Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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10. Juni 2020


DAS ist Rassismus, in seiner zeitgemäßen, autoaggressiven Form, wie nur der kulturelle Selbsthass der Weißen ihn hervorzubringen vermag:

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"Es ist eine säkulare Religion", notiert Roger Letsch auf seiner Facebookseite. "Mit allem, was dazu gehört: Es gibt Sünde (weiß-sein), Erlösung (Erniedrigung, Selbstversklavung), Kirche (BLM), auserwählt sein (PoC), fanatische Zeloten (Antifa), Ablass (Spenden, Schutzbriefe im Schaufenster, Verharmlosung von Gewalt, Kniefall, Fußwaschungen), ein Dogma (schwarz = unterdrückt, weiß = privilegiert), sogar Römer (Polizei) und einen herrschsüchtigen Kaiser, dem man nicht huldigen will (Trump) gibt es. Der Heiland und Religionsstifter, der für das Wohl der Menschheit schrecklich litt und starb, ist Floyd. Nur ein Gott fehlt noch. Obama kann's nicht sein, denn der wäre dank Allmacht ja noch im Amt und hätte Trump verhindert, wenn er in die Schuhe passen würde. Aber wozu braucht man einen Gott, wenn man Nancy Pelosi hat!"

Es fehlen noch die Märtyrer, die in den Arenen Zerrissenen...


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Eine Ahnung von Letztgenannten vermittelt ein Video aus bemerkenswerterweise Minneapolis, wo ein Rudel Schwarzer – wer die Bilder sieht, wird den Begriff als angemessen betrachten – einen weißen Jüngling "plattmacht", ihn niederschlägt, tritt, auf ihn springt, ihn mit Gegenständen traktiert, mit dem Fahrrad überrollt, entkleidet, ausraubt... Öffentliche Empörungsbekundungen blieben aus. Wo nichts zu holen ist, wird auch nicht moralisiert. 


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"Nach den (I’m) So Sorry-T-Shirts kommen wahrscheinlich Motto-Bekleidungsstücke mit einer noch viel härteren Selbstbezichtigung: So Soros."
(Alexander Wendt)


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Ich glaube nicht, dass sich der zweite Teil verallgemeinern lässt, ohne die Propaganda der Linken, die den Migranten Benachteiligungsgefühle regelrecht aufdrängen, wäre die Situation deutlich entspannter, aber Aussage eins stimmt völlig.


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Obwohl in den vergangenen 50 Jahren die Schwarzen und anderen nichtweißen Ethnien in der westlichen Welt rechtlich in jeder Hinsicht gleichgestellt und gesellschaftlich akzeptiert, ja hofiert wurden, belehrt uns ein Blick in eine beliebige amerikanische oder westeuropäische Universität oder jede Oscar-Verleihung, dass Rassismus und Diskriminierungen aller Art offenbar noch nie so extrem waren wie heute. Es ist wie mit dem Feinstaub: Je niedrigere Grenzwerte man festlegt und je genauer man misst, desto schlimmer wird es, auch wenn die gemessenen Werte ständig sinken. Wenn der Rassismus nur noch in homöopathischen Dosen feststellbar ist, wird wohl die Klage über Rassismus einen unerträglichen Lautstärkepegel erreichen.


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Und dennoch: Die Amerikaner kaufen beim Nahen einer Krise mehr Waffen, die Deutschen mehr Toilettenpapier. Liebe Schüler des Sozialkunde-Leistungskurses, jetzt stellt bitte aufgrund dieses Befundes beiden Gesellschaften eine Prognose!


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Die Gemahlin rechnet mir vor, was ich mit A. Hüttler gemeinsam habe:

Ich lebe in München, mag die Berge, trage bisweilen eine Lederhose, tafle gern in der Osteria Italiana, weiland Osteria Bavaria – wenn auch weder vegetarisch noch abstinent, soviel Differenzierung muss sein –, bin eine verbummelte, unseriöse Künstlertype mit Hang zum Rodomontieren und Bramarbasieren, halte mich für einen Schriftsteller, habe kein Verhältnis zum Geld, besitze keinen Führerschein, mag Richard Wagner und kenne seine Opern über weite Strecken auswendig, liebe die Kunst und die Architektur Italiens, betrachte Rassen resp. Ethnien nicht als "Konstrukte", sondern als Grundformen des Menschseins mit recht hoher Halbwertszeit (wobei ich nicht für deren Kampf, sondern für die friedliche Koexistenz plädiere), halte den Marxismus für ein schlimmes Übel und die Religionen für Budenzauber*.

Reicht das?



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* Ich setze sicherheitshalber hinzu: Selbstverständlich hätte die Menschheit ohne Gott nicht überlebt.

Eventuell wäre ich gern ein guter Christ, doch ich werde nie einer sein. Ich glaube daran, dass Kulturen Organismen sind, dass wir Menschen niemals wissen können, was es mit uns auf sich hat, und dass es Dinge gibt, die man einfach nicht tun darf, ohne Letztbegründung, aber ich glaube weder an Gott noch an die Auferstehung noch an Seelenwanderung. Ich halte Niederknien für eine sinnvolle Beschäftigung, aber ich spreche kein Gebet. Ich bin einfach kein religiöser oder spiritueller Mensch.

Ich bin jedoch jederzeit bereit, für die Leistungen der Religion eine Lanze zu brechen. Wir Luxusweltenbewohner der Neuzeit sollten niemals vergessen, was für ein mächtiger Verbündeter Gott für unsere Altvordern war. Wie anders hätten sie das Elend der frühen Jahrhunderte ertragen sollen: Seuchen, Kriege, Kindersterben, Naturkatastrophen, Parasiten, chronische Krankheiten, Operationen ohne Narkose, Geburten ohne PDA und die ständige Anwesenheit des Teufels in den finsteren Nächten? Es gäbe uns nicht ohne diesen Gott. "Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen": dieser Satz ist möglicherweise nicht zutreffend – doch wer weiß einen zutreffenderen?

Noch mehr bewundere ich die ästhetischen Leistungen der Religion. Der vulgären, infantilen, zügellosen, brutalen Masse Mensch haben vor allem ihre Riten und Gebote eine erträglichere, mitunter sogar ansprechende Form aufgezwungen. Dass der westliche Mensch nicht mehr niederkniet, sich nicht mehr bekreuzigt, nicht mehr in die Kirche geht, wird allgemein als ein der Aufklärung zu dankender Fortschritt betrachtet. Ästhetisch ist es ein Verlust. Man kann der Kirche viel vorwerfen, sie hat in 2000 Jahren bestimmt fast so viele Menschen umbringen lassen wie Stalin oder Mao in jeweils einem ihrer besonders erfolgreichen, doch entfernte man alle Werke vom Planeten, die aus dem Christentum wuchsen, alle Architektur, alle Malerei, alle Literatur, alle Musik, was bliebe in unserem Weltteil übrig? Und warum sollte etwas grundsätzlich überwindenswert sein, das die Musik Bachs, die Fresken der italienischen Renaissance und den schönen Jahresrhythmus der Feste hervorgebracht hat?

(Diese versöhnlichen Sätze stehen übrigens im Original hier.)



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Erbauliche Eräugnisse in der deutschen Provinz:

20200607 141440


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"Lieber Herr Klonovsky, auf der Suche nach einem Franz-Josef-Strauss-Zitat bin ich über die Webseite des BR gestolpert; da steht (4.8.15, 'Politik als Übertreibung'), was Strauss so gelegentlich über Linke gesagt hat:
 
'Paranoides Arschloch (über Augstein), Hirnprothesenträger (linke Studenten), Kryptokommunisten (bayr. SPD), Pseudoliterarische Subkultur, Ratten und Schmeissfliegen (Schriftsteller u.ä.), verhetzte Kreaturen (Demonstranten).'
 
Ich wünsche mir manchmal den alten Säufer und 'Einser-Abiturienten' wieder. Denn wo er Recht hatte, hatte er Recht. Deshalb sollte es auch nicht heissen 'rechte Hetze', sondern 'berechtigte Hetze. 
 
Mit nostalgischen Grüssen, 
***"