Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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Der Leser spricht


"Sehr geehrter Herr Klonovsky, mit großem Interesse habe ich Ihre Ausführungen zu Bill Gates, die Reaktionen darauf und Ihre hierauf erfolgte Duplik gelesen. Meiner Ansicht nach haben Sie keinen Grund, argumentativ in den Sie schützenden Hafen des Vorzugs des Dilettantismus zu segeln. Warum kommt eigentlich keiner darauf, diesen Lesern, welche das Knie vor Gates' Milliarden und seinem angeblichen Genie beugen, das entgegenzuhalten, was doch offensichtlich ist? Der Mann ist doch selbst Dilettant!!! Ist er Mediziner? Virologe? Epidemiologe? Hat er wenigstens, wie sein Genosse Maoist Ghebreyesus einen Schmalspurabschluss in Biologie (Asmara) plus ein paar Schwachbrustdiplome in Immunologie in Communities? Alles nein. Selbst der ekelhaft lobhudelnde (deutsche) Wikipediaartikel muß schmallippig zugeben, daß Gates sein Harvardstudium abgebrochen hat, um sich vollumfänglich seiner Tätigkeit als Garagist zu widmen.

Der Mann hat von Viren soviel Ahnung wie Merkel von deutscher Syntax (ich würde sie so gern einmal auf Englisch parlieren hören – das sollte einen lübkeähnlichen Unterhaltungswert haben) und alle Leute, die ich bei Microsoft kenne, sagen lãchelnd, wenn auf die offensichtliche Insuffizienz ihrer Produkte sowie der Nutzung der 'User' als Laborratten (sic!) für die laufende Verbesserung eines unfertig auf den Markt gebrachten Produkts angesprochen: 'it's a Garage Company'. Besser und treffender kann man es wohl kaum beschreiben. Denn abgesehen davon, dass der Nutzer das jeweilige MS-Produkt für teuer Geld mangels Alternative kaufen m u s s t e (da ist sie wieder: die von Gates anvisierte Quasimonopolstellung), ist es konservativem Wertarbeitsdenken einigermaßen zuwider, dass man zur Produktoptimierung auch noch durch Beschwerden und Eingaben beitragen muss. Das ist Grundkonzept bei Microsoft, und eine nunmehr über Jahrzehnte perpetuierte Unverschämtheit. Und dessen Gründer sowie, wie ich annehme, geistiger Vater dieses Konzeptes will mit seinem Impfstoff 7 Milliarden Menschen durchimmunisieren lassen? Dieser Mann, ein völlig gewissenloser Dilettant?

Daß wir uns nicht mißverstehen, gegen Geldmachen, auch auf die robuste Art, habe ich nichts. Aber gegen die darauf folgende Erhebung eines unverstellten charakterlichen Nullums auf ein moralisch wertvolles Podest, dagegen habe ich was. In jedem Fall ist das Etikett 'genial' für mich zuviel des Guten für jemanden, der meiner Einschätzung nach zuviele wechselnde Nannies, eine lehrende Mutter und ein hartes Leben auf dem Schulhof bei stark zu vermutender Unsportlichkeit, ergo eine schwere Kindheit hatte. Augenscheinlich Grund genug für ihn, die Menschheit jenseits der für Unsereins üblichen, fröhlichen Misanthropie zu hassen und das ganze perfid-pilgrimistisch als Wohltat zu verkaufen."


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"Hinsichtlich Ihrer Äußerungen über den früheren Eigentümer von Microsoft möchte ich dazu beitragen, die Lobeshymnen einiger Leser über Herrn Gates Lebensleistung zu relativieren.

Bill Gates mMn einzige anerkennenswerte Leistung ist es, 3 Mitarbeiter der Firma IBM Personal Computer über den Tisch verhandelt zu haben. IBM benötigte 1980/81 dringend ein Betriebssystem für ihren neu entwickelten PC auf Basis von Intels 8086 Mikroprozessor. Entgegen der bei IBM üblichen Firmenphilosophie ist es Herrn Gates gelungen, einen Vertrag zur Lizenzierung, d.h. Zahlung nach Stückzahl zu vereinbaren. Dies geschah vor allem, weil man nach früheren Erfahrungen mit Rechnern davon ausging, daß es bei einer überschaubaren Stückzahl bleiben würde und mit keinem Gedanken den Erfolg des IBM PC vorhersehen konnte. IBMs übliche Geschäftspolitik zu der Zeit war es, von kleineren Zulieferern das ganze Produkt, im Fall von Software alle Rechte, in einer einzelnen Transaktion zu kaufen.

Mit dieser anerkennenswerten kaufmännischen Leistung hat der Studienabbrecher Gates den Goldesel für seine Firma erfunden. MS-DOS wurde von Gates gekauft, nicht erschaffen, eventuelles Lob hierfür hätte sich Tim Patterson verdient. Das Produkt war aber technisch nicht so aussergewöhnlich, daß man darüber weiter reden müsste.

Den weiteren Werdegang seines Unternehmens kann man, wenn man sich kurz fassen möchte, wie folgt skizzieren:
1. Es ist unheimlich schwer für ein Unternehmen, die Insolvenz zu erreichen, wenn man ständig mit großen Summen aus Lizenzgebühren finanziert wird, ganz unabhängig davon welche Entscheidungen die Führung trifft.
2. Wenn der Anführer ein eher schlichtes Raubtiergemüt als Geschäftsführer hat, kann er mit den so reichlich vorhandenen Ressourcen allerdings viel gesellschaftlichen Schaden anrichten. Es gibt viele ältere IT-Fachleute, die davon ausgehen, daß wir den Stand der Softwaretechnik zum Zeitpunkt von Gates Rücktritt von der Führung von Microsoft sicher ein Jahrzehnt früher erreicht hätten, wenn es diese Firma nicht gegeben hätte und niemand sonst diese Lücke mit dem gleichen Verhalten gefüllt hätte.

Das technische Wirken von MS in dieser Zeitspanne lässt sich wesentlich so beschreiben: Eigene Entwicklungen oder Erfindungen krankten oft daran, daß man sich ausserhalb der eigenen Produktpalette nicht auskannte, sofern es Konkurrenz gab, waren die Implementierungen oft mehr daran ausgerichtet, die Konkurrenz zu Lasten des Kunden auszubremsen, als daran, möglichst nützliche Software zu sein.

Zahlreiche innovative Entwicklungen anderer Unternehmen wurden entweder durch Aufkauf vom Markt entfernt, um die eigene Firma zu schützen, oder das aufgekaufte Produkt wurde, wie bereits im Fall der ersten Ware des Unternehmens, verschlimmbessert und selbst vermarktet. Industriestandards wurden durch unvollständige/undokumentierte, fehlerhafte oder falsche Beiträge 'vergiftet', so daß notwendige Kompatibilität möglichst nur mit eigenen Erzeugnissen gewahrt blieb. Die Daten der Kunden wurden so für sehr lange Zeit in Geiselhaft genommen, was sehr viele kleinere Unternehmen, bei denen IT lediglich Mittel zum Zweck war und ist, zu zuverlässigen Geldquellen, unbeachtlich der Produktqualität machte.

Ein lehrreiches, wenn auch einseitiges Buch dazu wäre 'Barbarians led by Bill Gates'. Bei Zeitknappheit genügen auch die Amazon-Rezensionen.

Wenn Sie es bis hierher durchgehalten haben: Ich bin promovierter Experimentalphysiker und beschäftige mich seit etwa 1983 mit (Micro-)computern. Sie können daher unschwer meine Meinung zur derzeitigen Bundeskanzlerin erraten."


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2020 04 15 1 0


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"Nachdem ich zwei Interviews von Herrn Gates gesehen habe, war ich ähnlich geschockt wie Sie. Der Mann ist größenwahnsinnig und – wie viele Größenwahnsinnige mit Geld und Einfluß – gefährlich. Gefährlich deshalb, weil Größenwahn oft eine explosive Mischung hervorbringt, in der es auf der einen Seite zu einem Realitäts- und Empathieverlust kommt, auf der anderen Seite jedoch die eigenen Ziele mit monomanischer Intelligenz und beträchtlichem Charisma verfolgt werden können. Spontan kam mir dazu nur in den Sinn: EVIL. Das war übrigens bevor ich Ihren Eintrag zu Bill Gates gelesen habe.

Insgesamt ist jedoch der Mann als Person unwichtig. Wichtig ist die offensichtlich politisch maßgeblich geförderte Strategie, als deren Gesicht Bill Gates international herumgereicht wird."