Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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1. November 2019


"Zeichen der Vornehmheit: nie daran denken, unsre Pflichten zu Pflichten für Jedermann herabzusetzen."
Nietzsche, "Jenseits von Gut und Böse", 272


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"Die Gattengewalt wird mit jedem Tag wackliger."
Mao Tse-tung, "Untersuchungsbericht über die Bauernbewegung in Hunan", März 1927 


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Kein dümmer Land in dieser Zeit:

20190814 A0408 Landkreis Greiz Demokratiebus 8

Besonders niedlich ist die Aufhebung des Rechts durch die Gnade – gnade uns Allah, wenn es tatsächlich einmal so weit und das Recht zur Option herabgestuft ist, denn dann werden alle diese hirnlosen Parolchen einfach nach und nach umgedreht.

Die harmlos klingende Negierung der Einsamkeit sollte man durchaus als Drohung verstehen. Sozialisten sind Kollektivisten, sie wollen die Menschen sozialisieren, und das geht nur in der Herde. "Michael schließt sich vom Kollektiv aus", stand in jeder zweiten meiner Schulbeurteilungen. Einsamkeit ist der einzige Schutz vor der allgegenwärtigen Propaganda und dem allgegenwärtigen Geschwätz. Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts haben ihre Menschensklaven möglichst rund um die Uhr betreuen und kontrollieren wollen. "Big brother is watching you", das heißt: Du bist nie allein. Allein könntest du auf eigene Gedanken kommen. Heute treiben sie der Nutztierherde im Gatter der "Teamfähigkeit" und von #Initiativen der Vielen die eigenen Gedanken aus, vom Alptraum des elektronisch überwachten Ameisenstaates nach chinesischer Rezeptur zu schweigen (Mehr über die Imbezilenbusse hier.)


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Die 17-jährige Gymnasiastin Benigna Munsi ist das neue Nürnberger Christkindl. Wenn man Bild Glauben schenken darf, und das tu' ich in diesem Fall, dann spricht die gebürtige Nürnbergerin neben Deutsch auch Englisch, Portugiesisch und Spanisch, ist Ministrantin, singt im Jugendchor der Nürnberger Kirchengemeinde St. Bonifaz und spielt Oboe (übrigens das anspruchsvollste Holzblasinstrument). Ihr Vater ist Inder, die Mutter Deutsche. So funktioniert Einwanderung, wenn sie denn funktioniert.

Anders als diverse Medien jetzt schlagzeilen, hat nicht "die AfD" gegen diese Wahl "gehetzt", sondern zwei ausgemachte Trottel in der AfD teilten mit, dass nach ihrer Ansicht das Christkindl so blond und biodeutsch zu sein hat wie der Heiland bzw. jeder anständige Christenmensch. Man darf die Nürnberger Wahl nicht verwechseln mit der aufdringlichen Multikulti-Propaganda eines Kardinal Woelki oder der Deutschen Bahn (die einige ihrer Kampagnen-Modelle ja klammheimlich ausgetauscht und das Gesambild ins Realistische zurückverwandelt hat). Niemand will beispielsweise das Christkindl in eine Lichterfestgretel umformatieren. Die junge Frau macht einen sympathischen Eindruck, sie ist hübsch, gebildet, Deutsche und vor allem: Christin. Was spricht also gegen ihre Nominierung?

"Mit solchen Aktionen stützen unterbelichtete AfD-Funktionäre den linken Vorwurf der generellen Ausländerfeindlichkeit in dieser Partei", schreibt Leser ***. Genau so ist es – auch wenn "Funktionäre" zu hoch gegriffen ist (der Münchner Merkur nobilierte einen der beiden, einen IT-Angestellten, stracks zum MdB).


Wie Don Nicolás bemerkte, sind Parteien Kondensatoren der Dummheit, das gilt für alle, wobei sich nicht der Grad, wohl aber der Inhalt der Dummheit von Partei zu Partei unterscheiden mag. Während bei den Grünen und den Linken exponierte Knallköpfe behaupten, es existierten keine ethnischen und kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen, versammeln sich am Rande einer konservativen Partei naturgemäß auch Leute, die meinen, dass allein Abstammungskriterien über die Staatsvolkszugehörigkeit entscheiden sollten. (Besonders pikant wird es, wenn solche Leute wenige oder keine Kinder haben, nicht oder nur noch ein bisschen christlich sind und über elementare Kenntnisse der abendländischen Kultur kaum mehr verfügen; dass sie an der Fortführung Letzerer arbeiten, wird man ja nicht verlangen können.) Ich halte das, allein schon aus persönlichen Gründen, für aussichtslos und töricht. Natürlich kann jeder bevorzugen, wen oder was er will, und sich auch öffentlich darüber auslassen. Aber wer einem gebürtigen Nürnberger Christenmädel die Eignung abspricht, das Nürnberger Christkindl zu verkörpern, weil der Vater zwar Arier ist, aber kein gebürtiger Deutscher, der sollte sich besser zur NPD trollen. 


PS: Natürlich frage ich mich bei solchen Posts jedes Mal, ob das inszeniert ist, ob da nicht heimlich Geld fließt, oder ob die wirklich so drauf sind.

                              
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Kein AfD-Mitglied, alles paletti:

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Irgendwie noch zum Vorigen.

Spitzel heißen jetzt "kritische Journalisten". Das online-Portal Übermedien beklagt, dass der Berliner Christoph-Links-Verlag von einer "Abmahnwelle von rechts" überzogen werde. Es geht um ein Buch namens "Völkische Landnahme", geschrieben von zwei "JournalistInnen" und "langjährigen BeobachterInnen der deutschen Neonazi-Szene". Die beiden antivölkischen Beobachter beschreiben darin, "wie Rechtsextreme sich oftmals unbemerkt im ländlichen Raum breit machen. Wie sie dörfliche Strukturen unterwandern, ökologische Landwirtschaft betreiben, sich für nationales Brauchtum und völkische Kindererziehung stark machen. Im Rampenlicht wollen die wenigsten solcher Neonazis stehen. Doch genau dafür haben Röpke und Speit gesorgt."

Ungefähr so, geschätzte Leserin, als wenn Sie in Ihrem Garten einen Stein umdrehen und Tageslicht in das Gewimmel darunter bringen.

Mehrere Personen, die in dem Buch als Rechtsextreme und "völkische Siedler" mit vollem Namen und halber Adresse genannt werden, versuchen nun, sich auf juristischem Weg gegen diese unerwünschte Aufmerksamkeit zu wehren. Der Verleger und die beiden AutorInnen halten die Abmahnungen für einen Angriff auf die freie Meinungsäußerung. Behaupten sie zumindest.

Die Sache ist simpel: Grundrechte sind Abwehrrechte, eigentlich gegen den Staat, aber auch gegen die Zudringlichkeit anderer. Diese Menschen wollen, gut epikuräisch, auf ihre Art im Verborgenen leben. Ich weiß nicht, ob es wirklich Neonazis sind, das ist in diesem Kontext sowieso einerlei; auch Nazis haben ein Recht auf Privatsphäre, auch Nazis haben das Recht, privat in Ruhe gelassen zu werden. Die sogenannten völkischen Siedler begehen offensichtlich keine Straftaten. Es ist hierzulande zwar verboten, Propaganda für den Nationalsozialismus zu treiben – Propaganda für den Kommunismus ist uneingeschränkt erlaubt –, aber was einer in seinen vier Wänden macht, ist (noch) seine Sache, Kinder zum Brauchtum zu erziehen ebenfalls, und geflochtene blonde Zöpfe setzen neuerdings wieder ikonografische, ja idolatrische Standards. Gefährlich können die "Siedler" überdies nicht sein; ein Wichtel wie Andreas Speit ließe sich sonst kaum bei ihnen blicken.

Wo soll ein Privatim-Nazi eigentlich hin? Was soll er tun? Da ziehen sie sich schon aufs Land in dünn besiedelte Regionen zurück, verstecken sich in the middle of nowhere, aber sie werden ans Licht gezerrt – mit welchem Ziel eigentlich? Freiwillige Auswanderung? Vertreibung? Umerziehung? Staatliche Kindeswegnahme? Staatsbürgerschaftsentzug? Suizid?

Zwei Zwecke sehe ich. Erstens den banalen moralischen Surplus für die Steineumdreher. Zweitens, apropos Suizid, geht es womöglich gezielt darum, die "Rechten" bei allen Gelegenheiten so sehr unter Druck zu setzen, sie zu stigmatisieren, zu schmähen und zu verfolgen, bis endlich einer durchdreht und man triumphierend ausrufen kann: Wir haben es doch gewusst! Wir habe sie zu recht verfolgt! Sie sind gefährlich! Beseitigt sie!

Dieser Impuls ist totalitär.


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Immer noch zum Vorigen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat, entweder auf Drängen der Fremdenführerin oder ihr bloß "entgegenarbeitend" (frei nach Ian Kershaw), eine Hotline eingerichtet, auf welcher der wachsame Bürger Meldung erstatten kann, wenn er in seinem Umfeld "rechte Umtriebe" bemerkt. Oder mutmaßt. Oder ahnt. Wörtlich geht es um: 

"Hinweise zu Rechtsextremismus, Rechtsterrorismus, Reichsbürger und Selbstverwalter". Solche Hinweise "werden rund um die Uhr vertraulich aufgenommen".

Wer das bezahlt? Na unser Genosse Heiko Maas, er lebe hoch! Hoch! Hoch! Ob auch Skalpprämien ausgelobt werden, hängt von der Qualität der ersten Anrufe ab. Natürlich sind einige Aktivisten bei Wikipedia, Amadeus-Antonius-Bund und "Störungsmelder" ein bisschen sauer, dass man sie jetzt umgehen will.

"Bitte missbrauchen Sie es (das Nottelefon – M.K.) nicht zur Denunzierung von Bürgerinnen und Bürgern", rufen die Denunziationsermunterer mit unterdrücktem Kichern. Damit der kleine Blockwart 2.0 nicht völlig orientierungslos die Lichter und Lauscherchen aufsperrt, bekommt er einen Klick weiter ein Fahndungsprofil als Handreichung:

"Unter Rechtsextremismus", heißt es dort, "werden Bestrebungen verstanden, die sich gegen die im Grundgesetz konkretisierte fundamentale Gleichheit der Menschen richten..."

Die ist im GG zwar nicht konkretisiert, sondern nur die Gleichheit vor dem Gesetz, ansonsten bloß die Rechtsgleichheit aller deutschen Staatsbürger, denn im Gegensatz zu 'schland hat der Geltungsbereich des GG räumliche Grenzen, but "we work on it" (so M. Zuckerberg in ähnlichem Kontext zu A. Merkel).

"... und die universelle Geltung der Menschenrechte ablehnen."

Das heißt, sämtliche muslimische Staaten, die die Kairoer Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet und besagte Rechte samt und sonders unter Scharia-Vorbehalt gestellt haben, sind rechtsextrem. Gut zu wissen.

"Rechtsextremisten sind Feinde des demokratischen Verfassungsstaates, sie haben ein autoritäres Staatsverständnis, das bis hin zur Forderung nach einem nach dem Führerprinzip aufgebauten Staatswesen ausgeprägt ist."

Das wird der merkelfromme Teil der CDU gern hören. Claudi Roth besucht und empfängt übrigens gern iranische Rechtsextremisten.

"Offener oder immanenter Bestandteil aller rechtsextremistischen Bestrebungen ist zudem der Antisemitismus."

Das wird mir allmählich etwas zu islamophob.

"Individuelle Rechte und gesellschaftliche Interessenvertretungen treten zugunsten kollektivistischer 'volksgemeinschaftlicher' Konstrukte zurück (Antipluralismus)."

Am Ende erscheint sogar die EU auf dem Schirm, ts ts ts...

Die DDR 2.0 – eine BRDDR mit restdemokratischem, rumpfmarktwirtschaftlichem, multikulturellem, zunehmend levantinischem Anlitz – naht, wenn selbst der geübteste Exeget einen Verfassungsschutztext nicht mehr vom Besinnungsaufsatz eines taz-Praktikanten unterscheiden kann.


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"Hier kommen die biomechanischen und physiologischen Vorteile von ostafrikanischen Läufern ins Spiel: Sie haben genetisch bedingt nicht nur ein etwas längeres Fersenbein und dadurch günstigere Hebelverhältnisse. Auch ihre Achillessehne, die maßgeblich an der Abstoßbewegung beteiligt ist, ist dicker und länger." Und nicht nur die Achillessehne! 
Also schreiben ganz ungerührt die latenzrassistischen Schelme von Spiegel online. Aber bei anderen Rassenunterschieden bleiben sie an der Hamburger Relotiusspitze allzeit wachsam und verbellbereit.

                              
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Leser *** sendet ein paar Impressionen von einer Portugal-Reise, die ich den Besuchern des kleinen Eckladens nicht vorenthalten will:

"Es gibt kaum übergewichtige Menschen dort. Das Essen ist einfach, aber gut (viel Fleisch und Fisch, alles frisch und lecker, wenig Fast Food)

Eine einzige junge Transe sah ich in Lissabon. Das war ein eigentlich hässlicher junger Mann, kein Vergleich zu den atemberaubend schönen Ladyboys in Thailand zum Beispiel. Zahlenmässig also, verglichen mit Berlin, Paris, London, praktisch nix.

Einfall der Mauren 711, Reconquista 1147. So wie in Spanien, das bleibt im Gedächtnis eines Volkes erhalten. Siehe auch z. B. Serbien oder Russland.

Ein armes Land, das aufgrund seiner Schönheit und viel erhaltener (und in den letzten 20 Jahren wohl dank unserer EU-Transfergelder schön renovierter) historischer Bausubstanz und guter Infrastruktur noch Geld im Tourismus verdienen kann (aber die haben wenigstens etwas Vernünftiges mit der Kohle angestellt und es nicht an kulturfremde Nullnummern verschleudert so wie wir).

Es ist faszinierend zu sehen (an einer im Boden eingelassenen grossen Weltkarte in Lissabon in Ufernähe, beim Denkmal für die Entdecker), wie die Portugiesen die halbe Welt entdeckt haben, von Neufundland oben links über Hormus am Persischen Golf in der Mitte bis nach Macao unten rechts, und das alles in weniger als hundert Jahren. Ein Ausbruch an Mut und Aktivität ohnegleichen, der zeigt was möglich ist, wenn ein kleines Volk überzeugt ist von dem was es tut.

Heilige Messe in einer der unzähligen Kirchen, am Sonntagnachmittag: 95% der Gläubigen (und der Priester und die Diakone und die Ministranten) sind schwarze Angolaner, ausser meiner Frau (Latina) und mir (Weissbrot) zählte ich noch drei weisse Portugiesen.

Die originalschwarzen Portugiesen (hier geboren oder seit langem hier) sind übrigens genauso zivilisiert und höflich wie Sie und ich, eher noch besser als der durchschnittliche Biodeutsche. Gleichwohl sah ich auch dort neue Exemplare, dem Gesichtsschnitt nach aus Somalia, mit moderner und teurer und stilloser (Marken-Trainingsanzug) Kleidung und dauernd am ebenso modernen Handy beschäftigt, die eher nicht auf die althergebrachten Umgangsformen achten (für mich ein weiterer Hinweis, dass es beim Bevölkerungsaustausch gar nicht um solch altmodische Dinge wie Rasse und Hautfarbe geht, sondern in der Tat um die Zerstörung unserer Lebensform).

Und ja: ich sah eine ältere (Ende 60?) weisse Portugiesin betteln, sie sah nicht abgerissen aus bzw. wie eine Bettlerin, eher wie jemand, der mit einer lächerlich niedrigen Rente auskommen muss. Da blüht uns noch Einiges.

Freundliche Grüsse aus Basel"


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Netzfund:

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