Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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7. März 2017


"Koalition erhält Goldene Kamera in der Kategorie Beste Regierung. – Grund zur Freude hatten auch Grüne und Linkspartei, sie wurden mit einer Goldenen Kamera für die beste Opposition geehrt." Wie immer buchenswert: Bernd Zeller.


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Zu meiner Notiz zum gemeinsamen Todestag von Prokofjew und Stalin erinnern mehrere Leser an die Tatsache, dass im kollektiven Taumel des Trauers um den roten Führer (вождь) der Tod des Komponisten vollkommen unterging, ja nicht einmal Blumen für Prokofjews Sarg übrig waren. Leser *** weiß, dass der später weltberühmte Cellist Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch in den letzten drei Lebensjahren des Komponisten auf dessen Datscha lebte und zitiert aus dem CD-Booklet von Rostropowitschs Aufnahme der "Romeo und Julia"-Suiten von 1983:
 
"Prokofjew starb am selben Tag und zur selben Stunde wie Stalin. Durch die beklemmende Gleichzeitigkeit blieb Prokofjews Tod von offiziellen Stellen zunächst relativ unbeachtet (...) Prokofjews Wohnung lag in der Nähe des Roten Platzes. So war es wegen der Menschenmassen, die Tag und Nacht um Stalin weinten, erst nach drei Tagen möglich, Prokofjews Leichnam von der Wohnung zur Beisetzung in das Haus des sowjetischen Komponistenverbandes zu überführen (...) Alle verfügbaren Blumen waren für Stalins Grab vorgesehen. Auch eine musikalische Würdignung des Komponisten zu seinem Begräbnis war nicht zu organisieren, so dass man schließlich auf einer alten Tonbandmaschine den Trauermarsch aus 'Romeo und Julia' abspielte. – Das Tonbandgerät versagte während der Trauerfeier, und die Musik verebbte in dumpfen Geräuschen."


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Leser *** wiederum, ein "jahrzehntelang im Firmen-Finanzierungsgeschäft tätiger Banker" , klärt mich, den gestrigen Eintrag zum Anlass nehmend, auf, dass die Sache mit dem islamischen Zinsverbot in der Praxis folgendermaßen gehandhabt werde: 
 
"Die Scharia-konforme Islambank Kuveyt Türk Bank etwa, Sitz Frankfurt am Main, verdient ihr Geld ohne Zins ganz simpel und nicht die Wirtschaft hemmend:
Der Moslem möchte ein Haus kaufen;
die Bank baut/ kauft das Haus;
der Moslem kauft der Bank das Haus mit einem verhandelten Aufschlag ab;
dieser Aufschlags-Kaufpreis wird durch eine verhandelte Laufzeit geteilt;
wodurch sich ein monatlich abzuzahlender Kaufpreis-Teilbetrag ergibt.
Das kann man gutwillig als Geschäft ohne Zinszahlung betrachten – oder als cleveres Finanzkonstrukt, um zumindest scheinbar Zinszahlungen zu vermeiden. Wirtschaftshemmend ist es jedenfalls nicht. Auch erscheint mir der Islam keine ressourcenschonende Ideologie zu sein; denn Ressourcen verbraucht letztlich, wer die Endprodukte verkonsumiert."