Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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22. April 2020


Wenig irritiert den braven, auf fremder Leute Kosten lebenden Linksdeutschen mit formelkramfreiem Universitätsabschluss stärker als ein Jude, der aus der deutschen Geschichte das einzige gelernt hat, was sich eben aus ihr lernen lässt: dass man diesem Volk zutiefst misstrauen muss, wenn es anfängt, obrigkeitsfromme Meuten zu bilden, die irgendwelchen Parolen folgen, welche sie für Ideale halten. Deren einer heißt Gideon Botsch und bohrt bei der "Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus" (schreibt sich wirklich so; die kennen den Koppelungsstrich nicht mehr, wahrscheinlich weil der Sexist Goethe und die Nazis ihn benutzt haben) die ganz dicken akademischen Bretter, wobei ich Wetten annehme, dass dieser Atlas der Gedenkstättenpädagogik, dieser bratenwitternde Beschneidungsneiding und tendenzvollstreckungslüsterne Nachsteller in ca. zehn Jahren nur noch einen auf Islamophobieforschung und -lehre machen wird; allein die Beflissenheit, mit welcher er Gendersternchen über seinen Schriftsatz verteilt – ein gegenderter Text sieht ja immer aus, als sei ein an Diarrhöe laborierender Wellensittich über ihn hinweggeflattert –, verspricht eine hohe Flexibilität bei der Anpassung an veränderte politische Großwetterlagen.

Besagter Herr Botsch ist heute, obzwar Leiter der koppelungsstrichbefreiten Emil Julius Gumbel Forschungsstelle, ein Vertreter jener knalldeutschen Mentalität, die weiland den guten Gumbel von der Universität und schließlich aus Kein-schöner-Land verjagte, obwohl unser wackerer Kämpfer gegen rechts das wahrscheinlich anders sehen wird, ich kenne seinen IQ nicht. Es gehört zu den für alle Zeiten nacherzählenswerten Köstlichkeiten der deutschen Geschichte, dass sich an deren Ende die Nazimentalität zur erkennungsdienstlichen Erforschung und Bekämpfung der Nazimentalität einstellte bzw. aufraffte. Auch aufschwang.

Deswegen nahm unser engagierter Streiter gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus jetzt ein Fähnlein jüdischer Querulanten aufs Korn: die Juden in der AfD. Solche Texte sind ermüdend und intellektuell ein bisschen eklig, aus dem Schutze des Zeitgeistbiwaks werden die immergleichen Begriffsplatzpatronen verschossen, nie findet sich darin ein eigener Gedanke oder eine amüsante Formulierung, aber der Verfasser wäre ja auch nicht Politikwissenschaftler und Tendenzschwafler geworden, wenn der HErr ihn für Inspirationen auserkoren hätte. Deswegen werde ich den Sermon nicht referieren – es ist immer derselbe –, sondern lediglich verlinken und hier einen Brief folgen lassen, den einer der von Botsch gezausten Schwefeljuden jenem und dankenswerterweise auch mir zusandte:


"Sehr geehrter, hochgelahrter Herr Prof. Dr. Botsch, 

ich darf mich bei Ihnen, nach soeben beendeter Lektüre Ihres Aufsatzes in den 'Mitteilungen der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle', vielmals bedanken dafür, dass Sie uns zum Gegenstand der so bedeutenden, traditionsreichen 'Politikwissenschaft' erhoben und damit (und sei es auch nur in bescheidenem Maße) promotet haben! Ich habe bei der Lektüre nicht nur äußerst viel mir bis dato Unbekanntes gelernt (etwa, dass 'Menschenverachtung' bei 'Politikwissenschaftlern' eine wissenschaftliche Kategorie darzustellen scheint), sondern bin darüber hinaus und obendrein immer wieder ‚amüsiert‘, wenn ich sehe, dass man hierzulande offenbar Forschungsgelder erhalten kann für das Abfassen politischer Pamphlete. Stellen Sie sich einmal vor, ich bekäme Steuergeld dafür, dass ich Sie attackiere und dabei in Ihrem Privatleben herumwühle; was für eine Mordsgaudi das wäre!

Erlauben Sie mir allerdings, einige wenige Anmerkungen vorzutragen. Erstens hätten Sie sich ruhig an uns wenden können; wir hätten Ihnen ein Exemplar unseres Sammelbandes kostenfrei zugesandt. Wenn allerdings die Kosten für Ihr Exemplar ohnehin das Wissenschaftsministerium Brandenburg getragen haben sollte, finde ich Ihr Vorgehen durchaus nachvollziehbar, denn die haben mehr Geld als wir bzw. unser Verleger (à propos: bei welchen von ihm verlegten Titeln handelt es sich um die von Ihnen inkriminierten 'rechtsextremen'? Etwa Pinchas Lapides 'Rom und die Juden'? Vermutlich hält man das in der 'Politikwissenschaft' für eine rechtsextreme Publikation, weil Pius XII. darin nicht als Handlanger Hitlers diffamiert wird. Oh Disziplinen, oh Sitten.)

Zum anderen fühle ich mich zwar sehr geehrt, wenn Sie Ihrer Leserschaft sogar mitteilen, wann ich Bar Mitzvah hatte (es war tatsächlich am 31.1.2009; Parasha 'Bo', falls Sie noch nicht nachgerechnet haben), kann aber beim besten Willen folgendes nicht unerwidert lassen:

Wir haben uns in Israel nicht etwa mit 'Vertreter*innen [oh Grundgütiger! Vielleicht wird es Sie freuen zu hören, dass tatsächlich auch Frauen darunter waren] des rechten Rands der israelischen Siedlerbewegung', sondern vornehmlich mit Mitgliedern des Likud getroffen, also eher mit den Gemäßigten. Aber dass Sie von Jehuda und Shomron ohnehin keine Ahnung haben (das wird auf den Seminaren der Hans-Böckler-Stifung und der Falken wohl nicht gelehrt), wird schon bei Ihrer Einschätzung von Regavim evident, also erübrigt sich das.

Wenn Sie behaupten, ich zeichnete ein 'projektives Zerrbild des jüdischen Staates, das einem differenzierteren Verständnis der israelischen Wirklichkeit entgegenwirkt', sollten Sie sich die Frage stellen, ob ich Israel nicht vielleicht ein wenig besser kenne als Sie, immerhin bin ich dort jedes Jahr mindestens einmal, habe dort Familie, etwa einen Onkel, der als Professor an der Universität Ariel lehrt (und zwar nicht 'Politikwissenschaft', sondern Chemie!), und wenn ich Hebräisch spreche, kommt zwar nicht viel mehr als ein Gestammel zustande, das außerdem durchsetzt ist von Archaismen aus unseren Gebeten, aber ungeachtet dessen bin ich davon restlos überzeugt, dass mein Hebräisch ganz ohne Zweifel trotzdem noch um einiges besser ist als das Ihre, so Sie denn überhaupt Hebräisch sprechen (denn man muss ja kein Hebräisch können, um 'Rechtsextremismusforscher' zu werden).

Was im Übrigen unsere vermeintlich mangelnde 'Verankerung in der jüdischen community' anbelangt: Offenbar ist es mit der Ihren noch weniger weit her angesichts dessen, dass Sie nicht einmal herausfinden konnten, wer meine Mutter ist, obwohl Ihnen das jeder beliebige Rabbiner in Baden und auch jeder halbwegs im Gemeindeleben engagierte badische Jude hätte mitteilen können. Außerdem ist Herr Fuhl nicht konvertiert, sondern Sohn einer jüdischen Mutter. Was mich hinwiederum zu Ihrer Mutter und Ihnen führt. Gabriel Laub hat einmal über Leute wie Sie gesagt: 'Der Philosemit ist ein Antisemit, der Juden mag.' Denken Sie einmal drüber nach! 

Hochachtungsvoll

Artur Abramovych"


Sela, Psalmenende.