Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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17. November 2018


"Wäre es", fragt Freund ***, Naturwissenschaftler, "nicht allmählich an der Zeit, einen Morgenthau-Preis für den eifrigsten Verwaltungsrichter in Sachen Dieselverbot auszuloben?"


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Die Nazi-Mentalität auf Nazi-Suche, x-te Folge: Die Deutsche Bank hat Nicolaus Fest alle Konten gekündigt. Selbstredend ohne jede Begründung; es kennt den Grund ja ohnehin jeder (hier).



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Ein aufmerksamer Leser weist mich auf einen Selbstwiderspruch hin. Am 23. Oktober 2017 stand in den Acta zu lesen: "Wer heutzutage in einer politischen Debatte den Begriff 'Nazi' gegen wen auch immer ins Feld führt, ist aus ethischer Sicht ein Lump, aus historischer Sicht ein Verharmloser, aus intellektueller Sicht eine Null."

Am 1. September dieses Jahres wiederum habe ich notiert: "Tatsächlich auf Menschenjagd begaben sich – auf bewährte Weise in Überzahl – die Linksnazis. Ein Vater schreibt auf Facebook: 'Die 20 Angreifer gingen auf die Fünf mit Tritten und Faustschlägen los. Die Schwiegertochter und zwei Jungs konnten sich aufrappeln und ein paar Meter fliehen. Die geballte Brutalität der 20 entlud sich nun auf meinen Sohn und seinen Freund'" (hier).

Wie verhalte es sich denn nun, fragt Leser ***, sei meine Sentenz auch auf mich anwendbar?
Ja was denn sonst!


(PS: Der Terminus "Linksnazi" ist eh ein Pleonasmus, ungefähr wie "Weißschimmel" einer wäre – historisch exakter: "Hellschimmel" –, und auch wenn ich bei der Verfertigung dieser Sentenz tatsächlich eine Debattenkonstellation im Sinne hatte, wie sie exemplarischerweise vor zwei Tagen bei Maybritt Illner zwischen der offenbar unheilbar an Nazilalie erkrankten Katrin Göring-Eckardt und Alexander Gauland bestand bzw. sich ereignete, und nicht irgendwelche Schlägertrupps, will ich mir die Jacke anziehen.)  


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Wenn wir gerade im idyllischen Chemnitz einerseits und beim Problem der Selbstreferentialität zum anderen Halt machen: Bei der Diskussion mit vorsortierten Bürgern dortselbst schalmeite die Bundeskanzlerin und "Ikone des Westens" (U. Poschardt) betörend – niemand vermag buchstäblich mehr zu betören, also Menschen in Toren zu verwandeln, als sie – in die Runde: "Den Satz ,Wir schaffen das!' habe ich gesagt, weil ich gesehen habe, dass auf uns eine besondere Aufgabe zukommt. Was wäre ich für eine Bundeskanzlerin, wenn ich angesichts einer Aufgabe nicht sagen würde ,Wir schaffen das!'?" Nun, ich schlage der Mamsell drei Geistergespräche vor: mit Erich Ludendorff über die "Michael"-Offensive, mit Paulus – ich meine Friedrich, nicht Aemilius – und seinem Berliner Dienstherrn über den Verbleib u. a. der Sechsten Armee sowie mit Erich dem Einzigen über die Unaufhaltbarkeit des Sozialismus durch gewisse (Un-)Paarhufer.  

Ein paar hundert oder tausend Messeropfer und (z.T. gruppenweise) zwangsgemauselte Weiber sowie zur Alimentierung der auf lange Zeit hegebedürftigen Neuen auszugebende mehrstellige Steuermilliarden werden ihre Politik der Offenheit, Buntheitsbeschleunigung und Toleranz nicht tangieren, machte die Kanzlerin ferner klar. "Den insbesondere von der AfD scharf kritisierten UN-Migrationspakt verteidigte Merkel vehement", meldet die Welt. "Im Zusammenhang mit dem Pakt würden 'Lügen in die Welt gesetzt' – diese Lügen müssten entlarvt werden. Man dürfe sich nicht 'von denen, die Hetze und Hass verbreiten, die Tagesordnung vorgeben lassen'."

Womit wir beim Thema wäre. "Lügen" über jene Stadt, in welcher sie vorstellig wurde, hat zuerst einmal Frau Merkel selber und niemand sonst verbreitet, indem sie von "Hetzjagden" auf Ausländer in Chemnitz sprach, wofür es keinerlei Belege gab außer einem verwackelten Videoschnipsel. Dessen Fehlinterpretation und niederträchtige Verallgemeinerung durch die Kanzlerin lösten einen großen Skandal aus und zerstörten den Ruf einer ohnehin geplagten sächsischen Kleinstadt im In- und Ausland. Dass es sich um eine, wohlwollend formuliert, Fehlinterpretation handelte, hat nun ein Rechercheur von "Tichys Einblick" aufgeklärt, der "die 35-jährige Urheberin" des 19-Sekunden-Videos und ihrem "38-jährigen Ehemann" getroffen hat. "Beide arbeiten als Angestellte in verschiedenen Betrieben. Beide – wie auch andere Zeugen, mit denen wir gesprochen haben – machten für das Interview-Gespräch zur Bedingung, dass sie nur anonymisiert dargestellt werden. Sie fürchten sich vor existenzbedrohenden Racheakten des militanten 'Antifa-Zeckenbiss'-Umfelds."

Das Video sei am Tatsonntag – also, falls das in Vergessenheit geraten ist, am Tag der Niedermesserung dreier Chemnitzer durch zwei oder mehr noch nicht "sicher, geordnet und regulär" zu uns hereingeschneite Migranten – um 16.52 Uhr im Trauerzug kurz vor dem Erreichen des Tatortes aufgenommen worden. Vorausgegangen sei der Videoaufzeichnung "eine böse Provokation gegenüber uns Trauernden. Durch zwei junge Migranten, die zunächst an der Bushaltestelle gestanden hatten (...) Sie waren aggressiv auf uns zugekommen und hatten uns angepöbelt." Das sei möglicherweise nicht der einzige Angriff von Schutzsuchenden auf den Trauerzug gewesen, "denn aus der Ferne war schon Drohgeschrei in wohl arabischer Sprache zu hören" (mitunter hört es sich aber bloß so an, die Burschen sind halt heißblütig). Hetzjagden oder gar Menschenjagden habe man allerdings nicht beobachtet. "Wir sind auch bereit, unsere Aussage eidesstattlich zu versichern." (Der ganze Bericht hier.)

Am Abend habe die 35jährige ihr Kurzvideo in eine Whats-App-Gruppe gestellt. Wie die "Antifa-Zeckenbiss"-Akteure an die Sequenz kamen, weiß sie nicht. 

Fassen wir zusammen: Eine veritable Regierungskrise, in deren Folge der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz entlassen und der Bundesinnenminister ungeniert beleidigt und als inkompetent dargestellt wird, geht auf eine von Antifanten verbreitete Videosequenz zurück, deren Aussage, wie die Filmerin eidesstattlich versichern will, in ihr Gegenteil verkehrt wurde; tatsächlich finden (auch) zu Chemnitz längst (da und dort) Kämpfe zwischen Migranten und Eingeborenen um die Herrschaft im öffentlichen Raum statt. Die Genossen Medienschaffenden, denen spätestens seit der Ausschüttung des hl. Willkommensgeistes Apportieren über Recherchieren geht, berichten treudeutsch von Hetz- und Menschenjagden, ja sogar von Pogromen, die internationale Presse greift die Story auf, die sie für gedeckt hält, weil ja die Deutschen selber darüber berichten. Herr Maaßen ist so frei, die Wahrheit – i.e. den Kenntnisstand seiner Behörde – mitzuteilen, und Merkel entlässt ihn (korrekt: lässt ihn entlassen). Es gibt derzeit in 'schland wahrscheinlich kein männlicheres Gefühl als den Stolz, Mitglied des CDU-Bundesvorstands zu sein.

Zitieren wir noch einmal die Kanzlerin: "Lügen" müssen entlarvt werden, man dürfe sich nicht "von denen, die Hetze und Hass verbreiten, die Tagesordnung vorgeben lassen". Genau meine Rede, Genossin.

Sela, Psalmenende.


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"Eine Kurzfassung des Textes des Migrationspakts, auch für völkerrechtliche Laien verständlich", offeriert Leser ***:
"§1: Jeder darf wohin er will.
§2: Wer dort schon wohnt, zahl' und bleib still.
Ansonsten bin ich der Meinung, daß wir jetzt sachte an der Stelle unsres Märchens ankommen, wo uns die Hexe auf die Schippe nehmen will."