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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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Ist die AfD antisemitisch?

Ich dokumentiere hier einen "innerjüdischen" Mailwechsel, der sich als Reaktion auf einen offenen Brief der Bundesvorsitzenden der Juden in der AfD, Vera Kosova, entspann


Am Freitag, dem 25. Januar, schrieb Vera Kosova diesen offenen Brief, den Michael Kühntopf, Mitglied der "Juden in der AfD" über einen Mailverteiler versendete:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Parteifreunde,

noch nie war die politische Haltung des Zentralrates der Juden in Deutschland ihren jüdischen Mitgliedern gegenüber dermaßen durchschaubar verräterisch wie in den letzten Tagen.

Herr Schuster als Präsident des Zentralrats der Juden und Frau Knobloch folgen dem Rufe der rot-grünen Meinungsmacher und marschieren mit den propagandistischen Vortrommlern der Altparteien im gleichen Schritt. Die wahre Gefahr für das jüdische Leben in Deutschland und Europa, nämlich den muslimischen und linken Antisemitismus, ignorieren sie geflissentlich.

Nach wie vor missbrauchen sie die toten Juden der Vergangenheit für ihre politischen Zwecke und scheren sich nicht um das Wohl der heute hier lebenden Juden. Sie bekämpfen scheinheilig „im Namen der Demokratie“ den demokratischen Meinungspluralismus und verbreiten schamlos Lügen über unsere Partei, die mit der Realität nichts zu tun haben. 

Werte Frau Knobloch, werter Herr Schuster, die zugewanderten Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, die die jüdische Gemeinde im heutigen Deutschland überwiegend prägen, kennen aus eigener Erfahrung die linke Diktatur des zum Scheitern verurteilten Sozialismus. Sie erlebten den staatlichen politisch praktizierten Antisemitismus der Kommunisten und waren nicht selten dem religiös motivierten muslimischen Antisemitismus ihrer ehemaligen Mitbürger ausgeliefert. Deshalb haben sie das Land verlassen und in Deutschland Zuflucht gesucht, wo sie endlich in Frieden leben konnten, bis es zur islamischen Massenzuwanderung kam.

Es ist daher ebenso dreist wie zum Scheitern verurteilt, wenn Sie diesen Menschen ein X für ein U vormachen wollen. Wir lassen uns das eigenständige Denken nicht verbieten und wir dulden keine ideologischen Scheuklappen, die Sie uns aufbinden wollen. Wenn Sie Ihr Amt so ausüben würden, wie es Ihre Pflicht ist, würden Sie es nicht dazu missbrauchen, ohne Rücksicht auf das Wohl Ihrer eigenen Mitglieder plumpen Wahlkampf für die Altparteien zu machen.

Dr. Vera Kosova
Bundesvorsitzende der JAfD


                                 ***

Daraufhin antwortete André Freud, Sprecher des jüdischen Forums in der CSU:


Lieber Michael Kühntopf,

neulich schriebst Du mir, wie sehr ich mich verändert hätte. Das verstehe ich nicht.

Ja, ich habe Dich damals unterstützt, als Du aus der Wikipedia vergrault wurdest. Das mag einige Jahre her sein, und man tat Dir m.E. Unrecht. Das aber heißt nicht, daß Du heute Recht hättest.

Ja, ich bin ein konservativer Liberaler oder ein liberaler Konservativer.

Ja, ich bin Sprecher des jüdischen Forums in der CSU.

Ja, ich bin ein deutscher Jude und ein jüdischer Deutscher. Übrigens weiß ich von Dir beides nicht: ob Du Deutscher oder Schweizer, Jude oder Nichtjude bist. Aber das ist nicht wichtig.

Ich halte Charlotte Knobloch und Josef Schuster für wichtige Vertreter des deutschen Judentums und ihre Warnung vor den Antisemiten und den Antisemitismen in der AfD für wichtig und richtig.

Beide treten für eine Gesellschaft ohne Geifer ein.

Ist die AfD als ganzes antisemitisch? Sicher nicht. Noch nicht.

Sind ihre Wähler Antisemiten? Sicher einige, sicher noch nicht alle.

Aber eben so, wie Zuwanderer insbesondere aus den arabischen Ländern des Nahen Ostens durch ihren mitgebrachten, tiefverwurzelten Antisemitismus wie eine Art „Topfdeckel-Lüpfen“ beim islamistischen Antisemitismus wirken, eben so, wie Linksterrorismus-Versteher über die Tarnung „Israelkritik“ den linksextremen Antisemitismus in ihrem Soziotop tageslichttauglich machen, so machen zahlreiche Funktionäre der AfD den rechtsextremen Antisemitismus wieder sichtbarer. Frecher noch als vor wenigen Jahren erhebt er sich, und das verantwortet die AfD. Sie verantwortet es, weil sie – keine Parteineugründung ist vor schrägen Typen sicher – eben jenen Raum, Funktion, Mandat gibt. Sie verantwortet es, weil sie sie schützt. Jeder weiß das; auch jeder AfDler. Der eine wiegelt ab, der andere erklärt es für atypisch, der nächste für unwichtig. Aber darf man das glauben? Ist es unwichtig? Nein, ist es nicht.

Und sobald man am Lack kratzt, wird die braune Farbe des Rostes sichtbar. Wenn’s um die Knabenbeschneidung geht, wenn’s um koscheres Essen geht, dann ist es mit der ach so laut betrommelten Judenfreundschaft der AfD nicht weit her.

Letztlich erkennt man das Verderbte an der Hoffart. Wer über die anderen Parteien als „Altparteien“ zu sprechen sich erdreistet, vergißt wohl erstens, daß die AfD nun auch schon sechs Jahre alt ist. Und impliziert, daß sie selbst in einigen Jahren in die Rumpelkammer der Geschichte gehört (was zwar stimmt, aber so wohl nicht von jenen gemeint ist). Außerdem klingt es arg nach jener pseudo-Dauerrevolution-Attitüde, für die wohl vor allem Fidel Castro berühmt war, die aber vor allem eines ist: unseriös, unfertig, wichtigtuerisch, präpotent.

Eines will ich nicht bestreiten: daß man durchaus Fragen stellen kann. Natürlich darf man fragen, ob das Erinnern an tote Juden und das Einstehen für lebende Juden richtig austariert sind. In Zeiten einer Federica Mogherini, in noch erinnerlichen Zeiten eines Martin Schulz oder eines Sigmar Gabriel darf man die Frage stellen. Aber ich weiß auch, wer sie nicht stellen darf: die AfD. Sie muß sich vielmehr selbst befragen lassen.

  • Wenn Herr Gauland das Recht einfordert, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen, dann inkludiert er in diese „Leistungen“ (nolens? volens?) eben auch das Auslösen und die Teilnahme an Angriffskriegen, die (jedenfalls Wehrmachts-) Beteiligung an der Shoa, das Mitläufertum im Nationalsozialismus.
  • Wenn Björn Höcke, in Duktus und auch Wortwahl gewisse Redner imitierend, eine „erinnerungspolitische Wende um 180°“ fordert, dann hilft kein Rausreden über das Gemeinte. Es erinnert an die Reden der NPDler während der Verbotsverfahren: Jeder Zuhörer versteht richtig, aber der Wortlaut kann mit mancherlei Verrenkung und Logikbrüchen noch irgendwie als harmlos dargestellt werden.
  • Wenn Volker Olenicak, AfD-MdL Sa.-A., den „Rücktritt der zionistischen US-Agentin“ fordert und damit tatsächlich Angela Merkel meint, fühle wohl nicht nur ich mich an die Sprache der NSDAP, an die Sprache Julius Streichers erinnert. Das hat nichts mit Kritik an der Bundeskanzlerin zu tun, sondern mit Haß, Geschrei, Geifer.

Wer derlei in seinen Reihen zulässt, der ist gewiß kein Biedermann und auch nicht nur ein einfacher Brandstifter. Der ist noch weniger.

Wie Erich Kästner schon sagte: An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert. Jedenfalls gilt dies - strafrechtlich - für denjenigen in Garantenstellung. Und wer sollte eher in solcher Stellung sein wenn nicht deutsche Abgeordnete?

Jeder kann an der (Bundes-, Landes-, etc.) Regierung kritisieren, was immer er zu kritisieren hat.

Aber dieses dümmliche Reichsbürgergetue, das bei AfD-stützenden Wortmeldungen beispielsweise in den sozialen Medien immer wieder zu lesen ist, spricht eine deutliche Sprache.

Das ist keine Kritik mehr; genauso wenig, wie der explizite oder verstellte Ruf nach dem starken Mann Politik ist.

Diese Sehnsucht nacht Basta!, nach dem sofortigen, rückhaltlosen Handeln, nach der einfachen Lösung ist im tiefsten Wesen eines: unpolitisch. Es ist gefährlich und anderes mehr, aber es ist vor allem ein Verständnis von Politik, das die Politikfernen vielleicht haben.

Zur Sache am Mittwoch im Bayerischen Landtag: Ich war dabei. Und ich sah, was und wie passierte. Ilse Eigner ist Landtagspräsidentin, Karl Freller ist Landtagsvizepräsident. Beide konnten aufgrund ihre Stellung nicht so sprechen, wie ich sie beide schon oft sprechen hörte. Das ist ok. Frau Knobloch hat solche Rücksichten nicht zu nehmen. Und sie nahm sie nicht. Gut so. Sie sprach Tacheles, sie sprach wahr und sie warte vor denen, vor denen zu warnen ist.

Nur: was wunderten sich die anwesenden AfD-Abgeordneten? Die Reden von Frau Knobloch sind in dieser Hinsicht steht von erfrischender Klarheit und Standhaftigkeit. Sollte etwa noch keiner der Damen und Herren AfD-MdL eine ihrer Reden gehört haben? Dann wäre dies kein Ausweis politischer Expertise. Oder aber, beschleicht mich der Verdacht: sie wußten, wo Frau Knobloch steht und wußten, was zu hören sein würde. Und dann stand also die Fraktionschefin auf (der ebenfalls anwesende Fraktion-Co-Chef blieb übrigens sitzen) und verließ mit einigen den Saal. In München der Frau Knobloch den Respekt zu verweigern, ist eine Sache, für die man schon viel Chuzpe braucht. Statt darüber nachzudenken, ob die Millionen, die Euch ein „Geisterfahrer!“ zurufen, nicht vielleicht doch recht haben, wird gezielt die Show gesucht. Und nun kann niemand mehr sagen, daß er diese Menschen für harmlos hält: Der Eklat war vorbereitet, gewollt und gemacht. Die gemachte Aufregung ist nun irgendwo zwischen lächerlich und schäbig anzusehen. Man wollte den Klamauk - nun, jetzt hat man ihn. Die antisemitischen Wähler müssen sich nun nicht mehr durch die gespielte Judenfreundlichkeit der AfD irritiert fühlen.

Wie sagte ein Kabinettsmitglied nach dieser Showeinlage im Landtag? „Daß sie so blöd sind und klar zeigen, wo sie stehen, hätte ich nicht gedacht.“

Im Bösen gibt es nach unten keine Grenze. 

Jeder blamiert sich, so gut er kann.

Trotz allem: git Shabbes,

André Freud


                                 ***


Sehr geehrter Herr Freud,

hier ein kleiner Hinweis betr. jüdischer Tradition:
Taten sind wichtiger als Worte.
Bitte nicht vergessen:
Mit der Entscheidung von Bubis & Co. vor Jahrzehnten, zusammen mit den Mächtigen der BRD die Jüdischen Gemeinden in 'Körperschaften des Öffentlichen Rechts' zu überführen....wurde der Grundstein für die totale (nicht nur finanzielle) Abhängigkeit eben dieser Gemeinden von den jeweiligen deutschen Regierungen gelegt. Die Vertreter der jüdischen Gemeinden, nicht nur Sie, tun so als wäre dies nicht der Fall. Das ist leider bei der jetzigen Regierung der falsche Weg*.
Die antijüdischen Taten der Regierung Merkel konzentrieren sich auf die jüdischen Israelis, z.B. die Weigerung Jerusalem als Hauptstadt Israels zu akzeptieren...obwohl dafür US Deckung besteht....z.B. die milliardenfache Hilfe für die Hamas über die UN. Das sind Taten! Taten, die kriegsverlängernd sind! Taten, die für tote Juden sorgen!
Ihre berechtigte Kritik an verschiedenen Parteimitgliedern der AfD verkennt Folgendes: Es sind Sprüche, keine Taten. Nichts davon steht im Parteiprogramm der AfD! Nichts!
 
Wir dürfen nicht den Fehler des letzten Jahrhunderts wiederholen: Die 'Fleischtöpfe' dürfen nicht unsere Gehirne vernebeln! Damals wurde die die Gefahr des deutschen und europäischen Faschismus unterschätzt. Dieser ist heute nicht die Hauptgefahr.
Es ist höchst interessant, dass auch in Ihrem langen Brief an Herrn Kühntopf Sie Folgendes beweisen: Sie sind, wie der Zentralrat, unfähig zu gewichten welche Judenhass-Varianten für die jüdischen Gemeinden in der Zukunft am Gefährlichsten sind.
Sie sind unfähig in verschiedenen Zeitfenstern zu denken.
Unsere Analyse (JAfD) ist klar: In einem Zeitfenster von ca. 8-18 Jahren, also weit weniger als eine Generation (!), ist die Judenhassvariante Islamismus & Islamofaschismus die GEFÄHRLICHSTE!....und das gilt keineswegs nur für jüdische Deutsche, sondern ebenfalls für ALLE CHRISTLICHEN DEUTSCHE! MINIMUM!....denn nach den Erfahrungen von Demokraten in den islamischen Ländern von Marokko bis Malaysia, gilt dies auch für ALLE DEMOKRATEN!
Frau Knobloch, bei allem Respekt für ihre vergangenen Leistungen für die jüdischen Gemeinden, unterstützt blindlings die falsche Politik der jetzigen Regierung!
 
Es ist höchste Zeit, dass die jüdischen Gemeinden bei politischen Diskussionen auch Vertreter der JAfD regelmäßig einladen....und nicht Juden augrenzen!
 
So, nun wünsche ich Ihnen auch Gut Schabbes, und mache mich auf den Weg zur Habbad-Synagoge in Berlin.
Emanuel Bernhard Krauskopf


                                  ***


Herr Freud, 

Ich habe Ihren Brief an Michael gelesen und habe mich prächtig amüsiert. (...) Diese Rentnerin soll eine würdige Vertretung des Judentums in Deutschland sein? Wenn wirklich niemand Besseres gefunden werden kann, sehe ich die Zukunft des Judentums in Deutschland sehr sehr schwarz. Jeder Ihrer öffentlichen Auftritte ist die Geburtsstunde hunderter neuer Antisemiten! Nicht umsonst wurde in Israel schon ein Programm für die Aufnahme deutscher Juden beschlossen (vorerst für 200 000 Leute). Für die französischen Juden ist ein solches Programm bereits in im vollem Gange. Kennen Sie dieses Programm? Wenn nicht,  sind Sie schlechter Politiker und noch schlechterer Jude. Wenn ja, warum läuten bei Ihnen nicht sämtliche Alarmglocken?! Weil Sie Ihren eigenen Arsch retten wollen (Die fette Politikerpension selbstverständlich inklusive)? 

Haben Sie uns vielleicht etwas Konkretes zu sagen? Nicht diesen Blödsinn mit der Frage, ob jetzt alle oder doch nicht alle Nazis sind, braune Rostflecken, dass kritisieren ja so einfach sei usw. Nein! Haben Sie nicht. Sie können nur ,wie in einem russischen Sprichwort, Leere von der Leere in die Leere gießen. Sie haben weder den Mut von Hr. Höcke, noch die Intelligenz von Hr. Gauland! Kommen Sie mal auf die Straße, schauen Sie, was Sie aus Ihrem schönen Bayern gemacht haben! Die medizinische Versorgung ist unter aller Sau, so etwas wie Bildung existiert nicht mehr, denn das, was Sie uns als Bildung verkaufen wollen ist wirklich Vieles, aber mit Sicherheit Keine Bildung. Sicherheit? Was ist das? Wohnungsnot, geschönte Arbeitslosenstatistiken, die mindestens 5-6 mal höher sind als auf dem Papier. Ich kann unendlich weiter machen. 

Ich habe gar keine Angst vor deutschen Nazis. 87 Mitglieder meiner Familie sind beim Holocaust ums Leben gekommen. KEIN EINZIGER wurde von Deutschen getötet. In Lettland marschieren jedes Jahr am 5. März SS-Offiziere und deren Nachfahren mit Uniform und Fahnen, mit "Sieg heil"-Rufen und Marschmusik. Ganz offiziell. Das Publikum überschüttet sie mit Blumen. Und die CSU-Juden weinen von Begeisterung - Lettland ist doch soooo demokratisch und frei! Nun erzählen Sie mir bitte nicht, dass Sie es ja nicht gewusst hätten. Das weiß sogar mein Gaststudent aus Guatemala! Die Ukrainer jubeln Judenmörder, benennen Straßen und Plätze nach ihnen. Was macht unser CSU-Jude? Freut sich, dass der ukrainische Nachwuchs von Stephan Bandera und der SS-Division Galitschina jetzt keine Visum mehr braucht, um Europa zu besuchen! In Litauen, in Kaunas, im 9.Fort, wo jeder Quadratmeter Erde mit Blut von brutal ermordeten Juden getränkt ist, wo jüdische Kinder, auch aus Deutschland, mit einer Kreissäge bei lebendigem Leibe zerstückelt wurden während ihre Eltern solange mit Wasser vollgepumpt wurden, bis ihre Körper platzten. Dort, wo Babys als Fußball für verwendet wurden, ist jetzt ein Erlebnispark. Mit Musik und Attraktionen. Stattdessen sorgen Sie sich darum, dass die AfD Kmabenbeschneidung und koscheres Schlachten verbieten will. Ich persönliche finde die reinreligiös bedingte Bescheidnung von kleinen Jungs und die rein religiös bedingte Schlachtung von Tieren ohne Betäubung barbarisch! Übrigens kämpfen auch reformistische Juden in den USA und sogar in Israel gegen diese veralteten und längst nicht mehr zeitgemäßen Bräuche. 

Ich liebe Deutschland. Aber Deutschland ist gerade sehr krank. Und wenn ich einem Kranken sage: "Du bist krank, du musst dein Lebensart und deine Gewohnheiten ändern, sonst wirst du untergehen oder sogar sterben", ist und bleibt das kein Zeichen von Hass, sondern ein Zeichen von Liebe und Fürsorge. Es wäre nicht schlecht, wenn Sie, Herr Freud, das verstehen und ein bisschen weiter als bis zur primitivendeutsche Einfältigkeit, denken könnten. Schließlich sind Sie doch ein Jude, einen kleinen Funken Verstand und Anstand sollten Sie doch haben! Vielleicht werde ich dann Respekt vor Ihnen haben. 

Momentan aber mit Empörung und Verachtung, 

Lada Polinska, ehemaliger Flüchtling, von der Jüdische Gemeinde München bestätigte Jüdin, 

AfD-Wählerin, Pegida-Demonstrantin und Unterstützer in der Identitäten Bewegung. 

  1. PS. Ich bin die Dame mit dem gelben Stern bei der Pegida-Pogromnacht-Gedenkveranstaltung 2015. Eure Koalitionspartner (SPD /Jusos /Antifa) haben damals mit dem Kranz, den wir ans Denkmal der Opfer des Nationalsozialismus gelegt haben, sehr lebhaft Fußball gespielt. Finden Sie das nicht antisemitisch und empörend? Ich glaube nicht, sonst würden Sie sich doch zumindest ein kleines bisschen schämen. Was dagegen sagen erlaubt Ihnen Ihre Karriere nicht, nicht wahr? 

Die Jüdische Gemeinde München hat damals gegen mich Strafanzeige erstattet (eine von insgesamt sieben). Finden Sie es  korrekt, dass das Recht auf das Gedenken und die Trauer über jüdische Opfer von Frau Knobloch in solchen Maßen monopolisiert wird? Es ist wirklich eine Unverschämtheit! 


                                 ***


Lieber Herr Kühntopf,

wer den geifernden Text von Lada Polinska, den schon jeder der 48 Empfänger erhalten hat, nochmals an sie verteilt, hat wohl zum einen keinen rechten Überblick über seine eMails mehr; zum anderen aber und vor allem sagt so jemand mehr über sich selbst aus, als er vielleicht will.
 
Diese haßerfüllte Sprache, die diejenigen, deren Meinung sie nicht teilt, verächtlich zu machen versucht, zeigt, was in diesem Lande falsch läuft; diese Anmaßung, über Gut und Böse urteilen zu dürfen, dieses präpotente Art, diese wutschnaubende Arroganz, diese Brutalität – das alles ist falsch und schlimm.
Es zeigt auch, warum diese Partei unwählbar ist – gleich, welche politische Meinung man vertritt. (...)
 
Alles Gute – in einem guten halben Jahr kommt mit Yom Kippur wieder eine gute Gelegenheit zur Umkehr,
André Freud



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Sehr geehrter Herr Freud,

tut mir leid für Sie: So schnell kann man in ein Fettnäpfchen tappen.
Frau Lada Polinska ist kein Mitglied der AfD. Schon allein deswegen können Sie nicht schließen, die AfD sei wegen Frau Polinska nicht wählbar.
Bitte beim nächsten Mal bitte ein wenig kritischer mit den eigenen Überzeugungen umgehen. (...)
Grüße und a gitte Woch
Emanuel Bernhard Krauskopf