Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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23. März 2020


Nemesis:

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Das Leben kann so einfach sein.


PS: "Der Frau kann geholfen werden. Ein mir bekannter Spargelbauer in Südhessen sucht händeringend Saisonarbeiter (d,w,m)."
Leser ***


                                 ***


"Sehr geehrter Herr Klonovsky, selbstverständlich haben Sie Recht:

Das ist von wirklicher Komik: Baden-Württemberg will als einziges Bundesland seine Baumärkte nicht schließen. Links des Rheins würden sie – also nicht mehr "sie", nur noch eine Mehrheit – auf die Barrikaden gehen, wenn die Weinhandlungen dichtmachen sollten. Aber selbstverständlich sind auch Schaffe, schaffe und Savoir-vivre nur soziale Konstrukte.
 
Aber Sie formulieren es so spöttisch, als ob sie diesen Unterschied für essentiell hielten. 

Weinhandlungen verteidigen oder Baumärkte ist eine kulturelle Prägung. Niemand wird damit geboren (genauso wenig mit Religion oder Kleidung). Diese Vorlieben sind konstruiert und können sich ändern, etwa wenn der Islam Frankreich erobert oder die Lebensfreude Schwaben. Ein schwäbischer Knabe, den sie von französischen Eltern erziehen lassen, wird eher Weinliebhaber als Mädchen, denn um Mädchen zu werden, reicht es nicht, ein soziales Konstrukt durch ein anderes zu ersetzen, sondern da ist Biologie im Weg - was nicht bedeutet, dass alles, was überwiegend die Männchen oder die Weibchen machen, biologisch begründet ist.

Das, was wir für 'unsere Art zu leben' halten, ist soziales Konstrukt."

Sie sind mir, geehrter Herr ***, einen Schritt voraus; ich wollte mit dieser Bemerkung nur bespötteln, dass es Zeitgenossen gibt, die behaupten, es existierten keine Mentalitätsunterschiede zwischen Gruppen, Stämmen, Völkern. Und hier haben wir es mit genetisch verwandten und benachbarten Kollektiven zu tun. – Im Übrigen kann ich Ihnen nur zu, sagen wir, 75 Prozent zustimmen. Wenn man Kinder verschiedener ethnisch-kultureller Herkunft von kleinauf an unter identischen Bedingungen aufwachsen lässt, passen sie sich ihrer Umwelt an und gleichen sich im Verhalten. Dennoch führt neben ihren individuellen Charaktermerkmalen da und dort auch die ethnische Prägung zu unterschiedlichen Verhaltensweisen. Ich kenne Kinder aus ethnisch-kulturell gemischten Ehen, die hier geboren und aufgewachsen sind, die Heimat ihres exotischeren Elternteils (und zuweilen auch diesen selbst) nie kennengelernt haben und dennoch in bestimmten Situationen so reagierten, wie es ein deutsches Kind nie tun würde (immerhin: je älter sie wurden, desto seltener). Aber über kollektive Eigenschaften und deren genetische Fixierung soll man heutzutage nicht reden, solche Unterschiede sind tabubewehrt, sie stehen der Brave New World im Wege. Das ändert freilich nichts daran, dass sie existieren.


                                 ***


Zum Abschalten einzelner Kommentarmöglichkeiten bei der FAZ (Acta vom 20. März) schreibt Leser ***, dergleichen "findet gezielt seit 2015 in allen medialen Onlinebereichen der ÖR statt" und empfiehlt dazu eine Analyse von David Kriesel, der zwischen 2014 und 2016 knapp 100.000 Artikel von Spiegel online u.a. auf deren Kommentierbarkeit untersucht hat, also in der heißen Zeit von Flut, Herrschaft des Unrechts und des damit einhergehenden Stimmungsumbruchs in Kein-schöner-Land. Was Kriesel ermittelte, entspricht ca. hundertprozentig meinem Vorurteil: In gewissen Bereichen wurde die Kommentierbarkeit immer mehr beschnitten; während Sportberichte ohne jede Einschränkung kommentiert werden konnten, sankt diese Möglichkeit beim Thema Justiz auf 30 Prozent, bei Themen wie NSU, Rechtsradikalismus, Israel, Nahostkonflikt noch weit darunter. Artikel über Asyl/Flüchtlinge wurden meist ohne Kommentarfunktion publiziert. Es drohte schließlich Willkommenskraftzersetzung.

Das ist der erste, der grobe Filter. Der zweite, feinere ist jener, der die Falschmeiner aus den zur Kommentierung freigeschalteten Texten siebt. – Sein Eindruck "war und ist", notiert ***,  "dass bei entsprechenden Formulierungen verschiedene Beiträge gar nicht erst erscheinen.
Diesbezüglich haben wir also bereits eine DDR 2.0."

Na was denn sonst!


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Der edle Wilde, der das gekotzt hat, will deutscher Kanzler werden:

Habeck1


Es handelt sich nicht um ein Interview, nicht um spontan Dahingesprochenes, sondern um Geschriebenes.


Habeck2

Das wäre dann der dritte im Bunde bzw. Amte, der mit Deutschland nichts anfangen kann, wobei die beiden anderen – bei aller grundlegenden Verschiedenheit ihrer Ziele, Mittel und Wagner-Kenntnisse! – es immerhin zuvor versucht hatten, bevor sie sich enttäuscht abwandten (die Lady ist noch mittendrin, also in der Enttäuschung, nicht im Abwenden).

Die Geschichte Deutschlands war nach Habecks Meinung "über weite Strecken eine der Barbarei", was ich kulanterweise darauf zurückführe, dass ihm nur eine Kurzstrecke überhaupt geläufig ist, die von 1933 bis heute, und in der Tat gab es ja von 1949 bis zur Grünen-Gründung anno 1980 nur 31 zivilisierte Jahre.

Ansonsten und dem Gevatter hier zur Nachhilfe offeriert, war die deutsche Geschichte im geistigen, künstlerischen, wissenschaftlichen und technischem Sinne ein Palladium der Menschheit; kein oder kaum ein zweites Land hat eine solche Fülle von Entdeckungen, Erfindungen, Kunstwerken und Genies aller Kategorien hervorgebracht, und es trifft sich gut, dass soeben dazu ein mehrtausendseitiges Opus erschienen ist:

"Forgotten Creators is an online reference book that was first released in February 2020. With over 3,800 pages, it covers revolutionary innovators and innovations that came out of the predominantly German-speaking scientific world during the period circa 1800–1945, and what we can learn from them that could improve innovation in the modern world. The book has been reviewed by European and American historians and scientists."

Ergänzend verweise ich noch einmal auf diesen hilfreichen Text über deutsche Erfindungen.

Unter einem grünen Kanzler wird das alles freilich noch mehr unter Nostalgie fallen als unter einer ostdeutschen protestantisch-sozialistischen Physikerin.

PS: "Ich bin Physiker und lehne es entschieden ab, diese Frau Physikerin zu nennen."
Leser Dr. ***

PPS: "Zu dem zitierten Dr. *** darf ich ergänzen: Als promovierter Neurologe und Physiologe habe ich in 30 Jahren noch nie einen Physiker getroffen, weder als Privatperson, noch als wissenschaftlichen Kollegen, noch als Patienten, der die Syntax seiner Muttersprache nicht beherrscht. Somit hege auch ich seit langem den Verdacht, dass Frau Merkel weder einen echten Doktotortitel erworben hat, noch dass sie eine Physikerin sein kann."

Es war leider ausgerechnet ein Professor für Theoretische Physik, der mir die Seriosität der Merkelschen Doktorarbeit bestätigt hat. Daraus ergeben sich drei Möglichkeiten:

  1. 1. Sie ist der erste Physiker, der seine Muttersprache nicht beherrscht.
  2. 2. Der Professor (ein guter Bekannter allerdings) hat mich angelogen.
  3. 3. Die Arbeit stammt nicht von ihr.



                                 ***


Leser ***, AfD-Mitglied, legt dar: "Ich bin immer wieder überrascht über Typen wie Gedeon und glaube, dass deren Verhalten eine psychische Störung zugrunde liegen muss. Ähnlich wie bei dem Amokläufer von Hanau, wo ich auch nicht primär rassistische Motive vermuten würde, sondern ein Handeln im Rahmen von Wahnvorstellungen. Bei Gedeon und Co. kommen ja verschieden Dinge zusammen.
1. Muss man Juden für das Grundübel der Welt halten. Ein solches Fehlurteil kann ich mir noch vorstellen.
2. Muss man den Drang haben, der ganzen Welt diese 'Erkenntnisse' mitzuteilen, obwohl man weiß, dass solche Thesen und Einschätzungen zumindest in Deutschland zur sozialen Ächtung führen. In der Güterabwägung entscheiden sich diese Leute für den Weg an die Öffentlichkeit. Es gibt also den festen Willen zum Missionieren mit dem vorhersehbaren Ergebnis des 'Märtyrertodes'.
3. Treten die Fälle, von denen die AfD betroffen ist, auch noch in eine Partei ein. Hier folgt das nächste Fehlurteil, weil jeder wissen könnte und müsste, dass solche Ansichten hier nicht erwünscht sind.
4. Sträuben sich diese Charaktere, die Partei auch nach Aufforderung freiwillig zu verlassen und wollen lieber mit Gewalt vor die Tür gesetzt werden.
Fazit: Ich bin kein Fachmann, aber das alles riecht nicht nach geistiger Gesundheit. Wir hatten so einen Fall gerade in Hannover. Ich halte das nicht für 'normalen' Antisemitismus, sondern für eine Sonderform, deren Ursache vermutlich eine Erkrankung ist."


                                 ***


Manchmal fürchte ich, dass es kein Lachen nach Bernd Zeller gibt:

Macht der Gewohnheit 480x715

(Gefunden bei Publico.)