Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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15. Dezember 2017


Gestern Abend haben die Tagesthemen gemeldet, dass britische Kinder wegen des Brexits in diesem Jahr weniger Weihnachtsgeschenke bekommen. Nicht nur jeder Statistiker, auch jede Putzfrau weiß, dass diese Nachricht unverifizierbar ist, es liegt weder eine empirische Studie vor, die das belegen könnte – zumal Weihnachten ja noch vor der Tür steht –, noch gäbe es, sofern die Kinder tatsächlich weniger geschenkt bekommen, einen nachweisbaren kausalen Zusammenhang zum britischen Ausstieg aus der EU; sie könnten ebenso gut behaupten, es werde weniger geschenkt, weil Mum und Dad das Geld für Pfefferspray oder eine neue Alarmanlage brauchten. Die eigentliche Meldung lautet, dass die Inflation auf der Insel wächst, den Rest haben sie sich in der Redaktion ausgedacht (ungefähr wie sie sich den Zusammenhang zwischen einem inmitten einer konstanten Population verhungernden Eisbären und dem Klimawandel ausgedacht haben, als ob nicht zu allen Zeiten Raubtiere verhungern würden).

Der kleine Doktor wäre gewiss stolz, wenn er erführe, dass sie es im Ministerium für Volksaufklärung immer noch drauf haben, dem perfiden Albion heimzuleuchten.


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Der Einwanderungs-Endsieg rückt immer näher. In München dürfen Sozialarbeiter nicht mehr unbegleitet in sog. Flüchtlingsheime gehen, weil das "zu gefährlich" ist (hier); in Saarbrücken hat das Kollegium einer Schule einen Hilferuf an die Landesregierung geschickt, weil die Lehrer Angst vor den Schülern haben, die Beleidigungen und die Gewalt ständig zunehmen und Unterricht kaum noch möglich ist (hier); dieselben Probleme – keine Lernbereitschaft, fehlende Sprachkenntnisse, Radikalisierung von muslimischen Schülern – macht die Leiterin einer Schule in einem sogenannten Problembezirk in Frankfurt öffentlich (hier); immer mehr Bahnmitarbeiter werden verbal oder tätlich angegriffen, die Bahn will sie mit Notrufgeräten und Pfefferspray ausrüsten (hier und ein Paradefall hier); dasselbe gilt für Rettungssanitäter (hier); in vielen Städten wird der Sicherheitsdienst der Bahn mit stichfesten Schutzwesten ausgestattet (hier); Köln bereitet sich mit einem Riesenpolizeiaufgebot auf die Silvesternacht vor (hier); in einem Hallenbad in Hannover drohten die Frauen beim Muslima-Badetag – dass es so etwas überhaupt gibt! –, ihre Männer und Brüder zu rufen, wenn die Mitarbeiter sie weiter mit der Hausordnung nervten, bloß weil sie die Klos mit Müll verstopfen, Babywindeln im Becken entsorgen und Picknicks am Beckenrand veranstalten (hier). Und so ad nauseam weiter und immerfort.

Gestern wurde Alexander Gauland im Bundestag ausgebuht, weil er forderte, endlich die deutschen Grenzen zu sichern, über die nach wie vor täglich neue Asylbegehrer strömen. Ein sogenannter Innenexperte der Merkeltruppe erklärte, Gauland verstünde die Komplexität der Probleme nicht, sie – die Blockparteien – wollten helfen, die AfD nicht, man könne die Grenzen ohnehin nicht schließen, und die einzig richtige Politik bestünde darin, die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Ich gebe dem Mann insofern recht, als dass diese Typen, die ohnehin nichts hinbekommen, auch die Grenzen nicht vernünftig schützen könnten. Sie kriegen keine Regierung gebildet, ohne auf miesesten Wortbruch zu spekulieren, sie bekommen keinen Hauptstadtflughafen fertig und keine Schnellbahn gebaut, die pünktlich eintrifft, sie kriegen kein schnelles Internet und kein stabiles Funknetz hin, sie können nicht verhindern, dass die Infrastruktur in den Kommunen verrottet, sie können die Lehrer, Sozialarbeiter, Schaffner und Notärzte nicht schützen, geschweige die Frauen im öffentlichen Raum bei Nacht, sie können nicht verhindern, dass die Zahl der Messerattacken und Gewaltexzesse von "Gruppen" explodiert, dass IS-Rückkehrer hier untertauchen und immer mehr radikale Moslems in ’schland agitieren, sie stellen Merkellegosteine um alle Weihnachtsmärkte auf, die jeder Lkw locker wegschieben würde, und malen sie bunt an, damit keiner Angst haben muss, aber die Bundeswehr haben sie so weit demoliert, dass sie kaum mehr einsatzfähig ist, sie können nicht einmal verhindern, dass nur ein paar Kilometer vom Reichstag entfernt die No-Go-Areas wuchern, aber sie wollen die Probleme eines Kontinents lösen, der pro Monat mehr neue Menschen produziert, als Deutschland seit dem Herbst 2015 aufgenommen hat und die dem Land über Generationen als Klotz am Bein hängen werden.

Diese trostlosen Figuren, die Geld ohne Ende verschwenden, erklären allen Ernstes bzw. sage und speie, eine Grenzschließung würde viel zu viel kosten. Diese Gestalten, die keinen stringenten Gedankengang formulieren können, behaupten von sich, sie verstünden die Komplexität der Welt. Diese Karyatiden des Parlamentarismus, die sich ohne Leibwächter, Polizei und Pressemeute nicht in einen Problembezirk wagen, behaupten einfach, dass es solche Bezirke gar nicht gibt und die Probleme nichts mit ihrer Politik, sondern mit der Komplexität der Welt zu tun haben (die nur sie verstehen und auf die nur sie angemessen reagieren). 

Also ich habe keinen von denen gewählt. Haben Sie die gewählt? Wer hat die gewählt?


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Mehrere Leser haben mir zum gestern traktierten Thema der sexuellen Belästigung geschrieben. Ich erlaube mir, drei Zuschriften zu zitieren.

"Ich bin eine Frau (geschminkt, gepflegt angezogen, nur etwas sexier wenn in angenehmer Begleitung oder 'auf Jagd'. Studiert). Was die Sexismus-Debatte betrifft, habe ich so meine eigenen Erfahrungen an männlichen und auch lesbischen Grapschereien. Ja, die gibt es. Eindeutig. Vor allem durch ältere Exemplare. Die können wohl durch ihre natürliche Attraktivität und Ledigkeit (!) nicht mehr punkten und benutzen Macht, Geld, Einfluss, um auch mal 'ran zu dürfen'. Anders schaffen sie's nicht mehr. Oft auch über Alkohol und übertriebenen Charme.

Über einen Kuss auf die Lippen, eine Hand auf dem Schenkel oder Po würde ich persönlich keinen Herrje machen. Aber es gibt sie: die Rechtsanwälte, Psychologen, Ärzte, Makler, Vermieter, Schriftsteller, Hochschuldozenten etc., die plötzlich 'aufdringlich' werden. Ich habe in drei europäischen Ländern gelebt, von kalt nach warm – immer sind es diese älteren Exemplare. Ja, der alte Mann hat es nicht leicht. Soll er oder soll er nicht? Grapschereien junger Männer gehen noch als Versuche der Sturm und Drang-Zeit durch. Werden auch schneller honoriert. Oder kassieren die Abfuhr. Weil sie mehr Auswahl haben.

Früher habe ich auch in Situationen vertraut, in die ich mich heute nicht mehr bringen würde. Nur – von einem älteren Mann erwarte ich mehr 'Fahrt auf Sicht'... Und als Frau ist es auch nicht einfach. Soll ich das noch zulassen, oder geht das doch zu weit? Beide Geschlechter machen 'shittests'. Ich habe davon mittlerweile gelernt. Und erkenne die Signale. Gehe nicht mehr irgendwohin mit, glaube keinen Versprechen mehr. Und dosiere mich selbst auch.

Aber Sie wissen als Mann nicht, wie es sich als Frau anfühlt, immer Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden."


Ganz kurz fasst sich Leserin ***: "Ich kann die souveräne Barbara Schöneberger nur aus dem Gedächtnis zitieren: 'Selbstverständlich freue ich mich über Kompliment über mein Dekolleté. Sonst würde ich ja nur auf meine inneren Werte reduziert.' Sehe ich als ehemalige Schönheit genauso wie meine Blickfang-Tochter."


Und Leserin *** ergänzt: "Ein Klassenkamerad, seit langem Professor an der *** University, Arizona, sagte mir bereits 2012, Gespräche mit Studentinnen führe er grundsätzlich nur noch in Anwesenheit seiner Vorzimmer-Sekretärin, bei geöffneter Verbindungstür - und dass 'Mann' regelrecht paranoid davon würde ...
Im Grunde schwappen jetzt amerikanische Verhältnisse zu uns herüber. Scheußlich! Das Verrückte dabei: Als weibliche Waffe werden weibliche Reize aber eingesetzt wie eh und je! Eine Jura-Studentin der Uni Halle erzählte mir 2003, dass ihre Kommilitonin zum mündlichen Staatsexamen absichtlich mit gewagtem Dekolleté erschienen war.
Diese ganze #MeToo-Hysterie soll doch nur von den immensen migrantischen Sexualstraftaten im öffentlichen Raum ablenken, wie wir alle wissen ..."

Na was denn sonst! Das ist doch der Witz bei dem uferlosen Belästigungsgedöns: Die Mädels – ich liebe dieses Wort, vor allem seitdem ich bei Bento, der Komsomolskaja Prawda des Spiegel, gelesen habe, dass es eine Chiffre von Faschos sei – werden im Büro und an der Uni wie rohe Eier bzw. Christbaumkugeln behandelt, aber wie sie dann heil nach Hause kommen, ist ganz allein ihre Sache ...