machen können, was sie wollen – gekennzeichnet ist. Und schon steigt der Faktor auf 10?, 15? oder 20?"

Man müsse "einfach einmal anfangen, den jungen Männern (und allen anderen) zu erklären, dass auf eine Singlefrau, je nach Alterskohorte (oder auch nach Wohngebiet, Bildungsstand usw. usw.; damit könnten sich dann auch die Soziologen von dutzenden von Unis beschäftigen, wenn sie nicht ständig mit Propaganda und Frauenforschung beschäftigt wären) durchaus 10-20 Singlemänner kommen. Multikulturalismus gibt es nicht umsonst. Manche Gruppen bezahlen, andere Gruppen profitieren."
 
(Das gesamte Schreiben finden Sie – ergänzt mit dem offenen Brief einer Frau nach der Kölner Silvesterkirmes, in dem alle Wesentliche gesagt wird – hier.)


PS: Dass ich die Negierung des Prinzips: um die Frauen werbende und miteinander konkurrierende Männer, den Partner auswählende Frauen für einen Hauptgrund der orientalischen Rückständigkeit halte, habe ich hier gelegentlich ausgeführt. Die Idee, die Einwanderung am Geschlechterverhältnis der Singles zu orientieren, um die Gesellschaft zu befrieden, finde ich beherzigenswert.