Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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18. Juni 2020


Es heißt übrigens nicht mehr der hässliche Deutsche, sondern die hässliche Deutsche.


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"Das politische Vermächtnis des Linken ist die Lieblingslektüre des Reaktionärs", notierte Don Nicolás.

Alle Revolutionen fressen ihre Kinder, ob sie nun Danton und Robespierre oder Sinowjew und Bucharin heißen. Aber inzwischen vertilgen sie auch ihre Väter. Zumindest soweit sie männlich und weiß waren. Nichts wird Marx mehr vor dem Vorwurf verschonen, ein Rassist gewesen zu sein, wie praktisch jeder bedeutende weiße Denker; diese Spinner wollen ja sogar schon Kant, einer der reinsten und schönsten Seelen der Geistesgeschichte, ans unzureichend pigmentierte Leder. Niemandem wird mehr verziehen, in seinem Jahrhundert gelebt zu haben. Lupenreiner hat man zu kaum einer Zeit das Ressentiment beschauen dürfen. Sie werden auch die gesamte linke Tradition abräumen. Sie werden Rassimus und Sexismus und weißen Suprematismus bei Rousseau finden, bei Brecht, bei Sartre, bei Foucault, bei Habermas. Die (weiße) Linke endet im Kannibalismus.

Der Lieblingssatz des gereiften Linken heißt: Das habe ich nicht gewollt.

Das politische Vermächtnis des Linken ist meine Lieblingslektüre.


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