Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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11. Februar 2017


Kurios, kurios! Während in vielen Regionen dieses Landes der Staat die öffentliche Ordnung nicht mehr garantieren kann, während im Wochentakt radikalislamische Attentatsplaner auffliegen, Frauen zwangsgemauselt oder abgemurkst werden und Benutzer falscher Bahnlinien von jeweils mehreren "Männern" Haue beziehen, lassen sich desorientierte deutsche Schäfchen ausgerechnet im fortgeschrittensten aller hiesigen Failed States, in NRW, gegen diejenigen aufhetzen, die sich für die Stärkung des Rechtsstaates und die Wiederherstellung der inneren Sicherheit einsetzen. In Köln machen allerlei Narren gegen den AfD-Parteitag mobil, und die Toleranzverzücktesten darunter drohen, das Tagungshotel abzubrennen (hier). In Münster haben angebliche 8000 Demonstranten dagegen protestiert, dass sich die Partei der Rechtsstaatsfundamentalisten im historischen Rathaus versammeln durfte. Die protestierenden historisch Bestinformierten begründen ihren Widerspruch allen Ernstes mit dem Westfälischen Frieden, der 1648 dortselbst sowie zu Osnabrück geschlossen wurde, indem sie ihn zu einer Art Embryo der EU nobilitieren (auch wenn die meisten dieser Leute sonst für Embryos nicht viel übrig haben), und die muss bekanntlich gegen die europäischen Rechtspopulisten und gegen die Ansprüche der Nationen verteidigt werden. In Rede steht jener Friedensvertrag, der zwar das längste zusammenhängende Gemetzel in Europa beendete, aber das verwüstete Deutschland als einen politisch machtlosen Flickenteppich aus leicht gegeneinander auszuspielenden Klein- und Kleinststaaten zurückließ, von dem sich Frankreich zuvor Lothringen und das Elsass wegstahl, während die Schweden sich im Norden bedienten, ein Vertrag, der Deutschland quasi zu einem Binnenland machte, derweil die anderen Europäer  die Welt untereinander aufzuteilten. "Versailles ohne Krieg" nannte der Figaro bekanntlich den Maastricht-Deal, in diese Traditionslinie gehört auch der Westfälische Friede; etwas anders, als sie wähnen, liegen unsere Demonstranten also schon richtig.

Dass sie einer demokratisch legitimierten Partei die Grundrechte streitig machen, hat vermutlich mit jenem duckmäuserischen, verklemmt-boshaften, meutenbildungsbereiten, von Minderwertigkeitskomplexen geprägten, gegen den inneren Feind allzeit aufstachelbaren Nationalcharakter zu tun, der sich ebenfalls als eine Folge des Westfälischen Friedens und der Kleinstaaterei hierzulande wie ein Krebs verbreitet hat. Aber, Leute, wir sind doch in Münster, dort hat man Erfahrung mit der Behandlung von Sektierern:

"Und lässt der Rat die Rechten ein,
Was sollen wir dann beginnen
Mit den Häresiarchen der AfD
Im historischen Saal da drinnen?"

So höre ich fragen. Doch brauchen wir uns
In unserer Zeit zu genieren?
Die populistischen Pappenheimer,
Sie sollen woanders logieren.

Folgt meinem Rat und steckt sie hinein
In jene drei Körbe von Eisen,
Die hoch zu Münster hängen am Turm,
Der Sankt Lamberti geheißen.

Der Schneiderkönig saß darin
Mit seinen beiden Räten,
Wir aber benutzen die Körbe jetzt
Für andre Kapazitäten.

Zur Rechten soll Herr Gauland baff,
Zur Linken Herr Meuthen schweben,
In der Mitte Frau Petry – Gott schenke der Kanzlerin
Ein möglichst ewiges Leben!

Ich weiß, zwei der drei Gennanten waren in Münster nicht anwesend, doch verglichen mit dem Original, das bekanntlich die Heiligen drei Könige an den Turm wünscht, scheint mir diese gutmenschliche Version maßvoll ambitioniert.