Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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10. Oktober 2019


Der Attentäter von Halle gehört, wie das von ihm selbst verfertigte Video zeigt, der momentan am schnellsten wachsenden Gruppe in Kein-schöner-Land an: den geistig Minderbemittelten (von denen die Allermeisten allerdings völlig friedlich sind). Ein Kurzzeit-Bandit, ein rechtsextremes Waschbretthirn, ein aggressiv narzisstischer Nachahmungstäter und Dafür-sein-restliches-Leben-Wegschmeißer, aber gottlob ein Schwachkopf; er hätte sonst unter den völlig ungeschützten Juden in der Synagoge wohl ein Blutbad angerichtet. Dass ihm, nachdem er die Synagogentür nicht aufbekam, völlig egal war, wen er während seiner fünf Minuten Ruhm stattdessen umlegt, spricht Bände. Wie man solche Amokläufe verhindern soll, steht in den Sternen. Mehr Sicherheitsleute, mehr Kameras, mehr Schleusen und Detektoren, klar, das wirkt, das macht Israel seit Jahren vor, aber hier muss ich den unfähigsten Innenminister aller deutschen Zeiten zitieren, der, nachdem er Tausende islamische "Gefährder" unbehelligt ins Land gelassen hatte, verkündete: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht." Der Sicherheitsbranche lachen jedenfalls goldene Zeiten.


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Wenn ein Leser alles Entscheidende schreibt, bleibt mir nur, ihn zu zitieren:

"Verstörend wirken auf mich vor allem die äußerst ambitionierte Berichterstattung über die Ereignisse, ihre schnelle politische Einordnung von höchster Stelle als rechtsradikalen Terrorakt – und die empirische Erkenntnis, daß ein derartiger Anschlag auf eine Synagoge so gar nicht in das derzeitige gesellschaftliche Bild passen will, haben doch die Juden an den sich zuspitzenden gesellschaftlichen Problemen den geringsten Anteil und sind sie bislang doch selbst vom äußersten rechten Rand weitestgehend unbehelligt geblieben. Dazu kommt die nicht nachvollziehbare Abfolge der Tat selbst, nach dem Motto 'Wenn ich in die Synagoge nicht reinkomme, schieß' ich halt eine Dönerbude zusammen!', deren Betreiber, wie auch die ermordeten Passanten, ebensowenig 'schuldig' sind.

Daß Nationalsozialisten antisemitisch sind und ihnen ein menschliches Leben spätestens in dem Augenblick, wo es um die eigenen politischen Ziele geht, nicht viel wert ist, was sie übrigens mit allen Sozialisten gemeinhaben, wird niemand bestreiten können. Einige von ihnen sind allerdings sogar dermaßen debil, daß sie nicht einmal bemerken würden, wenn ihre Aktionen – zum Beispiel geheimdienstlich – gelenkt würden. Man denke an das NPD-Verbotsverfahren, man denke an den NSU, man denke an den faschistischen Anschlag von Bologna, bei dem sich später ebenfalls herausgestellt hat, daß der italienische Geheimdienst kräftig mitgemischt hat. Solche Dinge sind immer dann nicht so selten, wenn sie sich politisch in besonderem Maße 'rechnen'. Und daß der Anschlag in Halle der politischen Elite derzeit u.a. wegen der bevorstehenden Wahlen optimal gelegen kommt, liegt auf der Hand, weshalb man eine solche theoretische Möglichkeit keinesfalls aus den Augen verlieren sollte. 

Aber lassen wir einmal außer Betracht, daß momentan der/die Täter noch nicht abschließend ermittelt sind, daß wir über mögliche Hintermänner vorläufig, vielleicht nie etwas erfahren werden; reden wir nicht darüber, wer von dieser Tat in der gegenwärtigen Situation politisch am meisten profitiert. 

So bleibt nüchtern festzustellen, daß die Ereignisse, die mit der unrühmlichen Grenzöffnung 2015 begannen, seitdem zu einer gewaltigen Radikalisierung und Spaltung der gesamten Gesellschaft, den Staat eingeschlossen, geführt haben, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Und für diese allgemeine Radikalisierung sind in erster Linie jene politischen Kräfte verantwortlich, die in einem historisch beispiellosen, radikalen und diktatorischen Akt zwei Millionen Kulturfremde (die nun auf Kosten der 'Schon-länger-hier-lebenden', die man nicht gefragt hat, ob sie das so wollen, versorgt werden sollen) in ultrakurzer Zeit ins Land geschleust haben, verantwortlich. Es ist allerhöchste Zeit zur Umkehr. Denn wenn diese Regierung, die angesichts der Folgen und Opfer ihres eigenen politischen Versagens nun Betroffenheit heuchelt, anstatt die eigenen Fehler zu korrigieren, nicht in absehbarer Zeit abgelöst wird, wenn die 'bunten Khmer', die Diversitätsmarxisten und Gleichheitsfaschisten die Oberhand behalten, wird ein Bürgerkrieg wie ein Feuersturm über unser Land kommen. Dieses schreckliche Szenario wird immer wahrscheinlicher, denn die Lunte ist bereits entzündet. Das lehren uns die Ereignisse von Halle.

Das alles sorgt selbstredend hinsichtlich der abscheulichen Tat dieser braunen Drecksau in keiner Weise für mildernde Umstände oder gar Schuldminderung."


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Einspruch gegen eine Mutmaßung des Vorredners meldet Leser *** an:
 
"Ich halte eine Verwicklung deutscher Geheimdienste für extrem unwahrscheinlich. Aus drei Gründen.
 
Erstens wäre der Anschlag dann anders verlaufen. Der Täter hätte mit Sicherheit eine Ausbildung gehabt, die ihn befähigt hätte, die Tür aufzuschiessen. Zweitens würden das diese Institutionen nicht wagen. Denn die wissen ganz genau, wie schlecht sie in puncto Geheimhaltung sind. Auf Dauer bleibt da wenig geheim. Denn BND und VS waren in ihrer Geschichte so durchsetzt von Maulwürfen wie nur wenige andere Geheimdienste. Wenn hier etwas derartiges auf dem üblichen Weg geplant worden wäre, wäre das in Moskau, in Tel Aviv und wohl auch in Langley, Virginia, bekannt; wenn nicht jetzt, dann in absehbarer Zeit.  
 
Ein ehemaliger KGB-Resident in Japan sagte einmal, es sei für jeden russischen Agenten ein Ärgernis, in Staaten wie Japan, Österreich oder Westdeutschland versetzt zu werden – denn dort gälte es als sehr leicht, Agenten anzuwerben, auch in den Abwehrdiensten. Wenn das einer dort nicht schaffe, sei er unfähig und könne seine Karriere vergessen. Bei solchen Posten hatte man also wenig zu gewinnen und viel zu verlieren. 
 
Drittens hat der BND – noch weniger der VS – keine 'covert action'-Tradition wie etwa KGB (und Nachfolger), MI6, Mossad, oder CIA. Die wahrscheinlich einzigen nennenswerten solchen Aktivitäten des BND liegen weit zurück, in den 50er Jahren, als man in Nordafrika Aktionen der Franzosen zu konterkarieren versuchte. 
 
Diese Aussagen betreffen die Dienste als Ganzes. Denkbar ist es natürlich, dass einzelne, auf eigene Faust, etwas derartiges mit angeschoben haben. So war es übrigens wahrscheinlich auch bei dem Attentat von Bologna."


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Hochinteressant ist die folgende Zuschrift:

"Sehr verehrter Herr Klonovsky, ich schrieb Ihnen bereits vor einiger Zeit über das Erstarken einer vage rechtsradikalen, vor allem aber nihilistischen Terrorideologie innerhalb der weißen Jugend. Dass der Typ aus Halle nun glücklicherweise ein völliger Versager war, beruhigt mich dabei kaum. Die intellektuelle Herausforderung eines Massenmords ist gering genug, um auch von Typen bewältigt zu werden, die sich ihr Hirn durch jahrelanges Aufhalten in den dunkelsten Ecken des Internets kaputt gemacht haben. Wie viele Terroristen dieses Meme-Geschwür aus – ihrem eigenen Bekenntnis nach – ungevögelten, gescheiterten und der Gesellschaft entfremdeten Jugendlichen noch hervorbringen wird, wissen wir nicht, aber einige werden es schon noch seien.

Eine ähnliche Stimmung aus Ohnmacht, Nihilismus und Gewaltsehnsucht lag in der rechten Szene bereits in den Nullerjahren in der Luft. Aber es gelang einigen wenigen Persönlichkeiten wie Kubitschek und vor allem Sellner, der rechten Jugend eine ganz andere Perspektive zu bieten. Heute dagegen wird Sellner in einschlägigen Kreisen als peinliche Figur gesehen und ein Scheitern der IB und damit der Strategie gewaltfreien Widerstands wahrgenommen. In den entsprechenden unappetitlichen Foren ergeht man sich in einer gegenseitigen Radikalisierungsspirale und Gewaltphantasien, die denen der Islamisten in nichts nachstehen dürften. In den allermeisten Fällen wird es bei Gerede bleiben, aber eben nicht bei allen.

Widerliche Zeiten in denen wir leben, nichtsdestotrotz beste Grüße."


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"Wetten, dass er gespendet hat?"
(Leser ***)


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Was tat sich sonst so an der inneren Front?

Gegen den Amokfahrer in Limburg, der einen, ich würde sagen: Zwanzigtonner in eine Reihe an der Kreuzung wartender Pkw gefahren und dabei acht Menschen verletzt hat, ist Haftbefehl erlassen worden. Der 32-jährige Syrer ist wegen Drogen- und Gewaldelikten polizei-, aber wegen seiner Herkunft noch nicht medienbekannt (#Alltagsrassismus); er soll sich vor der Tat betrunken haben; anschließend zerrte er einen Lkw-Fahrer aus seinem Fahrzeug, setzte sich an dessen Stelle hinters Steuer und hatte Spaß. Unklar sei allerdings, heißt es, ob der Mann aus terroristischen Motiven gehandelt habe – die Welt sprach vor kurzem noch salomonisch von einem "Lkw-Vorfall" (würde indes nie von einem "MPi-Vorfall" zu Halle sprechen). Im Grunde ist das aber einerlei, diese Type hatte hier wahrscheinlich schon per se nichts zu suchen, und als "polizeibekannter" Straftäter erst recht jedes Aufenthaltsrecht verwirkt; es handelt sich um einen beliebigen Akteur aus einer Skandalchronik namens Willkommensbarbarei.

Zu Siegen wiederum und obendrein in  der Hindenburgstraße hat ein junger Türke – aber was heißt obendrein, damals war das Kaiserreich ja mit den Osmanen verbündet, nur mit dem Siegen hat es nicht geklappt –, hat also ein junger vermutlich türkischer oder türkischstämmiger Mann einen 41jährigen Familienvater mit acht Stichen in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt – ich gehe davon aus, dass es ein Türke war, denn nach der Tat setzte er sich in die Türkei ab –; ein Einzelfall, der jetzt vor Gericht verhandelt und gütlich beigelegt wurde, in Abwesenheit des unter seinen Verletzungen irgendwie noch rätselhaft leidenden Opfers selbstredend. "Es war letztendlich eine sehr schwere Entscheidung", sagte die Richterin – es war wieder eine Richterin – Elfriede Dreisbach, bevor sie dem Buben eine harte Bewährungsstrafe aufbrummte. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags verlangt, das Gericht kam aber überein, der Verteidigung dahingehend zu folgen, dass es sich "nur" um eine gefährliche Körperverletzung handle. "Eine Strafe darf nicht zur Entsozialisierung führen", gab die Richterin – ihr Name ist Elfriede Dreisbach, erwähnte ich das schon? Elfriede Dreisbach – Auskunft über das Milieu, in dem sie ideologisch dressiert wurde; man wolle den jungen Mann überdies nicht aus dem Studium reißen, er hätte "als Typ Probleme im Gefängnis", und außerdem habe er sich entschuldigt.  
(Lächelnd ab.)

Es gibt in 'schland parallel zu den Parallelgesellschaften ersichtlich auch eine Paralleljustiz.


PS: Ich wüsste zu gern, was der Achtfach-Zustecher studiert. Pädagogik? Veterinärmedizin? Islamistik? Kriminalistik? Jura gar?


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Als ein Mensch, der alte Zeitungen weit spannender und lehrreicher findet als die gerade aktuellen, amüsiert mich ein Kommentar aus dem Oktober 2005 über Angela Merkel. Ein paar Auszüge:

"Wer sie auf dem Bildschirm sieht, den befällt schlagartig eine tiefe Depression. Schließlich wird die traurige Gestalt mit dem leicht verkniffenen Zonenblick in den nächsten vier Jahren das politische Klima bestimmen, gegen die die 'bleierne Zeit' ein Honigschlecken gewesen sein dürfte. In ihr hat sich Honeckers Rache nicht nur ökonomisch vollendet, sondern sie wurde auch ästhetische Wirklichkeit. In Angela Merkel erhebt die DDR noch einmal ihr hässliches Haupt, und es gehört zu den großen Geheimnissen des deutschen Wählers, dass er sich für Merkel entschieden hat. (...)

Angela Merkel hat keine Ausstrahlung, höchstens Stallgeruch, sie mit Glamour und Glanz in Verbindung zu bringen gliche dem Versuch, die Spreewälder Gurke auf einer Modenschau von Gucci verkaufen zu wollen. (...) Sie ist nur öde, uninspiriert, unoriginell, und Humor ist bei ihr das, wenn man trotzdem lacht, am besten im Keller. (...)

Merkel ist die perfekte ideelle Gesamtkleinbürgerin, und deshalb wurde sie auch gewählt, denn diese Spezies hat in Deutschland immer noch die Mehrheit. In ihr erkennt sich der Spießer wieder, hier fühlt er seine Tugenden gut aufgehoben, das Piefige, das Honecker’sche, das Duckmäusertum, das dumpfe Beharren (...)

Alle, die Angela Merkel eine kurze Amtszeit prophezeien, werden sich noch wundern. Diese Frau wird nicht einmal durch eine Überschwemmung oder ein Erdbeben mehr wegzukriegen sein. Da müsste schon eine neue Weltwirtschaftskrise oder ein neuer Börsencrash wie 1929 passieren, bevor diese Frau den Stuhl räumt. Von Honecker lernen heißt eben immer noch siegen lernen."

Ein skurriles Beispiel dafür, dass man mit den richtigen Begriffen, Beobachtungen und Blasiertheiten auch aus der falschen Ecke mal ins Schwarze treffen kann. Inzwischen hat die Kanzlerette freilich alles ihr Mögliche getan, um von dort nicht mehr angegriffen werden zu können. Wo es stand? Hier.

(Ich danke Leser *** für den Hinweis.)


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Aber verlieren wir wegen einem bisschen Hintergrundterror nicht das Wesentliche aus den Augen. Wenn die Klima-Stasi nicht wachsam bliebe, würden wir ohnehin allesamt, Terroristen sowie Höcke-Bekämpfer jeglicher Stilrichtung eingeschlossen, langsam quasi in Kohlendioxid gegart, gesotten & geselcht:


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