Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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10. Juli 2020


Leser *** sandte mir diesen Tweet:


Rassistenpartei

 
Tatsächlich sollte der Gründungskongress damals im Gasthof "Zum Goldenen Löwen" in der Eisenacher Marienstraße stattfinden. Dort war er am 7. August 1869 bereits eröffnet worden, aber es gab Zoff mit den Delegierten des "Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" – das war die Truppe von Lasalle, eine Art "Flügel" –, weshalb der Kongress nicht etwa tanzte, sondern spontan in das Hotel "Zum Mohren" umzog, das heute nicht mehr existiert. Den "Goldenen Löwen" aber gibt es noch, und dort befindet sich seit mittleren DDR-Zeiten eine Gedenkstätte, die an das historische Ereignis erinnert.

Kenner und Connaisseure des Marxismus wissen, dass die Parteiwerdung dieser Weltanschauungs-Mafia sich in Deutschland zunächst auf Thüringen konzentrierte und nach dem Eisenacher Gründungsparteitag ein Gothaer Programm hervorbrachte, welches von Marx vernichtend kritisiert wurde – der Rauschebart, wegen seiner dunklen Haare und Augen innerfamilär mit dem Spitznamen "Mohr" bedacht, kritisierte bekanntlich immer alles vernichtend, von den Akteuren der Politischen Ökonomie bis zu jenen der Weltgeschichte, und nebenher halt die eigenen Genossen bei deren stümperhaften Versuchen, seine Ideen zur materiellen Gewalt zu vermassen (wobei mir im Falle seiner Kritik des Gothaer Programms speziell die an Hesekiel 3,19 erinnernde Schlusswendung Dixi et salvavi animam meam in Erinnerung geblieben ist, die ich unter jeden meiner Acta-Bände schreiben könnte).

In Gotha wiederum gab es das "Volkshaus zum Mohren" in der, na was denn sonst, Mohrenstraße 18, ein historischer Gasthof, dessen Ersterwähnung ins 16. Jahrhundert fällt und in dem unter anderen Napoleon und sein preußischer Widerborst Fr. W. III. übernachteten. Anno 1907 kaufte ein dort ansässiger Sozialdemokrat namens Wilhelm Bock das Gebäude samt Garten und verwandelte es in ein "Volkshaus für die Arbeiterbewegung". Im "Volkshaus zum Mohren" traf sich seitdem die SPD (später kam ein Anbau für eine Druckerei und die Gewerkschaft hinzu). Im April 1917 luden Mitglieder der SPD-Fraktion im Reichstag zu einer "Reichskonferenz der sozialdemokratischen Opposition" ins Volkshaus. Auf dieser Konferenz konstituierte sich die USPD als eigene Partei neben der SPD. Wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß, dass sich aus der USPD der Spartakusbund und die KPD herausmendelten. 1920 tagte im "Volkshaus zum Mohren" ein KPD-Aktionskomitee zur Abwehr des Kapp-Putsches.

Am 19. August – meinem Geburtstag! – 1933 benannten die mohrenfeindlichen Nationalsozialisten das Gebäude in "Haus der Deutschen Arbeitsfront" um. Am 15. Januar 1946 fand dort die erste gemeinsame Funktionärskonferenz von KPD und SPD statt (wenig später hatte der sozialdemokratische Mohr seine Schuldigkeit getan). In der DDR, die sich aus sicherer Distanz dem proletarischen Internationalismus verpflichtet erklärte, erhielt das Haus seinen alten Namen wieder und diente fortan als Versammlungsort für Funktionäre von SED, FDJ, FDGB sowie der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft. Heute steht es nicht mehr.

Halten wir fest: Ein bedeutender Teil der Geschichte der deutschen Linken spielt in Etablissements, die den Namen "Zum Mohren" trugen. Aber seit ca. 1933 gibt es Nazis, die gegen diesen Namen sind.


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Etwas Besseres, sprach der Grimmsche Esel in Wirklichkeit, etwas Besseres als Bremen finden wir überall. Aber nichts Bunteres.


Schwarzbunt
 

Jetzt noch die Beffchen weg, den Weibern den Sack über den Kopf gestülpt, und wir haben den Finalzustand der Buntwerdung erreicht:


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Alle Jahre wieder meldet der Staatsfunk – und mit ihm melden es alle Wahrheits- und Qualitätsmedien –:


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Alle Jahre wieder melden sie samt und sonders nicht, dass die Statistik dadurch verzerrt und unbrauchbar wird, dass es auf der Rechten sogenannte Propagandadelikte gibt und auf der Linken nicht (wobei auch jedes von Linken oder frommen Wüstensöhnen bzw. -enkeln geschmierte Hakenkreuz als rechte Straftat gilt). Zieht man sie ab, bleiben 7302 "Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund" übrig.


Verfassungsschutzbericht 

(Quelle)