Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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17. Januar 2010


"Die Kreativität Ciceros, wenn es darum ging, sich unbeliebt zu machen, sollte uns allen als Vorbild dienen."
Roger Scruton


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Ich begrüße es außerordentlich, dass die Münchner Straßenumbenennungskommission auch den Namen von Franz Josef Strauß entfernen will. Straßen sollten nur noch nach Menschen heißen, deren CO2-Bilanz ausgeglichen war.


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Bald werden deutsche Kommunen stolz vermelden: "Unsere Stadt ist klimaleugnerfrei!"


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Hüpfen


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Noch ein Nachtrag zum Lokalverbot im "Cinque" (Acta vom 10. Januar). Solche Geschichten kommen schon als Lügen auf die Welt. Wie man hier lesen kann, sollen "sexistische Bemerkungen in Gegenwart einer Mitarbeiterin" der Grund für den Bann gewesen sein. Das ist, wie gesagt, eine Lüge. In dieser langweiligen Tischrunde fiel an besagtem Mittag keine einzige Bemerkung, die man in eine solche Richtung hätte missverstehen oder verdrehen können (wofür ich als Sexist reinsten Fruchtwassers, der Kellnerinnen gewohnheitsmäßig schon bei der Vorspeise im Fortissimo anharft und beim Dessert zärtlich an die Wäsche geht, um Pardon bitte, aber meine Tagesform ist auch nicht immer konstant). Solche Schutzbehauptungen haben Methode, denn peinlich ist der Vorfall für das jäh ins Unmanierliche abgeschwirrte Lokal am Ende doch. Normalerweise folgen dergleichen vom wahren Anlass ablenkende Erklärungen, nachdem Linksextreme die Lokalbetreiber unter Druck gesetzt haben, woraufhin diese sich in angebliche Gründe flüchten, die den Gast für sie plötzlich als untragbar erscheinen lassen. Das ist in unserem Fall zwar auszuschließen, aber es mag sein, dass sich Abgeordnete oder Mitarbeiter der demokratischen, fortschrittlichen und toleranten Bundestagsfraktionen beschwert haben, weil das Restaurant es mit der Nachsicht gegen die Gesinnung mancher Gäste doch übertreibe.

Damit ist die Angelegenheit aber immer noch nicht vom Tisch, denn mir wurde von verschiedener Seite zum Vorwurf gemacht, dass ich mit dem Vergleich zum Judenboykott 1933 zu weit gegangen sei. Dazu gestatte ich mir die Frage, warum unsereins sich mit solchen Vergleichen bezähmen soll, während alle Nase lang ein Toleranter einen AfDler als Nazi bezeichnet. Außerdem und im Wesentlicheren habe ich keineswegs die Situation der AfD mit jener der Juden im Dritten Reich gleichgesetzt, ich bin ja nicht stumpfsinnig, sondern ich habe die Mentalität der jeweiligen Ausschließer, Zeitgeist-Mitläufer und Gleichschritthalter verglichen. Und erklärt, dass solche Leute mir beim Verständnis historischer Prozesse durchaus hilfreich seien. Bei den heutigen Antinazis lernt man einiges über die echten Nazis.

Sela, Psalmenende.



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"Messergewalt immer schlimmer", volksverhetzte Bild, ich glaube, es war am Mittwoch, auf der Titelseite, aber der für die Story interviewte Innenminister des Messerstecher-Vorzeigelands NRW, Herbert Reul, CDU, fand die passenden Worte (Bezahlschranke; ich hab's in der Printausgabe gelesen): "Der typische Messerangreifer ist männlich, erwachsen und deutsch." Nehmt das, Rechtspopulisten! Es gab insgesamt 6736 Tatverdächtige, von denen 2645 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Knapp 40 Prozent. Eine klare Minderheit. Der Anteil der Zuwanderer – Asylbewerber, Schutz- und Asylberechtigte, Geduldete – an dieser Gruppe beträgt 39,8 Prozent (1052).

In den sensationsgeilen Gazetten lesen wir aber nur Storys wie diese (bei Bild hinter der Bezahlschranke, deshalb hier etwas ausführlicher zitiert):

"Bis heute können weder Schüler Simon noch seine Eltern fassen, was da passiert ist. Flüchtling Ab­dulrahman M. (26) hatte man bereitwillig aufgenommen. Von Anfang an engagierte sich die Familie in der Flüchtlingshilfe. Der Eritreer war nicht einfach. Das stand schnell fest. Nun muss sich der Asylbewerber vor dem Landgericht Passau verantworten.

Der Täter beschuldigt Simons Mutter, ein versehentlich veröffentlichtes Nackt-Video von ihm auf Facebook gesehen zu haben: 'Es geht nicht, dass eine Frau einen Muslim nackt sieht, das muss mit dem Tod bestraft werden', sagte er. Mit einer 15 Zentimeter langen Klinge ging er auf den Jungen los, schnitt ihm die Kehle auf, stach auf ihn ein, verfolgte ihn nach draußen, brüllte 'Stirb, stirb, stirb!'. Der 12-Jährige überlebt dank Flucht, gilt seither als tief traumatisiert."

Die Meldung ist zwar schon ein halbes Jahr alt und inzwischen sind hierzulande Hunderte Messer gezückt worden und in Leiber geflutscht, deren organspendetaugliche Besitzer entweder schon länger oder eben noch nicht so lange hier oder auch nicht mehr leben, aber dieses Beispiel hatte ich mir aufgehoben, wahrscheinlich aus latenter Afro- oder Eritreophobie. So etwas setzt das Boulevardblatt also seinen Lesern vor, halbwegs versteckt, aber immerhin, und auch in den lokalen Medien, mitunter sogar in der Wahrheits- und Qualitätspresse, lesen wir ständig von Afghanen oder Syrern oder Schwarzafrikanern, die ihre Scheidung mit dem Messer vollzogen oder anderswo hingeschnitten haben, etwa ihrem Kind durch die Kehle, aber nie sind die Messermänner, über die berichtet wird, blond und biodeutsch.

Medienversagen auf ganzer Linie also. Vorurteilsberichterstattung. Wahrscheinlich doch Lügenpresse.


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Aber wo Gefahr im Verzug ist, naht das Rettende auch. Wie die Welt berichtet, werden auch die meisten derjenigen Asylbewerber, die keinen Asylgrund haben, am Ende doch deutsche Staatsbürger. Und darum geht es schließlich. Irgendwann beträgt der Anteil der Deutschen bei sämtlichen Straftaten 100 Prozent. Und alles ohne Umvolkung!


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Es verhält sich mit den deutschen Messerstechern ungefähr wie mit einer anderen munteren Klientel: Immer mehr Deutsche werden Analphabeten, lesen wir in den Medien. Tatsächlich ist es umgekehrt.


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Noch zum Vorigen.
Wenn 40 Prozent der irgendwie mit dem Messer öffentlich tätig Gewordenen keinen deutschen Pass haben, bleiben 60 Prozent "Deutsche" übrig. Ich wette, dass von diesen Deutschen über die Hälfte auf den berühmten daseinsveredelnden Hintergrund zurückblickt. Ich wette überdies, dass bei wirklich schweren Straftaten unter Zuhilfenahme von Stichwaffen, also Tötung und schwere Körperverletzung, der Anteil sogar bei 90 Prozent liegt. Frieden, Segen, Glück und 1000,- Euro Belohnung für denjenigen, der mich von diesem schlimmen Vorurteil erlöst und mir das Gegenteil beweist.


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Debili                             

Die Kommentare sind aber lesenswert.


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Am Dienstag besuchte ich die Premiere von "Kill Me Today, Tomorrow I'm Sick" im Berliner "Babylon"-Kino. Alexander Wendt, der auch dabei war, beschreibt hier die Handlung und die Umstände des Films recht detailliert, so dass ich es mir schenken kann. Ich schließe mich seiner Empfehlung an. Der Film ist böse, unverlogen, witzig, originell und brutal – er spielt ja im Kosovo des Jahres 1999. Kurzum: Er ist anders als das, was einem deutsche Regisseure und Verleihe gemeinhin vorsetzen (deswegen fand er auch keinen Verleih und erschien sozusagen im Selbstverlag). Die Lektion des Filmes, den man im besten Sinne aufklärerisch nennen kann, lautet: Wo Multikulti scheitert, fließt Blut. Dann entscheidet der Einzelne nicht mehr, wohin er gehört, sondern seine Ethnie entscheidet über ihn. Dann besteht die einzige Überlebensmöglichkeit darin, jener Gruppe anzugehören oder Zugehörigkeit zu simulieren, die das Territorium dominiert, in dem man sich gerade aufhält. Dann hast du keine Wahl mehr. Die Klugscheißer der transantionalen Organisationen und NGOs werden dir nicht helfen. Dann kannst du dich nur zu deinesgleichen retten und hoffen, dass die Gesellschaft sich allmählich wieder entmischt.


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Ein guter Bekannter, mit einer Afrikanerin liiert, berichtet über ein Frühstücksgespräch, welches über Ratzinger, Franziskus, Kardinal Sarah führend in der Frage kuliminierte: "Liebling, was ist ein Nazi?"

Sie: "Ein Nazi ist ein Deutscher, der nervt."


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Am Rande einer Lesung erklärte mir ein Verwaltungsrichter in erfrischender Plausibilität, warum so viele Asylbewerber, die eigentlich kein Anrecht auf Asyl haben, dennoch im Lande bleiben dürfen. Für einen Verwaltungsrichter bedeute eine Ablehnung immer mehr Zeit- und Arbeitsaufwand als eine Anerkennung, denn sie müsse weit umfassender begründet werden – das öffentliche Interesse ist viel abstrakter als das Interesse eines Migranten –, und die Anwälte der Gegenseite versuchten natürlich, den Bescheid anzufechten. Eine Anerkennung indes flutsche einfach so durch. Man dürfe zudem nicht vergessen, dass der berufliche Aufstieg mit der Zahl der erfolgreich erledigten Verfahren zusammenhänge und ein Richter, der es sich schwer macht, bald als Hemmschuh und Querulant gelte. Am Ende siege oft das "innere Schweinehundprinzip" über das Ethos des Beamten.


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Nicht wahr, Ahmed, 17 (!), aus Afghanistan?

Ahmed


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England hat nach Rotherham und Telford seinen nächsten Missbrauchsskandal; diesmal geschah es in Manchester – und wer wagt zu bezweifeln, dass solche Fälle noch aus weiteren Städten bekannt werden? –, und wieder ist es das bekannte Schema: "gangs of men from Asian backgrounds" – das bedeutet in England in der Regel, dass diese Typen aus Pakistan stammen – halten sich einheimische Unterschichtsteenager, fast alle minderjährig, als Sexsklavinnen, vergewaltigen sie einzeln und gruppenweise, der Polizei sind diese Zustände weitgehend bekannt, aber aus Angst davor, als rassistisch zu gelten, werden keine Ermittlungen eingeleitet. Ungläubige weiße Unterschichtsmädchen haben in den Augen solcher Kreaturen den Rang von Vieh, näherhin von Fickvieh; ich könnte jetzt sagen, der Kolonialismus hat sich umgekehrt, was früher die Weißen in ihren Kolonien taten, geschieht nun bei ihnen daheim, aber wie die Geschichte der islamischen Welt lehrt, hat man dort die Frauen der christlichen Völker jahrhunderlang als Sexsklavinnen geraubt und geschändet; die Harems waren voll von ihnen.


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Dennoch:

Nigel