Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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22. März 2020


Das ist von wirklicher Komik: Baden-Württemberg will als einziges Bundesland seine Baumärkte nicht schließen. Links des Rheins würden sie – also nicht mehr "sie", nur noch eine Mehrheit – auf die Barrikaden gehen, wenn die Weinhandlungen dichtmachen sollten. Aber selbstverständlich sind auch Schaffe, schaffe und Savoir-vivre nur soziale Konstrukte.


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Leser ***, der mir allsonntäglich Adnoten zu den bzw. wider die Acta zueignet, eröffnet die aktuelle Sendung mit einem Zitat des Satirikers Henning Venske, welches lautet: "Menschen mit Mäusegehirn sind weit verbreitet. Egal, zu welcher Spezies Sie gehören: Wenn Ihre Mutlosigkeit Sie zu überwältigen droht, flüchten Sie. Es gibt da mehrere Angebote: Vor der Geschichte in den Optimismus, vor der Realität in die Nostalgie, vor der Empathie in den Alkohol, vor der Analyse in die Esoterik und – besonders naheliegend: vor der Eigenverantwortung unter die Autorität. Oder ab nach Phantasia, ins Reich des Okkulten, wo feiste Mythen schaurig-schöne Weisen singen, zum Beispiel Richtung Panem zu den Tributen oder nach Pandora im Alpha-Centauri-System, vielleicht auch zum Herrn der Ringe und seinen Hobbits: Da lässt sich am besten nach dem Sinn des Lebens forschen, und dort werden Sie herausfinden: Es ist der Sinn des gesunden Menschenverstandes, vor lauter Angst verrückt zu werden."

Sozialismus, Gender und Allah hat er vergessen (das zählt wohl ohnehin zur Flucht unter die Autorität), ansonsten ist das Zitat befürwortet und genehmigt.

Eines nur muss ich pro domo anmerken: Ich flüchte nicht vor der Empathie in den Alkohol – das taten wohl einige Standortärzte von Auschwitz, bevor sie zur Selektion gingen –, sondern mit dem Alkohol in die Empathie. Nüchtern ertrage ich kaum jemanden. (Ich erinnere zu meiner Entlastung an die Bismarck zugeschriebene Sentenz, dass der Deutsche erst nach einer halben Flasche Champagner zum Menschen werde.)

Ach so, und eins noch: Man darf die Flucht in die Nostalgie nicht mit dem melancholischen Grundgefühl gegenüber dem endlichen Menschenleben verwechseln, aus welchem alle Epik schöpft – und Epik ist notgedrungen retrospektiv.


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Virenschutz

(Netzfund)


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Das Corona-Virus tötet überwiegend Alte bzw. vorerkrankte Ältere, was sich mit den Erkenntnissen dieses Infektiologen deckt. Für die meisten anderen Menschen ist es ungefährlich und fügt sich somit in den aktuellen geistigen Bürgerkrieg Jung gegen Alt bzw. Corona-Party-feiernde Klimakids gegen Oma Umweltsau.

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(Dass der Knilch ohne alte weiße Männer weder ein Händi noch eine Bleibe noch ein Auto noch Worte hätte, erwähne ich der penetranten Vollständigkeit halber doch. )

Eine gewisse Ähnlichkeit zur illegalen Masseneinwanderung 2015 ff. besteht darin, dass sich bei diesem darwinistischen Wettlauf auch die Jungen und Fitten durchsetzten, derweil die Schwachen und Alten ruhig zurückbleiben durften. 

Welche Rolle die Verharmlosungspropaganda von Medien und Bundesregierung bei der Verbreitung von Covid-19 spielte, erläutert Dirk Müller. In der Tat ist es mindestens kurios, dass eine inzwischen Ausgangssperren erwägende Regierung jahrelang Stimmung gemacht hat gegen Leute, die sich für Krisenfälle prophylaktisch mit Konserven eindeckten ("Prepper") und sie, hui-buh!, stracks dem schlimmen rechten Spektrum zuordnete.


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Übrigens: Ein Flüchtling ist ein Mensch, der aus einem Land flieht. Wer gezielt in ein Land flieht, dafür Schlepper bezahlt und auf seinem Weg mehrere Grenzen überquert, ist ein Migrant, Glücksritter, Eindringling, Desperado, familiärer Brückenkopf, Glaubensverbreiter, Islam-Kombattant oder was auch immer, aber kein Flüchtling. Das war der Grund für die Drittstaatenregelung bei der Grundgesetzänderung anno 1993, und das ist der Grund, warum es in Deutschland kaum Flüchtlinge gibt.


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"Die AfD hat Ihr Wahlergebnis m.E. in Thüringen nicht wegen, sondern trotz Höcke erreicht, ein Ähnliches wie in Sachsen mit Herrn Urban, den im Vergleich mit Höcke kaum jemand kennt", meint Leser ***. "In vielen Bundesländern würde die AfD wahrscheinlich ohne Spitzenkandidaten ähnliche Ergebnisse erzielen wie mit."

Das sehe ich ähnlich. Die AfD wird trotzdem gewählt, trotz Gegenpropagada aus allen Rohren, trotz Boykott, trotz Antifa-Angriffen, trotz Verfassungsschutzbeobachtung, was zusammen notgedrungen dazu führt, dass die Personaldecke dünn (wie man zuletzt bei den Kommunalwahlen gesehen hat) und mitunter bizarr besetzt ist – der brave Otto-Normal-Deutsche im gehobeneren Dienst will eben lieber ein rechtschaffenes, unbeanstandetes Mitglied einer zwar schwindenden, aber bis zuletzt hoffentlich meinungshomogenen Volksgemeinschaft sein als ein Dissident.

"Ich möchte ausdrücklich sagen", fährt *** fort, "dass das Thema des zum Regierungsschutz mutierten 'Verfassungsschutzes' (der, ein weltweites Novum für einen Geheimdienst, seine Bobachtungsziele und mitunter -Ergebnisse in Echtzeit bekanntgibt) hierbei keine Rolle spielt. Ich halte diese Truppe seit Haldenwang für eine nicht mehr ernstzunehmende Institution, da die Verfassung seit 2015 maßgeblich durch die immer noch amtierende Regierung gebrochen wurde. Ich habe auch nichts gegen Höcke, weil er so aussieht, wie er aussieht, und habe mir, als Reaktion auf das ZDF-Sommerinterview, z.B. das 'Compact'-Sonderheftchen durchgelesen und daran nichts gefunden, was nicht auch schon mit Kapitelüberschriften wie ‚Identität Deutschlands bewahren‘ im CDU/CSU-Wahlprogramm 2002 stand.

Unerträglich sind hingegen seine Entgleisungen wie zuletzt, die wieder einmal eine bewusst bundesweit Kreise ziehende Provokation darstellen und ebenso eine parteiinterne Kriegserklärung sind. Dieser Fehdehandschuh wurde nun anscheinend aufgenommen. Parteikollegen 'ausschwitzen' zu wollen, spielt sich auf ebenso erbärmlichen und abgrunddummem Niveau ab wie diese als 'Krebsgeschwür' zu titulieren. Ich denke, die AfD würde mit einem Ausschluss Höckes soviel Mitglieder verlieren wie die 'Junge Freiheit' nach dem Bruch von Dieter Stein mit diesem an Lesern verloren hat, allerdings im Westen massiv zugewinnen, wenn der restliche Rahmen stimmt. Und ein paar Mitglieder zu verlieren wird sicher nicht schaden, z.B. die 21, die in Braunschweig Gedeon als Vorstand wählen wollten.

Ansonsten mache ich mir ernsthafte Sorgen z.B. über Herrn Resch, DUH, dessen Geschäftsfeld wegzubrechen droht und der nun in Friedrichshafen sitzt, traurig auf den Bodensee blickt und von Brüssel und vom Hackeschen Markt träumt während sein 'Lufthansa Senator Status' bedroht wird. Auch besorgen mich die arbeitslosen Textlieferanten von Greta Tugut oder die Organisatoren der Schlepperboote vor Libyen über die keiner mehr berichtet. Könnte man nicht, wenn einem an der Rettung der Welt gelegen ist vorgeblich, sich 'for Future' auch im Sinne eine 'Corona'-Hilfe engagieren? Z.B. durch Informationsveranstaltungen, Krankenbetreuung in Hospitälern, Onlinebenefizveranstaltungen, Einkaufshilfe für Betagte die alleine in Wohnungen sitzen? All das wird's wohl nicht geben. Auch die 'Grünen' scheinen verstummt."


Stimmt. Das Virus mag aus anthropozentrischer Sicht ein übler Geselle sein, aber es ist dafür verantwortlich, dass die Grenzen wieder kontrolliert werden, dass die EU in all ihrer prangenden Unwichtigkeit dasteht, dass die Grünen und Greta nicht nur die Klappe halten, sondern alle westliche Welt sich in Ruhe vergewärtigen kann, wie eine Gesellschaft und die zu ihr gehörende Wirtschaft aussähen, wenn diesen Figuren das Sagen hätten. Das wird sich in den nächsten Wochen aber noch deutlicher offenbaren. Ob Corona Trump besiegt, wie ein Analyst erstaunlich früh orakelte, werden wir sehen. Die Jünger Gretas aber dürfte das Virus längst erledigt haben.


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PS: Leser*** ist sauer über den Vorredner und dessen Zitierer: "Ich kannte Sie gar nicht. Über Höcke kam ich dann zur Sezession und Kubitschek und von dort irgendwann zufällig auch zu Videos mit Ihnen. Dass ich Sie überhaupt kenne, verdanken Sie Höcke."

Und vice versa, geehrter Herr!


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Diesen eminenten Dialog kommentiert Freund ***, der mich darauf hinwies, mit einer Anekdote, "die Julius Schoeps erzählt hat (sie ist nirgends schriftlich festgehalten):

1934, Ku’damm. Hans-Joachim Schoeps trifft zufällig auf Hans Blüher, und der sagt zu ihm: 'Ach, Herr Schoeps, diese Nazis haben wirklich alles verhunzt, sogar den Antisemitismus!'"

PS: Leser *** weist darauf hin, dass diese Anekdote doch publiziert wurde, und zwar in Schoeps Autobiographie "Die letzten 30 Jahre".


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Leser *** macht darauf aufmerksam, dass die FAZ "mit Eintreffen des Corona-Virus die Leserkommentarfunktion vollkommen abgeschafft hat. Das gezielte Abschalten einzelner Kommentarmöglichkeiten ging zwar schon früher los, nämlich mit der Berichterstattung über die Bluttat von Hanau, wozu systematisch kein einziger Aritikel der FAZ kommentiert werden konnte, vermutlich mit dem Ziel, das mediale Trommelfeuer gegen die angebliche geistige Mittäterschaft der AfD ungestört und ohne kritische Stimmen im Hintergrund durchzuziehen. Ein Schelm, der hier nicht gesteuerte Absicht erkennt. Denn wer in der Vergangenheit das ab und zu freigeschaltete Leserforum der FAZ zu bestimmten 'Reizthemen' aufsuchte, konnte feststellen, dass dort die Berichterstattung der FAZ oft mehrheitlich kritisch hinterfragt wurde. Jetzt, in Zeiten von Corona, hat die Redaktion die Kommentarfunktion vollkommen abgeschafft. Eine Begründung dafür habe ich nicht gesehen. So funktioniert Meinungsmitsprache bei der FAZ – ein Blatt, das schon lange nicht mehr das ist, was es einmal war. Fast fühlt man angesichts dieses Vorgangs an den bekannten Ausspruch von Bertolt Brecht erinnert: einfach mal die Leserschaft abschaffen. Es kann aber auch sein, dass die Redaktion aus Sorge vor einer Infektion eine Ansammlung von mehreren kritischen Kommentaren nicht mehr zulassen möchte. Zu groß ist die Gefahr einer Ansteckung."

Dass die "Zeitung für Deutschland" sich inzwischen als Verlautbarungsorgan der Bundesregierung versteht, beweist sie Leitartikel für Leitartikel. "Es wird immer Parteien in der parlamentarischen Demokratie geben, die Institutionen, Mandate und Verfahren nur nutzen, um einen anderen Staat, eine andere Gesellschaft, ein neues Volk, ja, gar einen neuen Menschen zu schaffen", hat etwa der FAZ-Redakteur Jasper von Altenbockum in einem Kommentar über die AfD geschrieben. "Solche Ziele dürfen nur dann verfolgt werden, wenn sie unverrückbare Grundlagen des Staates akzeptieren. Dazu dient die Verfassung. Die Versuchung ist für radikale Kräfte allerdings groß, sie nur zum Schein anzuerkennen, ihr nur solange treu zu sein, wie sie sich als Tarnung einsetzen lässt."

Mit den Worten "einen anderen Staat, eine andere Gesellschaft, ein neues Volk, einen neuen Menschen" beschreibt Altenbockum eine genuin linke Utopie, deren Verwirklichung – die "Umwandlung einer monoethnischen, monokulturellen Gesellschaft in eine multiethnische" (Yascha Mounk) – inzwischen die von allen "Altparteien" (Cl. Roth) akklamierte Politik der Bundesregierung ist. Konkret geht es dabei um die Ausdünnung und mähliche Entmachtung des Grundgesetz-Souveräns "deutsches Volk" durch die Förderung einer sowohl disruptiven (um ein Merkelsches Lieblingswort zu verwenden) als auch stetigen Migration juveniler Kulturfremder einerseits, die Aushöhlung der nationalen Souveränität und schleichende Entmachtung des Parlaments auf dem Umwege der immer umfassenderen Unterwerfung unter die EU zum anderen. Das öde Programm heißt: Auflösung der Nationen und nationalen Traditionen, Förderung der weltweiten Migration, ethnische und sexuelle Diversifizierung (Gender), Aushöhlung der traditionellen Familie, am Ende eine Welteinheitsbevölkerung aus losen Einzelnen, beherrscht von einer tugendterroristischen Weltregierung, die jeden Einzelnen bis in die letzten Winkel seines Sozialverhaltens kontrollieren und rechtleiten kann. Welcher Nichtfaschist wollte zu einem solchen Weltheilsplan Nein sagen?

Jeder Weg wird gemeinhin schrittweise zurückgelegt. Im Landtag von NRW fand am 4. März eine Anhörung im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG, früher Antidiskriminierungsgesetz) statt. Ein Teilnehmer mailte mir Auszüge aus einem Gutachten dazu:

"Hintergrund der Einführung von Nichtdiskriminierungspflichten in das deutsche Zivilrecht von der Unionsebene her ist der Umstand, daß das Europarecht – was ebenfalls in der breiten Öffentlichkeit weithin verkannt wird – völlig anders funktioniert, als etwa das nationale Verfassungsrecht mit seinem Katalog der Grundrechte, die primär als staatsgerichtete Abwehrrechte und aus Sicht des Staates als negative Kompetenznormen zu verstehen sind, oder das nationale Zivilrecht, das eben auf den Grundsatz der Privatautonomie gegründet ist. Privatautonomie würde jedenfalls in diesem Zusammenhang unter anderem bedeuten, daß die inneren Motive eines Bürgers bei seinem privaten Geschäften zivilrechtlich nicht interessieren und staatlich nicht zu erforschen sind, sondern der Bürger sich bei seinen Verträgen eben nur an die äußeren Regeln zu halten hat, also zum Beispiel seine Vertragspartner nicht arglistig täuschen darf; ob er hingegen lieber ein junges Ehepaar mit Kindern als Mieter haben will oder ein exzentrisch wirkendes homosexuelles Pärchen, war herkömmlich immer seine Privatangelegenheit. Gerade dieses staatliche und rechtliche Desinteresse an der privaten Gesinnung eines Bürgers (also ob dieser etwa mit den politischen Vorstellungen einer bestimmten Partei innerlich konform ging, oder aber diese ablehnte) nannte man in der alten Bundesrepublik 'Freiheit' und betrachtete das rechtliche Gegebensein dieser privaten Freiheit als wesentliches Abgrenzungsmerkmal des eigenen politischen Systems gegenüber den Lebensverhältnissen in der DDR. Umgekehrt galt die Verpflichtung des Privatmannes, auch im Rahmen seiner privaten Rechtsgeschäfte (etwa als Arbeitgeber oder Vermieter) an der Verwirklichung übergeordneter politischer Ziele mitwirken zu müssen, der politischen Theorie der alten Bundesrepublik als das unverkennbare Merkmal eines totalitären Systems."

Und an anderer Stelle:

"Das Europarecht kennt im engeren Sinne weder den Unterschied zwischen Verfassungsrecht und Privatrecht, noch den Grundsatz der Privatautonomie als Grundpfeiler einer freiheitlichen Zivilrechtsordnung. Daher ist das Europarecht auch nicht etwa ein höheres transnationales Verfassungsrecht, sondern es funktioniert nach dem Muster des französischen Verwaltungsrechtes nach planungsrechtlichen Grundsätzen. D.h., es orientiert sich nicht an Tatbestand und Rechtsfolge, sondern es gibt Ziele vor, die von den Akteuren zu erreichen sind, wobei es auf den Unterschied zwischen staatlichen und privaten Akteuren nicht durchgreifend ankommt; das Recht definiert im Unionsrecht nicht den äußeren Rahmen aller Politik, sondern es dient als Werkzeug der Gesellschaftsveränderung. Wo das Europarecht Grundrechte und Grundfreiheiten gewährleistet, da dienen diese durchweg nicht – im Unterschied etwa zur Konzeption der Grundrechte des Grundgesetzes – der Sicherung einer selbstzweckhaft gedachten privaten Freiheit des Bürgers, sondern sie sollen den Bürger in die Lage versetzen, dem Unionsrecht möglichst auch gegen den abweichenden politischen Willen eines Mitgliedstaates zur Geltung zu verhelfen. D.h., überall tritt der instrumentale und mithin gerade nicht freiheitssichernde Charakter des Unionsrechts zu Tage."

Noch Fragen?


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Als Vollstrecker dieser letztlich verfassungsfeindlichen Politik tritt groteskerweise der Verfassungsschutz an. In einem Interview sagt dessen thüringischer Satrap Stephan J. Kramer:  

"Mir geht es um die Neue Rechte, die nicht mehr so neu ist. Diese Neue Rechte existiert parallel zum gewalttätigen Rechtsextremismus, wie wir ihn jüngst immer wieder erlebt haben. Sie hat mit ihrem 'ideologischen Rechtsextremismus' seit Jahrzehnten sukzessiv soziale Räume erobert und diese mit ihren völkisch, nationalistischen Giften durchsetzt. Und diese Neue Rechte sehe ich als eine mindestens ebenso große Bedrohung wie den gewalttätigen Rechtsextremismus, vielleicht sogar noch ein Stück mehr."

Falsche Ansichten – und zwar desto falscher, je verfassungskonformer – sind "vielleicht ein Stück" gefährlicher als Gewalttaten: Allein für diesen Satz müsste der Mann entlassen werden. (Diese falschen Ansichten sind übrigens in den meisten Staaten nicht nur der Erde, sondern auch Europas Regierungshandeln.)

"Sie werden sich fragen, was es noch Schlimmeres geben kann, als wenn Blut fließt und Menschen verletzt oder sogar ermordet werden. Langfristig schlimmer ist die Zersetzung der Fundamente unserer offenen Gesellschaft und unserer Demokratie durch solch einen giftigen Spaltpilz, wie ihn die Neue Rechte darstellt."

Das alte Muster: Nicht die Realität, nicht politisch erzeugte reale Zumutungen, sondern Ansichten spalten die Gesellschaft. Marxistisch erzogen, spiele ich da nicht mit.

"Jeder hat wohl seit 2015 eine zunehmende Radikalisierung auch in der Mitte der Gesellschaft bemerkt."

Warum nur? Ist irgendetwas passiert?

"Diese Mitte hatte bis vor ein paar Jahren Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung im politischen Diskurs eigentlich immer abgelehnt. Doch plötzlich gibt es eine Enthemmung und Anwendung von Gewalt innerhalb der Gesellschaft."

Antifa? Messermänner? Anis Amri? Mia und Maria?

"Da ist es nun wirklich kein Hexenwerk darauf zu kommen, dass die politische Vergiftung mit Hassreden und Hetze ihre konkreten Wirkungen nicht verfehlt haben."

Ah, AfD, Internet, alternative Medien als Vorbereiter von "Kassel" oder "Hanau". Meine Gegenthese habe ich längst unter dem Applaus eines FAZ-Genies formuliert: Multikulti ist nicht nur "gescheitert" (A. Merkel), sondern produziert eben auch "Verwerfungen" (Yascha Mounk).

"Im Ergebnis haben sich zunehmend Teile unserer Bevölkerung in der Mittelschicht regelrecht radikalisiert. Sie versuchen jetzt, mit gewalttätigen Maßnahmen politische Diskussionen zu bestreiten."

So so, Teile der Mittelschicht versuchen, "mit gewalttätigen Maßnahmen" (GEZ-Verweigerung? Zusammenstehen zu dritt?) "politische Diskussionen zu bestreiten"? Mir ist keine einzige Maßnahme der Mittelschicht bekannt. Kann inzwischen der gesamte Apparat nur noch Merkeldeutsch? – Aber mal unter uns geistigen Brandstiftern: Wer so spricht, ist gefährlich. Ihm könnte einfallen, mit gewalttätigen Maßnahmen politische Diskussionen zu bestreiten. (Nein, natürlich würde das einer Lakaiennatur nicht einfallen. Es muss ihr schon befohlen werden.)

"Eine Kausalität zwischen Hass und Hetzreden auf der einen Seite, sowie Gewalttätigkeiten gegen Menschen und Sachen (sic!) auf der anderen kann heute niemand wirklich ernsthaft bestreiten."

Eine Kausalität zwischen dem Import feindlicher Fremder und der wachsenden Feindlichkeit gegen die dafür Verantwortlichen indes muss jeder brave schon länger hier Lebende bestreiten, wenn ihm nicht der Regierungsschutz auf die Pelle rücken soll.

PS: Erwähnte ich, dass Kramer nicht nur der SPD angehört, sondern auch im Beirat der Amadeu Antonio Stiftung sitzt?

PPS: "Der Ausdruck 'Dummbart' stimmt meistens."
Johannes Groß


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"Annahme:", schreibt Leser ***, "die Regierung vergibt jetzt tatsächlich unbegrenzte Kredite an Unternehmen und in drei Monaten läuft die Wirtschaft normal; dann haben wir im Herbst 2021 Bundestageswahl; wenn dann rot-rot- grün drankommt, passiert folgendes: Justizministerin Kipping bringt zusammen mit Wirtschaftsminister Rixinger ein Gesetz ein, das besagt, dass alle Staatskredite (weil sie sowieso nicht zurückgezahlt werden können) im Wege eines Debt-to-Equity swaps in Eigenkapital umgewandelt werden. Dann haben wir auf demokratische Weise und unter dem Jubel der ÖR den Sozialismus eingeführt.

Auch Immobilienbesitzer sollten sich nicht freuen: über Zwangshypotheken hat man schon mal während der Euro-Krise laut nachgedacht. Das wird noch richtig lustig."