Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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6. Oktober 1989, quatsch: 2019


"Скажи мне, кто тебя хвалит, и я тебе скажу, в чем ты ошибся."
Ленин


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Ich bin gespannt, wann der erste TV-Kasper, SPD-Hinterbänkler oder Prinzensänger, um ein "Zeichen gegen rechts zu setzen", zum Islam konvertiert.


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Es gilt mit einigem Recht als unanständig, in aller Öffentlichkeit zu onanieren, wie klein diese Öffentlichkeit auch sein mag. Der "politische Aktivist" (= versetzte Täter) Philipp Ruch ließ gleichwohl die Leserschaft des Kreuzberger Kinderstürmers an seinen feuchten Phantasien teilhaben. Deren Klimax liegt auf dem Terminus "Bürgerkrieg" (der beginnt übrigens damit, dass rustikale rechtsextreme Raufbolde den Peter Altmaier aus seinem Bürofenster werfen, was ja immerhin eine beachtliche sportliche Leistung wäre).

Natürlich weiß der ruchlose Zappelphilipp selber, welche tatsächliche Bürgerkriegspartei hier demnächst Aufsehen machen wird; ein Blick nach Frankreich genügt als Zukunftsschau. Warum aber dann solche wirklichkeitsfremden Bekenntnisse? Nun, es gehört zum Wesen des feuchten Traums, dass er das in der Realität Unerreichbare einbezieht; es ist anscheinend nicht nur keine Frau im Bett so gut, wie es sich ein Kerl in seinen Wichsphantasien ausmalt, sondern auch kein Bürgerkriegsbjörn. (Wahrscheinlich konvertiert der Ruch als einer der ersten.)


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Bei ihrer Rede zum Tag der deutschen Einheit warnte die Kanzlerin davor, ähnlich wie zu DDR-Zeiten "die Ursache für Schwierigkeiten und Widrigkeiten vor allem und zuerst beim Staat und den sogenannten Eliten" zu suchen, "denen man sowieso nichts glauben könne und die dem Einzelnen irgendwie nur im Wege sind". Ein solches Denken sei in ganz Deutschland zu beobachten. "Setzte sich ein solches Denken durch, führte das ins Elend." (Vergleichbares war zuvor von einem anderen Politiker mit Zonen-Pedigree zu vernehmen, freilich noch ohne DDR-Rückbindung.)

Nun heißt es grübeln. Warnt die Kanzlerin davor, die Ursache für Widrigkeiten bei den Eliten zu suchen, weil es zwar damals zutraf, aber heute nicht, oder warnt sie generell davor, weil es damals schon falsch war?

Allerdings geht jeder Versuch einer Exegese der Merkelschen Sprache von vornherein fehl, weil das eigentliche Ziel dieses schwammigen Rotwelschs ja gerade darin besteht, nichts Konkretes auszusagen, eine diffuse gute Laune im Sinne eines Ich kümmere mich schon, Ich habe alles im Griff zu verbreiten, aber zugleich jede Erwiderung, jede anschließende Debatte im Ansatz zu ersticken. (Ich sage das aus der heiklen Perspektive eines Autors, der sich auf Merkels Regierungserklärungen Antworten ausdenken muss.) Es wäre also müßig, der Kanzlerin vorzuhalten, dass sie kein Deutsch kann, auch grammatikalisch nicht, denn genau diese Zertrümmerung von Sprache, von Semantik, von Sinn ist ja intendiert. Dass ihre Reden aus ästhetischer Sicht abscheulich sind, bleibt davon unbenommen.


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Wir haben nur noch wenige Monate, um den Planeten vor dem teufelsmenschengemachten CO2 zu retten, und radikale Problemlagen erheischen radikale Lösungsvorschläge. Die etwas Älteren wissen noch, woraus Soylent Green hergestellt wurde, und ein schwedischer (= besonders progressiver) Forscher hat vorgeschlagen, die künftigen CO2-vermeidungsbedingten Ernährungsengpässe durch Menschenfleischverzehr zu kompensieren; "die perfekte Satire dazu" sandte mir Leser ***.



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"Wenn wir dereinst im Weltmaßstab gesiegt haben, dann werden wir in den Straßen einiger der größten Städte der Welt öffentliche Bedürfnisanstalten aus Gold bauen. Das wäre die 'gerechteste' und beste anschaulich-belehrende Verwendung des Goldes für die Generationen, die nicht vergessen haben, wie man des Goldes wegen zehn Millionen Menschen niedergemetzelt und dreißig Millionen zu Krüppeln gemacht hat." So der Genosse Lenin im November 1921.

Der chinesische Romancier Yu Hua hat berichtet, der Bürgermeister von Peking habe zu kulturrevolutionären Zeiten eine Petition eingereicht, die Verbotene Stadt abzureißen und an ihrer Stelle Latrinen zu errichten. Mao Tse-tung hat den Vorschlag anscheinend ignoriert.

Mit den öffentlichen Volksscheißhäusern hatten's die Kommunisten anscheinend, aber hier blieben ihre Weltveredelungsversprechen ausnahmsweise uneingelöst.


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Auch die diesjährige PKS ergab: "Deutsche sind nicht krimineller als Flüchtlinge."
(Leser ***)


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Wissen Sie, was eine Taphozönose ist? Irgendwas mit Tod und einem begrenzten Biotop. Eine Taphozönose "bezeichnet eine Ansammlung fossil erhaltener Reste von Lebewesen, die an einem bestimmten Fundort in derselben Fundschicht innerhalb einer beliebigen Sediment- oder Sedimentgesteinsabfolge vorkommen. Es handelt sich damit um Reste von Lebewesen, die alle zur ungefähr gleichen Zeit in der geologischen Vergangenheit in dieser Region gelebt haben." Eine Art Gemeinschaftsgrab oder Grabgemeinschaft.

"Also ich finde", schreibt Leser ***, der sich "im Geologiestudium etwas intensiver mit Sterbeprozessen und Paläontologie beschäftigte" und mich auf das schöne Wort aufmerksam machte, "besser hätte man die SPD nicht beschreiben können."