Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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14. Juni 2020


Die Sonntage den Künsten – gerade in Zeiten der verschärften Auseindersetzungen zwischen den "Klassen" (K. Marx) oder "Rassen" (A. Hüttler), also des Kampfes gegen weiße Suprematie, unkritisches Weißsein, Weißbier und Weißwurst!

Heute werden denn auch sämtliche Genres und Gattungen aufs Tapet kommen. Zunächst die holde Partei- bzw. parteiische Lyrik. Die Dresdner Neuesten Nachrichten verlegten sich in ihrer gestrigen Ausgabe darauf, die tägliche Trump-Beschimpfung abwechslungshalber in Reime zu setzen:


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"Solche Verse gab's nicht mal in der Jungen Welt", frohlockt Leser ***, der sie mir zusandte.

Sie stehen in einem Kontext, der sich in dem Sinnspruch komprimieren lässt: Wenn eine Person erst einmal zum allgemeinen Angepöbelwerden freigegeben ist, wird auch die Provinzpresse mutig. Die Verbindung zum Ku-Klux-Klan hatte bereits der regelmäßig auf pavianeske Weise seinen Gesinnungskot verspritzende Genosse Restle vom WDR hergestellt, der Trump, also einen Präsidenten, von dem kein einziger rassistischer Ausspruch bekannt ist – Rassismus, geringgeschätzte Hörer zur Linken, ist keineswegs das, was Sie dafür zu halten vorgeben (aber das wissen Sie außer Claudia Kipping-Eckardt ja alle selber) – und der auch von Millionen Schwarzen gewählt wurde, eine "Ku-Klux-Klan-Gesinnung" bescheinigte, natürlich ohne jeden Beleg:


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Nachdem das steuerfinanzierte Staats- und Leitmedium die Tonart vorgegeben hatte (Hetz-Dur), zog bzw. legte die Intellektuellenillustrierte Focus nach:


Focus Trumpbashing

Praktisch alle Welt wartet nun auf die nächste Steigerung. Vielleicht im Seesener Beobachter oder in der Backnanger Kreiszeitung?


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Die Kunstgattung, die derzeit das größte Interesse auf sich vereint, ist natürlich die Bild(um)hauerei. Weil ein weißer Polizist einen schwarzen Gewohnheitskriminellen umgebracht hat und sich demnächst deswegen vor Gericht verantworten muss, fallen überall in den USA die Denkmäler weißer Wegbereiter der Staatlichkeit, unter anderem das von Christoph Kolumbus in Minnesota.


Kolumbusliegend


Da die Westeuropäer den Amis bekanntlich alles nachmachen, hält die neueste herostratische Mode auch in der Alten Welt Einzug, wie immer bei Moden mit neckischen Überraschungen und Abweichungen von der soeben erst eingeführten Regel: 

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Umgekehrt gibt es auch heute noch Weiße oder zumindest Hellhäutige, denen Denkmäler errichtet werden; niemand rede also von Diskriminierung:


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Ein hoffnungserweckender Versuch, die antikolonialistische Tradition des Osmanischen Reiches ins Bewusstsein deutscher Spaziergänger zu rufen, trug sich in Wiesbaden zu:


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In der Goldfarbe, mit welcher die Statue von Recep dem Prächtigen überzogen ist, stellt sich übrigens eine Verbindung her zum güldenen Sarg, in dem Floyd George zu Grabe getragen wurde.


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Quertreiber kommen hier selbstredend nur zu Wort, wenn sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht zu den Suprematisten gehören. Zum Beispiel Lieutenant colonel Allen West, der in einem Interview mit, ähem, Fox news erklärt hat: "History is not there for you to like or dislike. It is there for you to learn from." Und die linken Bilderstürmer mit den Taliban vergleicht: "I don't want to see us become like the Taliban or ISIS. Those are the people who destroyed history."


Dass der gemeine Deutsche von solchen Meldungen verschont bleibt, hängt mit dem ungeschriebenen journalistischen Gegenmoralkodex zusammen, wie er unter anderem auch und recht idealtypisch in diesem Beschluss des stern durchgesetzt wird:


sterntagebücher


Dass die Wirklichkeit bisweilen Vorurteile bestätigt, ist ein alter Hut; nur: Sind bestätigte Vorurteile noch welche?


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Wenn Linke randalieren und Denkmäler stürzen, meldet der Staatsfunk: "Tausende gingen auf die Straße, um friedlich gegen Rassismus zu demonstrieren." Wenn nomale Menschen gegen solche Vandalismen demonstrieren, meldet der Staatsfunk: "Trotz Corona-Abstandsgebot haben sich rechtsextrem Gruppen zu Protesten versammelt. Es kam zu Zusammenstößen." Sciencefiles analysiert diese tiefenverlogene Berichterstattung am Beispiel Großbritanniens hier, hier und hier.

Am besten gefällt mir dieser Tweet:

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Dass die journalistischen Wirklichkeitszurechtbieger auch auf der Insel sitzen – und keineswegs nur beim Guardian – möge diese Meldung verdeutlichen:

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Einen aktuellen Appendix zu Brechts "Fragen eines lesenden Arbeiters" steuerte Bernd Zeller bei:


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Solche Erwägungen dürfen den engagierten Antirassisten und Weißseinsverächter freilich nicht davon ablenken, dass es noch viel zu schleifen gibt. Der Rassismus hat sich im Westen bis in die feinsten Kapillaren des alltäglichen Lebens verbreitet:


Skandalschilder

Wer den Smiley in diesem Netzfund gesetzt hat, entzieht sich meiner Kenntnis; Matussek war es wohl diesmal nicht.


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Das Wort am Sonntag als Gegenstück zum Wort zum Sonntag finden Sie, so Sie denn mögen, hier.


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Vergessen wir bei alldem nicht die Hauptgefahr, den Hauptfeind und die Hauptstoßrichtung:

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Nur Rechte können Briefe an die Polizei schreiben wie den hier zitierten:

"Wir verbieten allen Ungläubigen, unseren Stadtteil zu betreten. Alle Polizisten, Journalisten und auch andere Ungläubige werden wir mit Waffengewalt vertreiben oder töten. Bei uns gilt nur die radikale Scharia. Wir haben uns 2000 Stück AK-47 Sturmgewehre mit genügend Munition aus der Türkei und Russland beschafft. Allahu Akbar, tötet alle Ungläubigen."