Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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20. April 2020, Geburtstag von ...


... Marietta Slomka!


Darf ich Sie bitten, geneigte Damen und Herrinnen, Ihre geschätzte Aufmerksamkeit heute auf diesen Reiseveranstalter zu richten:

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"The best way to travel" führt aktuell über griechische Todeslager, wo vor allem unterernährte, zerlumpte, von den Fluchtstrapazen erschöpfte kleine Mädchen und auch ein paar Buben auf ihre Rettung hoffen – und siehe, obwohl das deutsche Parlament dagegen votiert hatte, wird ihnen Einlass gewährt (es sind ja auch keine 5000 wie in der Bundestagsdebatte, sondern erst mal weniger oder irgendwann mehr, wer weiß das am Ende schon?)... Dass einige von ihnen asiatisch aussehen, hat damit zu tun, dass sie sich bereits seit ihrer Geburt vor Assad in Afghanistan verstecken mussten.

Darf ich Ihre Aufmerksamkeit nun auf das ungefähr sechsjährige Mädchen ganz links lenken:

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Ich zoome die Kleine – vielleicht ist es auch ein Junge – gern noch mal größer:

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Achten Sie bitte auf das T-shirt. Dort steht geschrieben: "Istanbul 1453". Was mag in Instanbul 1453 geschehen sein? Na gar nichts, damals hieß es ja noch Konstantinopel! Wahrscheinlich bedeutet der Aufdruck nur irgendeine Adresse in der türkischen Metropole, einen Sehnsuchtsort, vielleicht ist dort ein Spielzeugladen oder ein Friseurgeschäft, wo man sich nach einem Elendsmarsch den Nacken so gut ausrasieren lassen kann.

Was sagen Sie? 1453 haben die Osmanen die Stadt erobert, weil irgendjemand die Kerkaporta offengelassen hatte? Das sei ein hochsymbolisches Datum für die Islamisierung Europas? Aber wie kommt ein vielleicht Sechs- oder auch Achtjähriger an so ein Leibchen? Was will er uns damit sagen? Dass er sich für 1453 schämt und um Verzeihung bittet, weil damals so viele Jesus-, also Īsā-Leute ermordet wurden? Immerhin stammt er aus jenem Weltteil, dessen Truppen weiland Konstantinopel auslöschten, und flieht gerade jetzt, in diesem Moment, in die Welt der – im weitesten Sinne – Christen. Vielleicht weiß der Junge aber überhaupt nicht, was er da auf seinem ausgehungerten Körper trägt. Haben ihm womöglich humorvolle Salafisten das Shirt geschenkt? Oder eine europäische NGO mit Sinn für Erniedrigte und Beleidigte?

Letztlich ist es auch egal, nu isser halt da, und irgendeine Merkel lässt ja immer die Kerkaporta offen. Außerdem wurde Konstantinopel damals entvölkert, das heißt, es fand ein planvoller Bevölkerungsaustausch zugunsten der Muslime statt, während das Land der überalterten, lendenlahmen Postchristen heute stattdessen von jungen Muslimen bevölkert wird, damit es nicht vollends verödet.

Übrigens: Wem das nicht passt, wer die Werte der freien Wohnort- sowie T-shirt-Aufdruckwahl nicht vertritt, der kann ja jederzeit das Land verlassen (in memoriam Walter Lübcke).


PS: "In der Geschichtsschreibung wird die Eroberung von Konstantinopel bisweilen als eines der Ereignisse genannt, die den Übergang vom europäischen Mittelalter in die Renaissance markieren", belehrt die Zeitgeistschrottsammelstelle all diejenigen Tröpfe, die meinen, dieses Datum markiere das definitive Ende des Christentums in Kleinasien. Nicht nur das deutsche Wirtschaftswunder, auch die Renaissance geht auf Türken und letztlich auf den Islam zurück. Es gilt ja auch der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima als Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft, oder, um die Latte ein bisschen höher zu legen, der Sturm der Kriegsfreiwilligenregimenter im flandrischen Langemarck als Übergang zur Zwölftonmusik. Liebe Student*innen, bilden Sie weitere Beispiele!

PPS: Tatsächlich trug die Eroberung Konstantinopels auf eine ähnliche Weise zur italienischen Renaissance bei wie die Judenverfolgung der Nationalsozialisten zur Erforschung der Kernspaltung. Im weiteren Text der Wikipedia wird die missverständliche Behauptung durchaus begründet: 

"Eine weitere Folge der Eroberung Konstantinopels war die Auswanderung vieler griechischer Gelehrter in den lateinischen Westen, insbesondere nach Italien. In Verbindung mit dem parallel aufkommenden Buchdruck fanden deren Lehren und die von ihnen mitgebrachten antiken Schriften schnell Verbreitung. Wenngleich dieser Prozess bereits in den vorangegangenen Jahrzehnten eingesetzt hatte, erfuhr er durch den endgültigen Untergang des Byzantinischen Reiches eine Intensivierung."




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